Dresdner Heide – ein Wald mit Flora, Fauna und Geschichte

Ein Kontrastprogramm zur Besichtigung Dresdens ist ein Ausflug in den Stadtwald „Dresdner Heide“. Der sehenswerte Wald mit malerischen Teichen hat mit violett blühendem Heidekraut nur wenig zu tun. Vielmehr bedeutet in Sachsen und Brandenburg das Wort „Heide“ schlicht „Wald“. Das Waldgebiet, das einst bis Meißen reichte, erstreckt sich heute von Neustadt Richtung Nordosten. Der Wald war schon im 14.Jahrhundert Jagdrevier des Adels. Der Kurfürst ging dort im 16. Jahrhundert auf die Jagd und im 19.Jahrhundert schossen die sächsischen Landesherren dort ihr Wild. Daran erinnern Ortsnamen wie „Saugarten“ oder „Wolfshügel“. Die höchste Erhebung der Heide ist der Dachsenberg (281 Meter). Schon ab Ende des 19.Jahrhunderts wurde der Wald zum Naherholungsgebiet für Städter kultiviert. An den Heiderändern entstanden Kurorte und Bäder an den Gewässern.

Im 52 Quadratkilometer großen Stadtpark sind Rotwild und Wölfe heimisch

Vom Kurcharakter des Waldes zeugt ein beeindruckendes Netz von 100 Kilometern Wander-, Reitwegen und Radrouten. Trotz Abholzung für militärische Zwecke und Straßenbau ist der forstwirtschaftlich genutzte Wald heute noch 52 Quadratkilometer groß. Neben Rotwild, Wildschweinen, Dachs und Marder leben hier sogar wieder Wölfe. 1949 hat die Stadt Dresden die Heide eingemeindet und seit 1967 ist sie Landschaftsschutzgebiet. Neben Wandern, Rad fahren und Reiten können Besucher des Stadtwalds auch klettern: Im ehemaligen Waldbad Klotzsche lädt der Kletterwald dazu ein, sich gut abgesichert an Netzen und Seilen von Baum zu Baum zu schwingen. Im Waldbad Weixdorf können die Ausflügler schwimmen oder sich ein Boot ausleihen. Am Ullersdorfer Stausee wartet eine Hütte mit Tischen und Bänken auf Besucher mit Picknickkörben.

Bergahorn an den Südhängen des Prießnitztals

Der Stadtwald wird von der Prießnitz durchflossen, die in die Elbe mündet. Auf einem 10 Kilometer langen Rundweg ab Bahnhof Dresden-Klotzsche durchs Prießnitztal – an den Südhängen wächst sogar Bergahorn – erreicht man den kleinen Prießnitz-Wasserfall, die sehenswerten Altarme der Prießnitz und die Hofewiese mit der Ausflugsgaststätte von 1800. Die Wanderer kommen auch am Silbersee vorbei, dessen Name durch ein Werk von Karl May inspiriert wurde. Doch dies ist nur einer der zahlreichen Rundwege. Zu weiteren Naturdenkmälern gehören die Rieseneichen, der Olterteich, die Oltersteine sowie Dresdens einziges Moor, das Saugartenmoor. Insgesamt gibt es vier „Saugärten“ in der Dresdner Heide. Früher waren sie ummauerte Wildgehege für Wildschweine, die für Hofjagden dann frei gelassen wurden.

Zu den Kulturdenkmälern werden zwei 3.000 Jahre alte Hügelgräber gerechnet, die davon zeugen, dass in der Bronzezeit schon Menschen in der Dresdner Heide gelebt haben. Neueren Datums sind die vielen kleinen Brücken – ob Bogenbrücke, Nesselgrundviadukt oder Kellersteigbrücke. Das Guido-Hammer-Denkmal erinnert an den gleichnamigen Maler und Illustrator. Auch der Wettin-Obelisk und das König-Albert-Denkmal für den Sachsenkönig liegen am Weg. Sehenswert sind aber auch die alten Gaststätten und Freibäder wie das unter Denkmalschutz stehende Waldbad Langebrück von 1912.

Das historische Wegeleitsystem der Heide

Beim Durchstreifen der Dresdner Heide fallen den Besuchern seltsame rote Zeichen auf weißem Grund an Bäumen oder auf Steinen am Wegesrand auf. Der Wald hat neben einem modernen Wegeleitsystem ein historisches, alphanumerisches System, das aus Ziffern, Buchstaben und Symbolen besteht. Man nimmt an, dass schon in frühesten Besiedelungszeiten Pfade durch den Wald führten. Im Lauf der Geschichte wurde das Wegenetz des Waldes immer komplexer. Von Anbeginn wurden zur Orientierung einfache Symbole in die Baumrinden geschnitzt. Später schnitten „Waldzeichenschneider“ Fenster in die Rinde, ritzten das entsprechende Zeichen hinein und färbten es anschließend rot. Das sollen die Anfänge einer ersten Vermessung und Kartografierung des Gebiets gewesen sein. Ihren Höhepunkt erreichten die Wegweiser unter der kurfürstlichen Ägide im 16. Jahrhundert. Man brauchte die Zeichen für die Jagd. Sehr viel später erregten die Wegmarken kaum noch Aufmerksamkeit. Ab 1980 wurde sogar deren Entfernung erlaubt. Aber 1985 machten Freunde der Dresdner Heide sich dafür stark, die alten Zeichen zu rekonstruieren – was erfolgreich gelang. Community: 0 Bewertungen
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