Marienkirche in Danzig

Vorab: Alle, die gut zu Fuß sind, dürfen den fast 80 m hohen Turm der beeindruckend großen Kirche besteigen. Die Bewältigung der gut 400 Stufen wird mit einem spektakulären Blick über die Stadt bis zur Ostsee belohnt. Letztere ist ja nicht weit entfernt und es bietet sich selbstverständlich an, dorthin zu fahren. Vielleicht anschließend, aber eine Verlockung dieser Art ist gar nicht nötig, denn ein Besuch Danzigs ist ohne Wenn und Aber ein Erlebnis. Dazu zählt auch die Besichtigung der Marienkirche. Sie ist der Hl. Maria geweiht, die den katholischen Polen als Muttergottes so viel bedeutet.

Was es an und in dieser bemerkenswerten Basilika zu bewundern gibt

Es gibt auf der Welt aller Wahrscheinlichkeit nach nur sehr wenige noch höhere Backsteinkirchen, mit Sicherheit nicht in Europa. Auch der dreischiffige Innenraum ist enorm. Er misst fast 5.000 m² (zum Vergleich: Der des Kölner Doms 7.000 m²). Bis zu 25 000 Gläubige finden in ihm Platz.

Architektonisch gehört die Marienkirche zur Epoche der Gotik. Fast 160 Jahre betrug die Bauzeit insgesamt, die, wie bei Projekten dieses Umfanges und dieser Bedeutung üblich und unvermeidlich, in mehreren Etappen stattfand. Je mehr Danzig eine Wirtschaftsmacht wurde, desto reichlicher flossen die finanziellen Mittel in die Vergrößerung und Verschönerung dieser Sakralstätte. Zahlreiche Um- und Anbauten machten sie nach und nach zu dem, was sie heute ist.

Die Grundsteinlegung erfolgte 1343. Im Jahre 1502 waren die Arbeiten abgeschlossen. Eine imposante katholische Kathedrale kurz vor der Geburt der Reformation und damit der damals neuen Strömung des Protestantismus! Von 1529 bis 1945 war die Marienkirche ein evangelisches Gotteshaus. Restauratoren haben übertünchte Wandgemälde später wieder so weit als möglich wiederhergestellt. Eigens für den katholischen polnischen König wurde zwischen 1678 und 1681 eine Kapelle angebaut, in der die heilige Messe adäquat gefeiert werden konnte.

Was wäre eine berühmte altehrwürdige Basilika ohne ihre Schätze? Zu den Kostbarkeiten, die sich Reisende nicht entgehen lassen dürfen, gehören der Hauptaltar (war der Künstler wirklich ein Schüler Albrecht Dürers?), die äußere Gestaltung der Orgel, das Gemälde „Werke der Barmherzigkeit“ des deutschen Malers Anton Möller und die Astronomische Uhr, um nur ein paar zu nennen. Nicht vergessen werden darf, dass es auch hier an diesem frommen Ort Beutekunst gibt, ein Triptychon, welches (Ironie der Geschichte?) ausgerechnet das Jüngste Gericht darstellt und damit die göttliche Abwägung der guten und schlechten Taten. In der Marienkirche ist eine Kopie zu besichtigen. Das Original, das eigentlich in Florenz sein sollte, hängt nun im Danziger Nationalmuseum.

Bedauerlicherweise gingen nicht wenige unersetzliche Kunstschätze für alle Zeiten verloren. Im 2. Weltkrieg wurde dieses Gotteshaus fast zur Hälfte zerstört. Bald nach Kriegsende begannen die rund zehn Jahre dauernden Wiederaufbauarbeiten. Seitdem ist es wieder eine katholische Weihestätte.

Fazit:

Unbedingt hinfahren, wenn eine Klassenreise Richtung Polen gehen soll! Allein Danzig ist gerade für Jugendliche empfehlenswert, keinesfalls lediglich wegen der wunderschönen Altstadt. Auch andere Sehenswürdigkeiten befinden sich dort auf relativ überschaubarem Raum, ebenso günstig wie auch tröstlich für Lauffaule ... außerdem, wie gesagt, die Ostsee ist gleich nebenan. Community: 0 Bewertungen
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