Alte Synagoge / jüdische Abteilung des Museums für Stadtgeschichte Krakau

Ein Stadtteil der polnischen Metropole Krakau erhielt den Namen Kazimierz, entstand ehemals aus einem Verbund kleiner Dörfer und erinnert an König Kasimir II.. Der hatte Mitte des 14. Jahrhunderts vertriebene und geflohene Juden aus ganz Europa eingeladen und sie ermuntert, Polen als ihre neue Heimat anzuerkennen. Er sicherte ihnen neben der Freiheit zur Ausübung ihrer Religion auch andere Privilegien zu. Daraus entwickelte sich südöstlich der Krakauer Altstadt am linken Ufer der Weichsel ein reges und intensives jüdisches Leben. Der Regent ließ die Gegend zum Schutz ihrer Einwohner sogar mit Wehranlagen sichern. Weltweit bekannt wurde der Krakauer Stadtteil Kazimierz durch Steven Spielbergs Film "Schindlers Liste". Er wurde zum Teil an den Originalschauplätzen gedreht. Die Geschichte der Juden in Kazimierz endete mit den Deportationswellen durch die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg. Heute werden die Besucher im Rahmen ihrer Klassenfahrt oder ihrer Studienreise nach Krakau in der Alten Synagoge, der jüdischen Abteilung des Museums für Stadtgeschichte, über die Geschichte dieses Stadtteils informiert.

Eine Synagoge nach den Plänen des Mateo Gucci

Die Synagoge von Krakau erhielt nicht zu Unrecht den Zusatz "alt", denn sie ist tatsächlich das älteste noch erhaltene jüdische Gotteshaus in Polen. Sie wurde im heutigen Stadtteil Kazimierz bereits im 15. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet und entsprach den Ideen eines aus Florenz stammenden Architekten und Bildhauers. Der galt als ein Genie seiner Zeit. Mateo Gucci fühlte sich der italienischen Renaissance verpflichtet, als er im Jahr 1550 auf den Mauern der ursprünglichen Synagoge das noch heute zu besichtigende Bauwerk schuf. Er hatte am Krakauer Königshof gearbeitet und erhielt den Auftrag für die Synagoge von der jüdischen Gemeinde. Bei der Umsetzung seiner Pläne ließ sich Mateo Gucci inspirieren von den Synagogen in Regensburg, Worms und Prag. Seit 1961 ist die Alte Synagoge ein Teil des Krakauer Museums für Stadtgeschichte. Zu finden ist sie in Kazimierz an der Szeroka 24.

Das Flair des jüdischen Viertels Kazimierz

Im Laufe der Jahrhunderte wurde der jüdischen Gemeinde in Kazimierz die Synagoge zu klein, und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde sie erweitert durch eine Vorhalle. Die war insbesondere als Betsäle für Frauen gedacht. Außerdem entstand ein Haus für die Ältesten der Gemeinde. In der Zeit der deutschen Besatzung wurde die Synagoge entfremdet und als Lager genutzt. Der Großteil der Ausstattung wurde zerstört oder gilt seither als verschollen. Renoviert wurde das Gebäude in den Jahren zwischen 1956 und 1959. Heute ist die Synagoge die Stätte von Wechselausstellung. Hier wird den Besuchern während ihrer Schulfahrt oder Studienreise die jüdische Geschichte und die Kultur einer alten Stadt nahe gebracht. So mancher, der diese Stätte besichtigt hat, schwärmt vom besonderen Flair dieses Hauses in einem Stadtteil voller Geschichte und Geschichten. Das einstige Viertel Kazimierz ist wohl nur mit Josefov, dem jüdischen Viertel in Prag, zu vergleichen.

1944 stürzte das historische Gewölbe ein

Da während der deutschen Besatzung die Synagoge der Juden alles andere als liebevoll behandelt wurde, stürzte dort im Jahr 1944 das historische Gewölbe ein. Heute hat sich das Museum der Stadtgeschichte Krakau die Aufgabe gesetzt, die Geschichte der einst so großen jüdischen Gemeinde zu bewahren und den Besuchern aus aller Welt zu vermitteln. Die Grundlage dazu bereitete ein Vertrag, den die Jüdische Gemeinde in Krakau am 30. Oktober 1959 mit dem Museum schloss. Wer heute bei einer Schulfahrt oder Klassenfahrt durch die Gänge dieses Museums bummelt, der erhält einen nachhaltigen Eindruck vom ehemaligen jüdischen Leben in dieser Stadt. Aber auch von der Tradition der Gemeinde und deren Kultur. Zu sehen sind in der Alten Synagoge auch die wertvollen Exponate der Judaica Sammlung. Darunter versteht man antiquarische Schriften und Manuskripte sowie rituelle und sakrale Gegenstände des Judentums.
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