Venedig – Galleria dell’Accademia

Venedigs Stadtteil Dorsoduro liegt im südlichen Areal der Altstadt, sein Name bedeutet „harter Rücken“ und benennt die Lage dieses Stadtgebiets auf festem, felsigen Untergrund. Malerische Plätze und Kanäle und auch die beiden weltberühmten Kunstsammlungen sorgen für die besondere Attraktivität des Sestieri – neben der Collezione Peggy Guggenheim kommt der Galleria dell'Accademia große Bedeutung zu.

In jedem Saal der Galleria befinden sich Gemälde der renommiertesten Künstler Venedigs. Dabei umfassen die Darstellungen sowohl zutiefst religiöse als auch weltliche Aspekte des Lebens. Der Besuch der 24 Ausstellungssäle ist tief beeindruckend – gerade weil sich viele Werke an ihrem Entstehungsort befinden.

Die Galleria dell'Accademia: Venedigs bedeutendste Gemäldegalerie

Neben der Piazza San Marco gehört die Galleria dell'Accademia zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Lagunenstadt. Seine Entstehung verdankt das renommierte Museum Napoleon Bonaparte, der im Jahr 1807 Hunderte von Sakralbauten säkularisierte und mit ihren Kunstschätzen die Räume der Galleria füllte, um den Studierenden viele Anschauungsobjekte zu liefern.

Heute gilt die Galleria dell'Accademia als eine der besten Gemäldesammlungen Europas. Drei ehemals karitativ genutzte sakrale Gebäude, die Kirche Santa Maria und das dazugehörige Kloster sowie die Scuola Grande di Santa Maria della Carità sind heute Heimatorte der Sammlung. Sie sind miteinander verbunden und die Gemäldesammlung ist chronologisch angeordnet. So präsentiert sich ein faszinierender Einblick in mehr als 500 Jahre venezianischer Malerei.

Byzantinische und europäische Gotik

Die frühen Bilder werden zum besonderen Kunstgenuss, gerade weil es so klare Formen sind, die die europäische Gotik kennzeichnen. Daneben sind golden leuchtende Gemäldehintergründe eindeutig bezeichnend für den byzantinischen Stil. Die prächtige „Marienkrönung“ von Paolo Veneziano, des Begründers einer eigenständigen venezianischen Malerei des Mittelalters, lässt eindeutig östliche Einflüsse erkennen.

Früh- und Hochrenaissance

In den folgenden Ausstellungssälen werden alle Besucher unweigerlich in den Bann der venezianischen Renaissance gezogen. In der Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelte darin die Künstlerfamilie Bellini einen eigenen venezianischen Stil, in dessen Zentrum die Darstellung Marias im Kreise von Heiligen, die Sacra Conversazione, stand. In der Galleria dell'Accademia gibt es dazu schöne Beispiele wie Giovanni Bellinis Altarbild für die Chiesa di San Giobbe „Maria auf dem Thron“ im Kreis von sechs Heiligen. Das Gemälde fasziniert mit einer warmen Farbgebung und vielen architektonischen Details. Beeinflusst waren Bellinis Arbeiten von denen seines Schwagers Andrea Mantegna, der als wichtigster Maler der Frührenaissance und als Meister der perspektivischen Darstellung in die Geschichte einging. An Ort und Stelle hängt auch sein „Hl. Georg“. Genauso wie das Gemälde „Das Gewitter“ von Bellinis Schüler Giorgione rätselhaft mit einer Aura aus Landschaft und Licht erscheint, setzte Lorenzo Lotto, Porträtmaler der Hochrenaissance und des frühen Manierismus, diesen Trend fort. Die Stimmung seiner Modelle spiegelten sich verblüffend und perfekt in den gemalten Gesichtszügen wider.

Es folgen die ganz großen Meister der Hochrenaissance wie Veronese sowie Tintoretto und Tizians „Tempelgang Mariens“ befindet sich hier nach wie vor an seinem ursprünglichen Entstehungsort. Veronese und Tintoretto sind dagegen in den Sälen vertreten, die den jeweiligen Entstehungszeiten entsprechen.

Beeindruckend ist Veroneses „Gastmahl im Hause des Levi“. Der Künstler hatte Jesus ursprünglich beim Letzten Abendmahl zeigen wollen, doch das Gemälde beinhaltet so zahlreiche weltliche Details, dass er es umbenennen musste, um nicht als Ketzer verdammt zu werden. Tintorettos „Entführung des Hl. Markus“ bildet dazu einen Kontrast.

Landschaftsgemälde, Genrebilder und Zyklen

Während sich mehrere Säle mit bekannten Landschaftsmalern ihrer Zeit, darunter Tiepolo, Guardi und Canaletto befassen, vermitteln die ausgestellten Genrebilder Eindrücke vom Alltag der Venezianer, die sich bekanntlich kurz vor dem Ende der Republik buchstäblich zu Tode gefeiert hatten.

Letztendlich geht es erneut ins 15. Jahrhundert: In den anschließenden Ausstellungssälen werden zwei bedeutende Bilderzyklen, „Wunder der heiligen Kreuzreliquie“ und der „Ursula“ Zyklus präsentiert. Beide Gemäldefolgen sind voller venedigtypischer Details wie prachtvolle Gebäude, Gondeln und kostbarer Zierrat – und der Ursula-Zyklus berichtet vom Pilgerweg der Hl. Ursula durch Europa mit 11.000 Jungfrauen im Gefolge.
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