Ceský Krumlov

Der Fluss und das Salz begünstigten die Entstehung der Stadt im 13. Jahrhundert

Die bei älteren Menschen auch noch unter dem einstigen deutschen Namen Böhmisch Krumau bekannte Kleinstadt Český Krumlov zählt aktuell gut 13.000 Einwohner und liegt beiderseits des Flusses Moldau in der tschechischen Region Jihočeský kraj (Südböhmen) unweit der Grenzen zu Bayern in Deutschland und dem Mühlviertel in Oberösterreich. Die Moldau gab als viel genutzter Transportweg für Waren aller Art sowie speziell das aus der Gegend rund um Linz kommende Salz den Ausschlag für die spätere Gründung der Stadt. An einer Furt des Flusses wurde Mitte des 13. Jahrhunderts eine Burg namens „Crumlov“ errichtet, die als historische Keimzelle einer 1274 erstmals urkundlich erwähnten Siedlung gilt. In den folgenden Jahrhunderten profitierte die schnell wachsende Stadt von ihrer Lage an den Handelsstraßen nach Österreich sowie vom Handwerk und dem Abbau von Silber. Im 19. und bis zum frühen 20. Jahrhundert war die Stadt der Verwaltungssitz des Bezirks Krumau im Königreich Böhmen des Habsburgerreiches Österreich-Ungarn.

Zum Welterbe der UNESCO ernannt

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kam es 1918 zu steigenden Spannungen zwischen der deutsch-österreichischen und der tschechischen Bevölkerung. 1919 wurde Krumau mit dem Vertrag von Versailles der zuvor neu gegründeten Tschechoslowakei zugesprochen. Ab 1938 - nach der deutschen Annexion des südwestlichen Böhmens - gehörte Krumau zum sog. „Reichsgau Oberdonau“. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 und im Laufe der 1950er-Jahre wurden die deutschsprachigen Einwohner der Stadt mehrheitlich vertrieben. In der Zeit der kommunistischen „CSSR“ bis 1990 verfiel die historische Bausubstanz Krumaus zusehends. Ab 1963 wurde die Altstadt jedoch unter Denkmalschutz gestellt und somit vor weiterem Verfall bewahrt. Seit 1992 ist das Zentrum Teil des UNESCO-Welterbes. Durch die Lage nahe der deutschen und österreichischen Grenze hat sich Český Krumlov seither immer mehr zum beliebten, sehenswerten sowie geschichtlich und kulturell interessantem Ausflugsziel auch für Schulklassen entwickelt. Vor Ort sowie in der Umgebung der Stadt können zahlreiche Attraktionen und Sehenswürdigkeiten besichtigt werden.

Die ereignisreiche Geschichte der Stadt ist hier an jeder Ecke anschaulich präsent

Zu einem Besuch laden etwa das Folter-, Moldavit- und Wachsfigurenmuseum sowie das Grafit-Schaubergwerk ein. Die meisten Besucher zählt jedoch die ca. zehn Hektar große Anlage von Schloss Krumau. Auf dem Gelände oberhalb der Stadt liegt auch die häufig fotografierte Mantelbrücke aus dem 15. Jahrhundert und das 1760 im barocken Stil erbaute Schlosstheater. Das Interesse der Schüler am Schloss lässt sich ggf. mit dem Hinweis auf den dort 1988/89 gedrehten Märchenfilm „Sieben auf einen Streich“ in Anlehnung an die Erzählung „Das tapfere Schneiderlein“ wecken. Ebenso zur Besichtigung mit großen Gruppen geeignet sind das seit 2015 als Museum genutzte einstige Minoriten- und Klarissenkloster aus dem 14. Jahrhundert, das denkmalgeschützte Renaissancegebäude des städtischen Rathauses aus dem späten 16. Jahrhundert sowie die Mariensäule von 1716 auf dem umliegenden Marktplatz. Gleich um die Ecke und nur einige wenige Schritte entfernt liegen die St.-Veit-Kirche und das Regionalmuseum mit ca. 34.000 Exponaten sowie die gepflegte kleine grüne Parkanlage „Městské sady“ an der Moldau und das Museum des Fotoateliers Seidel.

Kunst und Gräber, Berge und Sterne, Dörfer und Klöster, Burgen und Musik

Aus dem Kunstunterricht kennen die Schüler vielleicht das örtliche, 1992 in der früheren Stadtbrauerei eröffnete „Egon Schiele Art Centrum (ESAC)“ samt Galerie und Museum zu Leben und Werk des berühmten österreichischen Malers. Dort finden auch oft wechselnde Ausstellungen mit klassischer und zeitgenössischer Kunst statt. Die lange Geschichte der jüdischen Bevölkerung der Stadt lässt sich auf dem gut erhaltenen Jüdischen Friedhof von 1890 und in der Synagoge von 1908/09 erahnen. Etwas außerhalb von Český Krumlov liegt die Sternwarte „Hvězdárna Kleť“ auf dem 1.083 Meter hohen Berg Kleť im Blansker Wald. In dieser auch als Wandergebiet beliebten Gegend befinden sich außerdem so schöne Ziele wie das ebenfalls als UNESCO-Weltkulturerbe gelistete Dorf Holašovice bei Budweis, das ehemalige Kloster Zlatá Koruna (Goldenkron) aus dem 13. Jahrhundert sowie die Burgruine Dívčí Kámen auf dem Gemeindegebiet von Křemže. Besonders gut besucht ist Český Krumlov in der Regel während des seit 1992 alljährlich veranstalteten „Internationalen Musikfestivals“ im Juli und August.
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