Die Giralda – vom Minarett zum Glockenturm

Sevilla. Das klingt nach Flamenco, riecht nach Sonne und schmeckt nach Tapas. Die Stadt hat so einiges an Superlativen zu bieten. So ist sie die viertgrößte Metropole Spaniens, die Hauptstadt von Andalusien und hat einer Legende zufolge einen berühmten Gründer. Der griechische Held Herakles soll beim Bau seine Hand im Spiel gehabt haben. Natürlich lässt sich das nicht belegen. Sollte aber nur ein Fünkchen Wahrheit dahinter stecken, hätte der Halbgott den Grundstein für eine außergewöhnlich schöne Stadt gelegt, die mehr als ein attraktives Ziel für Klassenfahrten ist.

Unübersehbarer Turm in der Altstadt

Ein geschichtsträchtiges Kleinod in der malerischen Altstadt von Sevilla ist die Giralda, Teil der berühmten Kathedrale von Sevilla. Zwar kann man sich in den verwinkelten Gassen verlaufen. Man verliert jedoch nie den Blick auf die Giralda, dieses wunderschöne Minarett. Die Basilika selbst ist eine der größten der Welt und gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Seit 1987 ist sie Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Das hat sie nicht zuletzt der Giralda zu verdanken, dem schillernden Wahrzeichen Sevillas.

Rampen statt Treppen

Schillernd ist auch Geschichte der Giralda. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts eroberten die Almohaden, eine muslimische Berberdynastie aus Marokko, die Stadt Sevilla und begannen mit einer regen Bautätigkeit. So entstand 1147 eine Moschee mit der Giralda als Hauptminarett, dessen mit vier goldenen Zierkugeln besetzten Laternenaufsatz in der Sonne leuchteten. Die Kugeln gingen später infolge eines Erdbebens verloren. Auf der Spitze des Minaretts thronte ein Laternenaufsatz. Lange galt das Minarett mit 97,5 Metern als höchster Turm der Welt. Aber weitaus interessanter als die Höhe, ist das Innenleben. Normalerweise führen bei einem Minarett Treppen nach oben, von wo dann der Gebetsruf des Muezzins erschallt. Statt Treppen verfügt die Giralda jedoch über 35 breite Rampen. Eine Sonderanfertigung auf Wunsch des Sultans, damit er mit seinem Pferd nach oben reiten konnte.

Abriss und Wiederaufbau

Nachdem die Christen die Stadt 1248 zurückerobert hatten, wurde die Moschee als Kirche Santa Maria la Mayor zunächst weiter genutzt. Im 15. Jahrhundert ereilte sie jedoch das Schicksal vieler Moscheen: Sie wurde abgerissen. Lediglich die Giralda überlebte. Auf den Trümmern der ehemaligen Moschee entstand die spätgotische Kirche Santa María de la Sede. Sie ist bis heute Bischofskirche des Erzbistums Sevilla und die größte gotische Kirche der Welt.

Integriert und umgebaut

Während des Neubaus der Kathedrale wurde auch die Giralda umgebaut, um sie in das neue Gotteshaus zu integrieren. Der untere Teil blieb stehen und ist ein überzeugender Beweis maurischer Baukunst. Der Aufbau erfolgte im Stil der Renaissance. Trotz aller Gegensätze gelang es, ein architektonisch gelungenes Gesamtbild zu schaffen. Der ehemalige Laternenaufsatz wich 1568 einem 32 Meter hohen Aufsatz, in dem 27 Glocken untergebracht sind. So wurde aus dem Minarett ein Glockenturm. Auf dem Turm steht eine vier Meter hohe Frauengestalt aus Bronze. Die Statue trägt eine Tunika und hält einen Palmenzweig in der einen Hand, in der anderen einen eine Fahnenstange, die mit einem Kreuz abschließt. Dort weht eine Kriegsflagge. Ein Hinweis auf den Sieg des Christentums über den Islam. Inspiriert wurde die Statue vermutlich durch die griechische Göttin Pallas Athene und die römische Göttin Minerva. Von den Einheimischen wird die Statue liebevoll als Giraldillo bezeichnet.

Kopien in aller Welt

Die Schönheit der Giralda hat Architekten aus aller Welt fasziniert und zu Nachbauten inspiriert. In Spanien findet man eine Kopie in L'Arboç del Penedés in Tarragona. In der Provinz Sevilla steht eine Nachahmung an der San Pedro Kirche in Carmona. Als gelungenste Reproduktion gilt die Giralda in einem Einkaufszentrum in Kansas City in den USA. Community: 0 Bewertungen
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