Katyn-Museum in Warschau: Katyn-Morde werden lebendig

Zu einer Klassenfahrt nach Warschau gehört unbedingt auch ein Besuch des Katyn-Museums. Auf dem Gelände der Zitadelle Warschau wird eines der dunkelsten Kapitel der polnischen Geschichte beleuchtet: Die sogenannten Katyn-Morde im Jahr 1940. Hier wurden auf Anweisung des russischen Geheimdienstes in einem Wald in der Nähe des russischen Dorfes Katyn bei Smolensk etwa 4.000 gefangene polnische Offiziere und Intellektuelle ermordet. Die Aufdeckung dieses Massakers ist immer noch nicht abgeschlossen. Eindrucksvoller und anschaulicher als mit einem Besuch im Katyn-Museum können Sie den Geschichtsunterricht tatsächlich nicht gestaltet werden. Zumal dieses Thema im Unterricht nur am Rande behandelt wird. Zu finden ist das moderne Museum, das im Jahr 1993 eröffnet wurde, seit 2015 in der Warschauer Zitadelle. Jährlich wird das Museum, das von der polnischen Armee betrieben wird, von mehreren tausend Menschen aus der ganzen Welt besucht.

Eintauchen in die Geschehnisse von 1940

Im Katyn-Museum werden die Hintergründe des Massakers, das für viele Menschen in Polen noch immer ein großes Trauma darstellt, äußerst eindrucksvoll dargestellt. Im Vordergrund der Dauerausstellung steht vor allem der Umgang mit der Wahrheit im zweiten Weltkrieg. Die Auseinandersetzung mit den Ereignissen erfolgt in zwei Teilen. Im ersten Teil der Ausstellung werden die Geschehnisse von 1940 noch einmal lebendig – unter anderem mit persönlichen Gegenständen aus den zahlreichen Massengräbern, die mit Hintergrundinformationen versehen sind. Untergebracht sind die Exponate im Keller des Museums in militärischen Holzkisten, was die bedrückende Wirkung der Ausstellung noch einmal verstärkt. Außerdem befindet sich in diesem Teil der Ausstellung ein riesiges Epitaph, auf dem in insgesamt 15 Tafeln die Namen aller Ermordeten eingraviert sind. Der zweite Teil des Museums beschäftigt sich mit den Hintergründen der Katyn-Morde. Mit Hilfe von Fotos und Filmen wird man in diese Zeit versetzt und kann anschaulich verstehen, was damals passiert ist. Verstärkt wird dieses beeindruckende Eintauchen in die polnische Historie des 2. Weltkrieges auf dem 2,5 Hektar großen Außengelände, das das Museum umgibt. Hier wurden ein militärischer Appellplatz sowie ein symbolischer Wald mit einem großen Holzkreuz aufgebaut. Vor der Mauer der Zitadelle befindet sich die zwei Tonnen schwere Katyn-Glocke auf einem speziellen Gerüst, die ebenfalls äußerst sehens- und auch hörenswert ist. Die Glocke ist mit einem polnischen Adler versehen und von innen beleuchtet.

Museumsbesuch mit privatem Stadtführer empfohlen

Da die Beschriftung der Exponate überwiegend auf Polnisch erfolgt ist und das Museum über keinen eigenen Museumsführer verfügt, empfiehlt es sich, beim Besuch des Katyn-Museums die Dienste eines privaten Stadtführers zu nutzen. Natürlich können Sie das Museum mit Ihrer Klasse auch „auf eigene Faust“ besuchen. Für die Ausstellung sollten sie etwa 90 Minuten einplanen.


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