Polnisches Theater in Breslau


Von der historischen schlesischen Stadt Breslau, dem heutigen polnischen Wroclaw, heißt es, sie sei eine Mixtura aus böhmischen, preußischen und polnischen Eigenschaften. Sie hat nach den Wirren ihrer wechselvollen Geschichte die klassische Moderne in ihrem Erscheinungsbild wiederentdeckt und ist seit jeher ein Nabel des kulturellen Schaffens am Oberlauf der Oder. Das Polnische Theater ist in Breslau bei jeder Klassenfahrt oder Studienreise ein interessantes Ziel und so etwas wie ein Sinnbild der Schauspielkunst.

Ein großes Theater mit drei Bühnen

Dieses Theater, das sich seit jeher eines vielfältigen Spielplans verpflichtet fühlt, leistet sich gleich drei Bühnen. Da gibt es nicht nur das Hauptgebäude in der Zapolska Straße 3, das im 17. Jahrhundert ursprünglich als Ballhaus, diente sondern auch die Kleine Bühne in der Swidnicka-Straße 28 und die Bühne "Na Swiebodzkim", das im Gebäude des Bahnhofs Swiebodzki am Orlat Lwowskich-Platz untergebracht ist. Die Zentrale des Polnischen Theaters in Breslau wurde vor dem Ersten Weltkrieg von dem Berliner Architekten Walter Hentschel entworfen und entstand dank der Initiative des vermögenden Kaufmanns Paul Auerbach. Das Teatr Polski wurde am 11. Januar 1949 gegründet, und seine Bretter wurden fortan zur Bühne der besten polnischen Schauspieler.

Schuch und das "Privilegium Privativum"

Wer bei einem Besuch des Polnischen Theaters in Breslau im Rahmen einer Studienreise nach dessen Wurzel sucht, der muss im Geschichtsbuch weit zurückblättern. Denn die Ursprünge des Hauses reichen bis ins Jahr 1677, als dieses Haus der Bevölkerung noch nicht als Musentempel diente, sondern als Stätte diverser Ballsportarten. Dies war in erster Linie eine überdachte Stätte für Reiterspiele. Doch dann kreuzte im Jahr 1742 in Breslau eine Schauspieltruppe aus Wien auf. Sie stand unter der Leitung von Franz Schuch, den man den "Älteren" nannte, weil später auch sein Sohn seine Sympathien für die Schauspielkunst entdeckte und in der Stadt tätig war. Schuch erhielt für seine Truppe durch die Stadt Breslau das "Privilegium Privativum" und ließ auf dem Grundstück der "Kalten Asche" ein Theater errichten. Seine Schauspieler waren fleißig und gaben zwischen 1755 und 1764 zahlreiche Vorstellungen.

Ein Haus mit Platz für 1.736 Besucher

Bei einer Visite des Polnischen Theaters Breslau haben die Teilnehmer einer Klassenfahrt oder einer Schulfahrt Gelegenheit, sich im Rahmen einer Führung intensiv mit der Geschichte des Hauses zu beschäftigen. Und sie werden dabei erfahren, dass das Theater bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts seine Blütezeit erlebte und dass man sich dank der Unterstützung eines Aktienvereins dem Schauspiel und der Oper widmen konnte. Zwei Jahre lang war dort der erst 17 Jahre alte Carl Maria von Weber als Kapellmeister tätig. Sein architektonisches Gesicht veränderte das Theater nach dem Umbau im frühen 20. Jahrhundert. Es wurde technisch auf ein höheres Niveau gehoben, war dem Zweck entsprechend nunmehr funktionell und bot Platz für 1.736 Besucher. Da das Musiktheater hoch in Mode stand, war dies nun auch eine Stätte der Operette und des Singspiels.

Ein Feuer zerstörte den Zuschauerraum

Den Zweiten Weltkrieg überstand auch dieses Gebäude in Breslau nicht schadlos. Die deutsche Theatergeschichte war in dieser Stadt durch die Inbesitznahme des Landes durch die Volksrepublik Polen beendet worden, doch nach der Wiedereröffnung des Theaters war es wieder ein Mittelpunkt des kulturellen Schaffens in Wroclaw. Die Teilnehmer einer Schulfahrt werden in Breslau aber auch von einer Schreckensnacht erfahren. In den Stunden zwischen dem 18. und 19. Januar 1994 zerstörte ein Feuer den Zuschauerraum, und es dauerte zwei Jahre, bis das Polnische Theater wieder mit einem neuen Ensemble die Produktion beginnen konnte. Es widmet sich heute einer bisher unbekannten Art des modernen Dramas und inszeniert international beachtete Produktionen.
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