Evangelische Stadtkirche Brand-Erbisdorf im gotischen Stil

Die Stadtkirche Brand-Erbisdorf ist eine mehrfach umgebaute gotische Kirche in Brand-Erbisdorf und liegt im sächsischen Landkreis Mittelsachsen. Sie ist bekannt für ihre kostbare spätbarocke Orgel aus der Werkstatt des Silbermann-Schülers Adam Gottfried Oehme und zählt zur evangelisch-lutherischen Pfarrgemeinde Brand-Erbisdorf im Kirchenkreis Freiberg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Sachsen.

Interessante Geschichte und beeindruckende Architektur

Die Stadtkirche in Brand-Erbisdorf wurde um 1300 als frühgotische Kirche erbaut. 1598 wurde der Westturm von Melchior Gerber angefertigt. Die Kirche hatte nach einem Brand im Jahre 1624 und mehreren Umgestaltungen die Form einer großen Galerie. Die Außengestaltung von Turm und Saal wurde 1836 vorgenommen, der Chorsaal wurde 1930 neu gebaut. 1870 und 1892 (Innenraum), 1968 (Innenraum), 1979/1980 (Turmrenovierung), 1988-1993 (Außenraum) und 1993/1994 (Innenraum) wurden Restaurierungsarbeiten durchgeführt.

Die Kirche ist ein Stuckbau mit dreiteiligem Abschluss und Strebepfeilern. Das Hauptportal aus Sandstein mit einem Rundbogen im westlichen Teil öffnet das Gebäude. Die unterschiedlichen Formen der Fenster zeugen von einer reichen Baugeschichte. Der Innenraum hat ein flaches Dach und hölzerne Galerien an drei Seiten. Der Chorraum mit einer geraden Chornische ist so in den gotischen Chor eingebaut, dass die Außenwände nicht verändert werden müssen. Die Fenster im gotischen Stil sind von innen nicht sichtbar. An der Südseite des Altarraums sind figürliche Fresken erhalten, von denen die untere wahrscheinlich aus der Gotik stammt. Die Sakristeitür an der Südseite weist einen farbigen Rundbogen aus Sandstein auf. 1835 wurden die vier Glocken bei einem Feuer zerstört. 1917 wurden neue Glocken als Kriegsmaterial während des Ersten Weltkriegs eingeschmolzen. Nach dem Krieg, im Jahr 1921, wurden Stahlglocken gebaut, die noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts läuten.

Jeder Besucher ist beeindruckt von der üppigen Ausstattung

Ein kleines Altarkreuz von 1774 und ein großes Kreuz von 1930 stehen auf dem modernen Altar. Der ehemalige Kanzelaltar von Franz Ditterich dem Älteren aus dem Jahr 1603 wurde abgebaut und die vier bunt bemalten Evangelisten in die neuzeitliche Kanzel eingebaut.

In der Sakristei befinden sich weitere Reliefs des Altars, darunter eine Predella mit der Abbildung des letzten Abendmahls, zwei Seitenflügel mit der Verkündigung und der Geburt Christi sowie zwei sitzende Figuren, die Moses und Johannes den Evangelisten darstellen. Das Altarbild befindet sich links vom Chor, über dem Eingang zur Empore. Von 1929 stammt der schlichte Taufstein, während der verzinnte Taufstein von 1516 mit einer kunstvollen Gravur der Erschaffung Evas im Becken aus der Kirche im Stadtteil St. Michaelis hierher kam. Im Jahr 1880 wurde ein weiteres gusseisernes Taufbecken angefertigt. Eine naturgroße Sandsteinfigur von einem Bergmann mit sensibler Ausformung der Oberflächenstrukturen, wahrscheinlich eine ehemalige Kanzelträgerfigur, wurde von dem Freiberger Bildhauer Samuel Lorenz um 1585 geschaffen.

Die Ausstattung der Kirche wird durch hölzerne Epitaphien und Porträts von Pfarrern aus dem 17. und 18. Jahrhundert ergänzt. In der Turmhalle steht noch ein verzierter Schlussstein des ehemaligen Kirchenportals von 1580. Die Südwand der Eingangshalle zeigt ein um 1686 geschnitztes Epitaph für Georg Hermann und seine Frau Christina mit einem Rundgemälde der beiden in der Mitte und einem ovalen Kreuzigungsbild darunter, eingerahmt von reichen ornamentalen und floralen Schnitzereien. An den Seiten befinden sich beschriftete Tafeln, über denen zwei Bergleute mit Wappen und Krone abgebildet sind.

Die Orgel – das Juwel der Evangelischen Kirche in Brand-Erbisdorf

Die Orgel wurde von Gottfried Silbermanns jüngstem Schüler, Adam Gottfried Ohme, gebaut und stammt aus den Jahren 1772-1774. Sie verfügt über 21 Register auf zwei Manualen und ein Pedal. Im Jahr 1878 wurde das Instrument von Karl Traugott Stöckel gereinigt und repariert. Die Mixtur von Oberwerk und Register Sesquialtera wurden durch neu gestaltete Register ersetzt. 1924 wurden die 1917 zu militärischen Zwecken abgegebenen Prospektpfeifen von der Firma Jehmlich Orgelbau Dresden komplett erneuert. Im Jahr 1953 wurde die Orgel von Hermann Eule Orgelbau Bautzen erneut gereinigt und repariert, wobei man die von Stöckel eingebauten Register entfernte und die ursprünglichen wieder einbaute. Im Jahr 1994 wurde die Orgel von Jehmlich Orgelbau renoviert. Community: 0 Bewertungen
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