Der St.-Petri-Dom zu Schleswig macht mittelalterliche Geschichte lebendig

Der Schleswiger Dom wurde erstmals im Jahr 1134 als romanische Basilika urkundlich erwähnt. Aus dieser Zeit stammt noch das Petri-Portal, durch das die meisten Besucher den Dom betreten. Über die Jahrhunderte haben die Menschen das Bauwerk immer wieder umgebaut und erweitert. Nach der Vollendung des romanischen Querschiffs folgte bis 1408 die Fertigstellung von Hauptschiff und Chor im gotischen Stil sowie der Bau der Seitenschiffe im 15. Jahrhundert. Ursprünglich gehörten zum Dom auch zwei Türme, von denen allerdings nur noch die Fundamente existieren. Der heutige Turm stammt, ebenso wie die 32 farbigen Glasfenster, vom Ende des 19. Jahrhunderts. Er ist mit seiner Höhe von 112 Metern als Wahrzeichen der Stadt Schleswig bereits von weitem erkennbar.

Was macht den St.-Petri-Dom zu Schleswig zu einem besonderen Ort?

Im St.-Petri-Dom zu Schleswig lassen sich viele wertvolle Kunstgegenstände entdecken. Zu den Höhepunkten zählt der fast 13 Meter hohe Bordesholmer Altar des Bildhauers Hans Brüggemann aus Walsrode. Der beeindruckende Schnitzaltar entstand in den Jahren 1514-21 und zeigt 392 lebensechte und bis ins Detail ausgeführte Figuren. Die einzelnen Szenen schildern den Menschen vergangener Jahrhunderte, die weder Fernsehen noch Internet kannten und meist weder lesen noch schreiben konnten, auf plastische Weise die biblische Geschichte von Adam und Eva bis hin zum jüngsten Gericht. In früheren Zeiten waren die Flügel des Altars übrigens geschlossen und wurden nur an den wichtigen Feiertagen geöffnet.

Im Mittelalter galten Kirchen auch als Orte der Begegnung, an denen regelmäßig Märkte stattfanden. Im Schwahl wurde ab dem 14. Jahrhundert bis zum Jahr 1887 regelmäßig der Dommarkt abgehalten. Der Name „Schwahl“ leitet sich aus dem Niederdeutschen ab und bezeichnet einen offenen, überdachten Gang. Der Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert befindet sich an der Nordseite des Kirchenschiffes und beherbergt in seinen Gewölben berühmte mittelalterliche Fresken, die Drachen, Fabelwesen und Fantasiegestalten und das Leben Jesu darstellen.

In früheren Jahrhunderten lagen Friedhöfe direkt neben den Gotteshäusern und wohlhabende Persönlichkeiten wurden direkt in den Kirchen bestattet. So finden sich auch im Inneren des Schleswiger Doms viele Särge, reich verzierte Gedenktafeln und Grabinschriften, die aus dem Leben der Verstorbenen erzählen. Selbst unter den Bodenplatten konnten sterbliche Überreste lokalisiert werden. Reliefs mit Darstellungen von Totenköpfen und Skeletten symbolisieren an zahlreichen Stellen die Vergänglichkeit des Lebens. Während die Seitenkapellen Grüfte für wohlhabende Familien beherbergen, beherrscht das Grabmal Friedrichs I. aus dem Jahr 1555 neben der Fürstengruft der Gottorfer Herzöge den nördlichen Teil des Querschiffs. Der König von Dänemark und Norwegen selbst wurde in einer unterirdischen Gruft bestattet, deren Standort heute nicht mehr bekannt ist.

Was kann man im St.-Petri-Dom zu Schleswig und in seiner näheren Umgebung erleben?

Für den Besuch des Domes lassen sich verschiedene Themen- und Erlebnisführungen buchen, wie beispielsweise eine geführte Besichtigung der Gewölbe aus dem späten Mittelalter. Weiterhin bietet die Aussichtsplattform des Kirchturms in 65 Meter Höhe einen spektakulären Blick auf die Altstadt und den Schleswiger Hafen. Wer den Aufstieg über die 481 Stufen der Wendeltreppe nicht scheut, kann im Rahmen einer Führung zusätzlich die Glockenstube mit den insgesamt über 9 Tonnen schweren Glocken sowie das imposante Uhrwerk kennenlernen.

Durch seine zentrale Lage lässt sich ein Besuch des Schleswiger Doms mit dem Besuch weiterer Attraktionen, wie beispielsweise der Altstadt, Schloss Gottorf oder dem Wikingermuseum Haithabu kombinieren. Zu den Höhepunkten des Sommers zählen in Schleswig neben den Domkonzerten auch die Wikingertage auf den Königswiesen. In der Vorweihnachtszeit garantiert der Besuch des Schwahlmarktes ein unvergessliches Erlebnis. Dann bieten im Kreuzgang hinter dem Dom zahlreiche Kunsthandwerker unter den mittelalterlichen Rippengewölben ihre Waren an, während ein musikalisches Rahmenprogramm für zusätzliche Unterhaltung sorgt. Community: 0 Bewertungen
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