Das Maison Carrée in Nîmes: Zeitzeuge des römischen Reiches

Das Maison Carrée in Nîmes im Süden Frankreichs ist eine alte Tempelanlage aus der Zeit des römischen Reiches. Die Besonderheit hierbei ist, dass diese Tempelanlage weltweit die Einzige ist, die bis heute komplett erhalten blieb. Seinen Namen hat das Gebäude aufgrund seiner Form, denn Maison Carrée bedeutet übersetzt „(recht)eckiges Haus“.

Hintergrund und Geschichte

Die Stadt Nîmes – früher Nemausus genannt – war lange Zeit Teil des römischen Reiches. Dieses existierte vom 8. Jahrhundert vor Christus bis hinein ins 7. Jahrhundert nach Christus, wobei eine klare Abgrenzung zu der vorherigen und der nachfolgenden Epoche nur sehr schwer möglich ist. Das römische Reich war zur damaligen Zeit eine echte Weltmacht und erstreckte sich über weite Teile Europas und Nordafrikas. Neben dem Maison Carrée kann man in Nîmes noch weitere Zeugen der damaligen Zeit bestaunen: Die Arenen und den Tour Magne, die beide unweit des Maison Carrée in der Altstadt zu finden sind.

Architektur und Nutzung der Tempelanlage

Das Maison Carrée wurde im 1. Jahrhundert nach Christus errichtet. Es wurde in Auftrag gegeben, um den beiden Söhnen des Kaisers Augustus – Gaius und Lucius Caesar – ein Denkmal zu setzen. Die Ausmaße dieses Tempels versetzen bis heute Besucher aus aller Welt ins Staunen: Mit seinen 26 Metern Länge, den 15 Metern Breite und den 17 Metern Höhe zeugt das Maison Carrée noch immer von dem großen Reichtum, den die Stadt damals genoss. Die Anlage wurde inmitten eines großen, freien Platzes auf einem Sockel errichtet, wodurch sie sehr gut zur Geltung kommt. Ein besonderer Hingucker sind die 10 Säulen und 20 Halbsäulen, die diesen Tempel schmücken. Bei einem Besuch der Anlage empfiehlt es sich, gut auf die vielen interessanten Details im Giebel, den korinthischen Säulen und den Zierstreifen des Simses zu achten. Genutzt wurde das Maison Carrée im Laufe seiner Geschichte schon auf vielfältige Weise. Es war schon Rathaus, Stallung, Wohngebäude und Sitz des Landesarchivs. Einst wurde es sogar zur Kirche geweiht. Das war vermutlich seine Rettung, denn dadurch sah man davon ab, die Anlage im Zuge der Christianisierung zu zerstören. Dieses Schicksal ereilte die meisten anderen römischen Tempel, da man sich nicht mehr mit dem alten Glauben an die römischen Götter identifizierte und Symbole der alten Religion nicht erhalten wollte.

Heute lädt das Maison Carrée als Museum zu einem Besuch ein. Darüber hinaus stellen hier regelmäßig unterschiedliche Künstler ihre Werke aus. Täglich wird hier außerdem ein Film über die Entstehung der Stadt Nîmes gezeigt. Sir Norman Forster wurde damit beauftragt, gegenüber des Maison Carrée eine moderne Kunstgalerie zu errichten. Heute spiegelt sich daher die alte Tempelanlage in der modernen Fassade der Galerie. Durch den optischen Gegensatz der beiden Gebäude soll der Kontrast der Epochen Antike und Moderne besonders hervorgehoben werden.
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