Die Trinitatiskirche in Braunlage

Diese Kirche verströmt eine ganz besondere Atmosphäre. Wenn sich die Gläubigen der evangelisch-lutherischen Gemeinde Braunlage zur Trinitatiskirche begeben, dann fühlen sie sich dort geborgen. Denn dieses Gotteshaus hat einen außergewöhnlichen Charakter und sorgt bei den Gottesdiensten für eine fast schon heimelige Stimmung. Sie ist nach neugotischen Stilrichtungen errichtet und ein typischer Harzer Fachwerkbau. Von außen betrachtet vermittelt die Trinitatiskirche den Eindruck, als sei sie komplett aus Holz gebaut. Doch im Innern wurden alle Fachwerke mit Klinkern ausgemauert. Das gesamte Gotteshaus ruht im Übrigen auf einem Sockel aus Granit aus dem nahen Steinbruch am Wurmberg.

Historischer Teller und ein Kelch

Die evangelische Kirchengemeinde ist heute ein Teil des Verbandes Kapellenfleck im Harz. Von der ursprünglichen Gestaltung der Trinitatiskirche aus dem Jahr 1602 ist nunmehr kaum noch etwas zu sehen. Vielmehr muss man sich ins Braunlager Heimatmuseum begeben, um Bruchstücke des einstigen Inventars zu besichtigen. Aus den Gründungsjahren der Kirche werden noch der Hostienteller und der Kelch für das Abendmahl benutzt. Nach dem Umbau und der Neugestaltung der Trinitatiskirche im Jahr 1714 erhielt der Dachreiter erstmals eine eiserne Glocke. Doch schon bald erkannten die Gemeindemitglieder die Gefahr, dass der Turm die Schwingungen der Glocke nicht verkraften könne. Sie bekam daraufhin einen Platz außerhalb der Kirche, die später wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Erhalten blieb allein der Taufstein aus dem Jahr 1884. Er wird noch immer benutzt.

Kronleuchter mit zwölf Kandelabern

Ihr heutiges Aussehen erhielt die Trinitatiskirche zwischen 1887 und 1889. Die frühere Glashütte in Braunlage stiftete die Fenster im Altarraum und die Kirchturmuhr entstand in einer Werkstatt in Bockenem. Wer sie in Gang setzen will, muss die mechanische Uhr von Hand aufziehen. Beim Betreten des Gotteshauses fällt der Blick unwillkürlich auf den mächtigen Kronleuchter aus dem Jahr 1905. Er ersetzte die frühere Kerzenbeleuchtung und umfasst insgesamt zwölf Kandelaber. Wer genau hinschaut, der bemerkt Wappen an den oberen Kerzen. Darunter befindet sich das Hirschgeweih der Fürsten von Regenstein, der Braunschweiger Löwe, die Farben des Deutschen Reichs und der weiße Turm von Blankenburg im Harz. Mittlerweile werden die Kerzen elektrisch betrieben. Überlieferten Chroniken zufolge kostete die Fertigstellung der heutigen Kirche der Gemeinde mehr als 60.000 Mark.

Taufschale aus Munitionskartuschen

Vom frühen 20. Jahrhundert an werden die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde nicht nur durch die Verkündung des Wortes Gottes erwärmt, sondern auch durch eine neue Dampfheizung. Während des Ersten Weltkriegs wurden die Orgelpfeifen der Trinitatiskirche zu Rüstungszwecken abgegeben und erst 1935 ersetzt. Die Orgel mit ihren 21 Registern stammte aus der Werkstatt Robert Knauf & Sohn aus Schleiflade. Später wurde die Registertraktur modernisiert und restauriert.

Auch im Zweiten Weltkrieg musste die Gemeinde Opfer erbringen. So wurden zwei große Glocken abgeliefert. Außerdem eine Taufkanne aus dem Jahr 1884 und eine Taufschale aus dem Jahr 1905. Nach dem Ende des Weltkriegs erreichte der damalige Pastor der Kirche, dass eine neue Taufschale aus amerikanischen Munitionskartuschen angefertigt wurde. Sie trägt die Inschrift in lateinischen Buchstaben: „Metall, zum Töten bestimmt, dient nun zur Aufnahme in die Gemeinschaft mit Christus, der uns zum Frieden verhelfen will“. Die Trinitatiskirche an der Braunlager Herzog-Wilhelm-Straße erfreut sich einer sehr guten Akustik. Deshalb ist sie immer mal wieder der Ort musikalischer Veranstaltungen. Besonders beliebt sind die dortigen Maikonzerte. Nach der Renovierung der historischen Orgel verfügt diese heute über etwa 850 Pfeifen und seit 1968 auch über eine elektrische Registrierung. Im Norden des Westportals wurde ein Kriegerdenkmal eingeweiht für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Community: 0 Bewertungen
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