Beispielbild © unsplash.com
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Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven

Ein echtes Erlebnismuseum ist das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven, das sich der Geschichte der Aus- und Einwanderung widmet. Hier stehen vor allem Schicksale von Menschen im Vordergrund, die im 19. und 20. Jahrhundert ihre Heimat verlassen mussten und im Bremerhavener Hafen ein Schiff nahmen, um ins Unbekannte aufzubrechen. Sie finden auf einer Fläche von über 3.000 m² multimediale Szenarien, mit originalgetreuen Rekonstruktionen von Schauplätzen, die die Stimmung und Ängste bei der Auswanderung emotional vermitteln, mit Kontroll- und Warteräumen, Auswanderbaracken und düster gestalteten Schiffsräumen. In der Gruppe gelingt das Erlebnis „Geschichte“ besonders hautnah. Die personalisierte Reise findet mit einem Boarding Pass statt. Auch ist es möglich, Ahnenforschung zu betreiben, um nach eigenen Vorfahren zu suchen.

Geschichte und Hintergrund des Museums

Um die Stadtgeschichte Bremerhavens zu bewahren und für viele Menschen sichtbar zu machen, wurde das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven 2005 eröffnet und konzentrierte sich zu dieser Zeit noch stark auf die Auswanderung im 19. Jahrhundert. Etwa 7 Millionen Menschen nutzten den Hafen, um in die Weite aufzubrechen, darunter nach Amerika, Australien und Brasilien. Bis dahin gab es in Deutschland kaum öffentliche Orte, die sich mit der deutschen Auswanderungsgeschichte befassten und die Begleitumstände erlebbar machten. Zusammen mit der Stadt Bremerhaven und späteren Stiftungen sorgten der Förderverein Deutsches Auswanderermuseum und der Initiativkreis Erlebniswelt Auswanderung für die Verwirklichung und den Ausbau.

Seit 2012 richtete sich der Fokus auch vermehrt auf die Einwanderung nach Deutschland. Es entstand ein zweiter großer Bereich, der von der heutigen Zeit bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Während damals Hugenotten, Gastarbeiter und Spätaussiedler nach Deutschland fanden, sind es heute Flüchtlinge und Migranten. Unabhängig davon, ob Sie sich mehr für die Aus- oder Einwanderung interessieren, ist das Museum bewusst emotional gestaltet. Sie spüren die Ängste und Verzweiflung, die Enge des Zwischendecks auf den Schiffen und die Atmosphäre in den Häfen. Der Rundgang dauert etwa zwei bis drei Stunden und gestattet die hautnahe Erfahrung in einem abwechslungsreichen Programm.

Die Dauerausstellung als Erlebniswelt

Sie können sowohl in den Moment der Abfahrt aus Deutschland eintauchen als auch die Ankunftssituation in der Neuen Welt erleben. Geboten sind realistisch rekonstruierte Schauplätze und Räume, die einzelne Szenen zeigen, darunter den belebten Kai, dunkle und enge Gassen, alte Plakate und Figuren mit Koffern und Taschen. Ausgestellt sind Fotos und Collagen der einstigen Häfen und Schiffe. In den großen Hallen gibt es Holzkisten, Fässer und Gepäckkarren zu sehen, mit Menschen, die die originale historische Kleidung tragen. Dazu hören sie Hafen- und Schiffsgeräusche. Besonders gelungen ist das Interieur auf den Schiffen, mit stickigen Schlafräumen und dreistöckigen Etagenbetten. Figuren zeigen, wie die Menschen damals in den engen Kabinen zwischen aufgehängter Wäsche zurechtkommen mussten. Das Gefühl der Klaustrophobie während der langen Überfahrt ist gut nachzuvollziehen.

Gezeigt wird auch die Ankunft in der Neuen Welt. In großen Hallen werden Sie mit den Kontrollpunkten und Wartesälen konfrontiert, sehen Einwanderungsstationen mit Figuren, die in Schlangen stehen, ihr Gepäck an sich drücken und von Beamten kontrolliert werden. Zeitzeugen berichten, dass die Durchsuchung sehr aufwendig und unangenehm war. Auch die Zeit danach wird dargestellt: die Arbeitssuche in den New Yorker Straßen, der Kampf um ein Einkommen und das mühselige Leben als Einwanderer, wie es so viele Menschen in Kriegszeiten erfahren haben.

Galerie der Biografien: Echte Menschen und ihr Schicksal

Einen Höhepunkt bildet der Salon der Biografien, ein dunkler, emotional aufgeladener Raum, an dessen Wänden unzählige Namen zu lesen sind und Schubladen voller Briefe, Fotos, persönlicher Dokumente und Objekte davon berichten, wer auf der Flucht in ein anderes Land war. Die Fundstücke sind in Vitrinen ausgestellt und sehr berührend. Dazu ist die Nutzung interaktiver und multimedialer Elemente möglich. Das umfasst Audio-Stationen, Filme und Bereiche, die eine aktive Beteiligung gestatten. Ebenso interessant ist der Saal der Debatten, mit aktuellen Integrationsfragen. Hinzu kommen wechselnde Sonderausstellungen, die sich auf bestimmte Momente der Ein- und Auswanderung konzentrieren und Parallelen mit der heutigen Situation herstellen. Community: 0 Bewertungen
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