
Gedenkstätte Lindenstraße Potsdam
Die Geschichte der politischen Verfolgung ist voll von Gewalt an Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft und kritischen Meinung unterdrückt wurden. Vor allem in den totalitären Regimen des 20. Jahrhunderts gab es bis zur modernen Regression viele Vorfälle, die mit Inhaftierung, Folter und Mord endeten. An diese soll die Gedenkstätte Lindenstraße Potsdam erinnern, aber auch an den Sieg der Demokratie, der aus den schweren Zeiten die Oberhand gewann. Ebenso steht sie für die Maueröffnung und die Friedliche Revolution 1989. Schulklassen besuchen die Gedenkstätte häufig und können so mehr über die Zeit des Zweiten Weltkriegs, der sowjetischen Besatzungszeit und der SED-Diktatur erfahren. Das Denkmal befindet sich im ehemaligen Gerichts- und Gefängniskomplex und zeigt verschiedene Ausstellungen, die den Ort des Geschehens ins Bild rücken.Die Geschichte des Hauses „Lindenhotel“ im Potsdamer Stadtzentrum
Das Gebäude der Gedenkstätte Lindenstraße Potsdam diente verschiedenen Zwecken. Als Stadtpalais wurde es 1737 im Auftrag von Friedrich Wilhelm I. erbaut und besaß damals noch mehrere Nebengebäude und Stallungen. Hier wohnten im Laufe der Zeit Reformpolitiker, Generäle und diverse Förderer der Stadt. Seit 1820 wurde das Gebäude dann als Stadtgericht mit dazugehörigem Gefängnistrakt genutzt, mit mehreren Einzel- und Gemeinschaftszellen und Platz für 90 Inhaftierte. Im Volksmund ironisch „Lindenhotel“ genannt, geriet das Gebäude in der Zeit des Nationalsozialismus zum Untersuchungsgefängnis für politische Gefangene und diente nach dem Zweiten Weltkrieg dem sowjetischen Geheimdienst, um Menschen in die Lager zu schicken oder sie direkt zu ermorden. Darunter waren viele Unschuldige, die aufgrund von Denunziationen verhaftet wurden. Später kamen die hinzu, die sich der kommunistischen Diktatur entgegenstellten und Widerstand leisteten. Zu DDR-Zeiten wurde es vom Ministerium für Staatssicherheit weiter als Gefängnis genutzt. Etwa 7.000 Menschen saßen hier ein, wobei viele aufgrund der Einschränkung der Meinungsfreiheit verhaftet wurden, aber auch solche, die über die Grenze flüchteten oder anderen Fluchthilfe leisteten.Die Entstehung des Hauses der Demokratie
Im Zuge der Friedlichen Revolution 1989 wurden die Insassen freigelassen und das Gefängnis zum Haus der Demokratie. Das war ein symbolischer Akt zur Überwindung der SED-Diktatur. Das Gebäude wurde nun vor allem von Bürgerrechtlern und oppositionellen Gruppen aufgesucht, die sich hier ihre Büros einrichteten und leidenschaftlich politisch engagierten. Die Lindenstraße bildete das Zentrum der Bewegung und Aufarbeitung, mit der Ausrichtung der ersten freien Wahlen in der DDR, die zugleich auch die letzten waren. Nach dem Mauerfall stand das Gebäude dann eine Weile leer und wurde schließlich dem Amt für Denkmalpflege zugeteilt, das es zur heutigen Mahn- und Gedenkstätte umwandelte. Es erinnert an Verfolgung, Haft und Gewalt in drei aufeinanderfolgenden Diktaturen des 20. Jahrhunderts und dient der Erforschung und Dokumentation der Hintergründe. Es geht darum, das Leid der Unterdrückten sichtbar zu machen und die Geschichte der Verfolgten wachzuhalten, aber auch der Notwendigkeit, die Demokratie und Freiheit aktiv zu verteidigen.Die verschiedenen Ausstellungen im Überblick
Wenn Sie die Gedenkstätte Lindenhof Potsdam besuchen, haben Sie die Auswahl aus der multimedialen Dauerausstellung und wechselnden Sonderausstellungen, die von einer Stiftung des Landes Brandenburgs finanziert werden. Die Dauerausstellung umfasst eine chronologische Präsentation aller Daten und Personen, die unterdrückt und gefangengenommen wurden. Zu sehen sind Fotos, Dokumentationen und Originalobjekte, etwa Alltagsgegenstände, Akten und Uniformen. Im Mittelpunkt stehen individuelle Schicksale, mit vielen personenbezogenen Exponaten. Sie können Biografien lesen oder die Stimmen der Zeitzeugen hören. Viele der einstigen Zellen der Gefangenen sind original erhalten.Die Atmosphäre ist beklemmend echt, mit Gitter, Pritsche und Kübel als Toilette. Ferner können Sie sich die ehemaligen Verhörräume ansehen, die es mit originaler oder rekonstruierter Einrichtung gibt, aber auch die Gerichtssäle der einstigen NS-Herrschaft. Der Innenhof gestattete den kurzweiligen Freigang für die Insassen und vermittelt auch heute noch den einst traurigen Alltag. Angeboten werden öffentliche Führungen, die einen lebendigen Eindruck über die Vorkommnisse des historischen Ortes vermitteln. Ebenso ist die Besichtigung mit Audioguide möglich. Community: 0 Bewertungen
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