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Erinnerungsort der NS-Zeit: Die Steinwache in Dortmund

Die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache zählt zu den eindrucksvollsten historischen Lernorten für Klassenfahrten und Studienreisen mit Schwerpunkt Zeitgeschichte. In dem ehemaligen Polizeigefängnis befindet sich heute die umfangreiche Dauerausstellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933–1945“, die vom Dortmunder Stadtarchiv betreut wird. Der authentische Ort macht Geschichte unmittelbar erfahrbar und ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus auf lokaler Ebene.

Geschichte des Gebäudes (kurz zusammengefasst)

Die Steinwache wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Polizeiwache mit Gefängnistrakt errichtet und gehörte damals zu den modernsten Einrichtungen ihrer Art. Während der NS-Zeit nutzte die Gestapo das Gebäude als Haft- und Verhörort, an dem zahlreiche politische Gegner, jüdische Bürgerinnen und Bürger sowie Zwangsarbeiter inhaftiert wurden. Nach dem Krieg diente der Komplex noch verschiedene Jahrzehnte polizeilichen und sozialen Zwecken, bevor er schließlich als Gedenkstätte erhalten und umgestaltet wurde.

Dauerausstellung „Widerstand und Verfolgung 1933–1945“

Die permanente Ausstellung dokumentiert anhand von historischen Dokumenten, Fotografien, persönlichen Berichten und originalen Objekten die Entwicklung der nationalsozialistischen Diktatur sowie deren Auswirkungen auf die Stadt Dortmund und die Region. Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung von politischer Geschichte mit individuellen Schicksalen.

Bereits im Erdgeschoss erhalten Besucherinnen und Besucher einen Überblick über die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die zum Aufstieg des NS-Regimes führten. Themen wie Wirtschaftskrise, Propaganda und Machtübernahme werden verständlich dargestellt und bilden eine wichtige Grundlage für Schulgruppen.

Verfolgung, Haft und Terror

In den oberen Etagen rückt die konkrete Umsetzung der nationalsozialistischen Herrschaft in den Mittelpunkt. Die Ausstellung zeigt, wie oppositionelle Gruppen, Minderheiten und einzelne Bürger systematisch verfolgt wurden. Rekonstruierte Haftzellen vermitteln einen realistischen Eindruck der damaligen Gefängnisbedingungen. Berichte von Zeitzeugen sowie erhaltene Inschriften ehemaliger Häftlinge machen die Situation besonders eindringlich.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zwangsarbeit, der rassistischen Verfolgung und den Deportationen in Konzentrationslager. Auch religiöse Gruppen, politische Widerstandsbewegungen und unangepasste Jugendliche werden thematisiert. Für Schülerinnen und Schüler wird so nachvollziehbar, wie vielfältig Widerstand sein konnte und welche Risiken damit verbunden waren.

Der Keller: Ort des unmittelbaren Terrors

Besonders beklemmend wirkt der Bereich im Untergeschoss, in dem ehemalige Verhör- und Folterräume dokumentiert werden. Hier wird deutlich, mit welchen Methoden die Gestapo gegen tatsächliche oder vermeintliche Gegner vorging. Ergänzend werden Themen wie Justiz im Nationalsozialismus, Konzentrationslager und nationalsozialistische „Rassenpolitik“ behandelt.

Bedeutung für Bildungsreisen

Die Steinwache eignet sich in besonderem Maße für außerschulisches Lernen im Fach Geschichte sowie für politische Bildung. Durch die Kombination aus authentischem Ort und fundierter Ausstellung können historische Inhalte nicht nur theoretisch, sondern emotional nachvollzogen werden. Viele Gruppen empfinden den Besuch als nachhaltig prägend.

Fazit

Die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache vermittelt eindrucksvoll, wie nationalsozialistische Herrschaft konkret vor Ort funktionierte und welche Folgen sie für die Bevölkerung hatte. Für Klassenfahrten nach Dortmund bietet dieser Erinnerungsort eine wichtige Möglichkeit, historische Verantwortung, Demokratieverständnis und Menschenrechte anschaulich zu thematisieren. Community: 0 Bewertungen
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