Altes Fort – modernes Museum mit außergewöhnlichen Höhepunkten

Dieses geschichtsträchtige Fort wurde in den Jahren 1811 bis 1814 von Napoleon erbaut und trägt bis heute, von einigen kurzen Zeitperioden abgesehen, seinen Namen. Von Beginn an wurde dieser Ort Zeuge der abwechslungsreichen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Kriege führten die Welt immer wieder in eine neue Epoche. In friedlichen Zeiten war dieses Fort ein riesiger Abenteuerspielplatz. Auch Liebespaare fanden in den versteckten Winkeln dieses Platzes ein wenig Privatsphäre. Doch immer wieder wurde das Fort durch Vandalismus zerstört und als Unterschlupf durch Kriminelle genutzt.

Im Jahr 1995 wurde das Fort flämischen Stiftung für Industriekultur übertragen und nach fünf Jahren aufwendiger Restauration der Öffentlichkeit als geschichtliches Museum zugänglich gemacht.

Ein spannender Parcours führt durch die letzten beiden Jahrhunderte. Dieser Parcours ist mit audiovisuellen Geschichten ausgestattet, sodass Besucher immer wieder authentischen Erzählungen und Geschichten lauschen können. Die Legende, die besagt, dass die Mauern sich die Geschichten der Menschen anhören und später anderen Besuchern zuflüstern, verführt viele Gäste, ihre ganz persönliche Vergangenheit hier preiszugeben.

Historische Geschichte und Erzählungen aus stürmischen Zeiten

1798 begann Napoleon Gespräche mit den damaligen Volksvertretern in Ostende, um die ausgezeichnete Lage der Küstenstadt für seine Zwecke nutzen zu können. Nach dem Abzug der Briten im Jahre 1802 wurde die Küstenlinie militärisch befestigt. In Ostende wurde 1814 das zweigeschossige Pentagon in Betrieb genommen. Es bot Platz für 260 Soldaten und war ausgestattet mit 46 Kanonen. Eine Ringmauer von acht Metern Höhe gewährte Schutz gegen Angreifer.

Die französischen Truppen konnten Fort Napoleon nicht mehr für kriegerische Zwecke nutzen, da das Kaiserreich 1815 in sich zusammenfiel. So wurde es nach Einnahme von den Niederländern umbenannt in „Fort Willem I.“. Nachdem im Jahr 1830 Belgien als eigenständiger Staat ausgerufen wurde, bekam das Fort den offiziellen Namen „Fort Leopold“. Gebraucht wurde es indes nicht mehr bis zum Deutsch-Französischen Krieg, der nach der Schlacht bei Sedan dort französische Kriegsgefangene untergebracht wurden.

Im I. Weltkrieg wurde beinahe ganz Belgien vom deutschen Kaiserreich besetzt. Auch das Fort fiel in die Hände deutscher Truppen. Sie sorgten für elektrische Beleuchtung, Heizmöglichkeiten und nahmen weitere Modernisierungen vor. Strategisch wichtig erwiesen sich die zwei Durchgänge in der Ringmauer. Kaiser Wilhelm II. besuchte das Fort im Jahr 1916. Ein Jahr später folgte Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg als Gast der deutschen Truppen.

Nach Ende des I. Weltkrieges zogen Vandalismus und Plünderungen ein. Der Plan, aus dem Fort ein Museum zu gestalten, wurde im Jahr 1932 Wirklichkeit und öffnete seine Türen für die Besucher. Das Museum wurde mit dem Ausbruch des II. Weltkrieges geschlossen.

Vom vergessenen Denkmal bis zu Graffiti

Ab dem 31. Mai 1940 fiel das Fort in die Hände des deutschen Militärs. Bis 1949 blieb das Fort Militärgebiet und es wurden Minen und andere Kriegswaffen entfernt. Für Kinder und Jugendliche war dies ein herrlicher Rückzugsort, bis im Jahr 1956 alle Zugänge verschlossen wurden. Erst 1976 wurde das Fort Napoleon unter Denkmalschutz gestellt. Weitere zwei Jahrzehnte vergingen, in denen die Jugend das Fort für sich erneut entdeckte. Paare und Feiernde konnten hier ungestört ihre Freizeit verbringen. Aus dieser Zeit stammen auch die noch teilweise erhaltenen Graffiti, die eine ganz andere Epoche des Forts widerspiegeln.

Am 7. April 2000 wurde das Museum eröffnet und entführt seine Gäste in die stürmischen Zeiten. Ein Top-Ausflugsziel für jede Gruppe.

Für Schulklassen eignet sich zum Abschluss des Tages noch eine Nachbesprechung am herrlichen Sandstrand von Ostende. Hier sind die Eindrücke noch frisch und so können mit dem Fort als Hintergrund Fragen beantwortet und Gedanken ausgetauscht werden.
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