Cressing Temple in der Grafschaft Essex

Cressing Temple ist ein historisches Anwesen in der ostenglischen Grafschaft Essex, dessen älteste Gebäude aus dem frühen 13. Jahrhundert stammen. Der Ort liegt etwa 70 Kilometer von London entfernt zwischen den Städten Braintree und Witham. Das exzellent erhaltene Gebäudeensemble von Cressing Temple ist ein eindrucksvoller Spiegel englischer Geschichte und bietet spannende Einblicke in den Alltag unterschiedlicher Epochen.

Cressing Temple – eine aufregende Zeitreise durch acht Jahrhunderte

Seinen Namen verdankt Cressing Temple dem sagenumwobenen Templerorden, in dessen Besitz das Anwesen über fast zwei Jahrhunderte war. Mathilda von Boulogne, die Frau des damaligen englischen Königs Stephan, hatte dem Orden das Land im Jahr 1136 geschenkt. Damit war Cressing Temple eines der ersten und zugleich größten Besitztümer der Templer auf britischem Boden. Schnell entwickelte sich das Anwesen zu einem florierenden landwirtschaftlichen Gut, mit dessen Einnahmen der Orden Kreuzzüge ins Heilige Land finanzierte.

Aus dieser Zeit stammen die beiden großen Scheunen, die heutigen Wahrzeichen von Cressing Temple. Die zwischen 1200 und 1220 errichtete Barley Barn (Gerstenscheune) sowie die 1260 erbaute Wheat Barn (Weizenscheune) sind mit 38 Metern Länge, 13 Metern Breite und 13 Metern Höhe eindrucksvolle Zeugnisse mittelalterlicher Holzbaukunst. Die denkmalgeschützten Scheunen zählen zu den ältesten noch erhaltenen Holzbauten der Welt. Im Jahr 1987 wurden die Gebäude akribisch restauriert.

Mit Auflösung der Templer ging das Anwesen 1309 in den Besitz des Johanniterordens über. Nach der Säkularisierung durch Heinrich VIII. war das Gut ab 1541 im Eigentum weltlicher Adliger. Bis in die 1970er Jahre wurde Cressing Temple von wechselnden Besitzern bewirtschaftet.

Geschichte zum Anfassen

Im Lauf seiner bewegten Vergangenheit kamen immer wieder neue Bauwerke zu dem Gebäudeensemble hinzu. Aus diesem Grund finden sich auf dem Gelände heute Spuren verschiedenster Epochen, vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert.

Neben den mittelalterlichen Großscheunen beherbergt der Komplex ein im 16. Jahrhundert erbautes Farmhaus im Tudor-Stil sowie einen Getreidespeicher, ein Brunnenhaus und Stallungen aus derselben Zeit. Aus dem 18. Jahrhundert stammen das Backhaus und der Wagenschuppen, in dem heute alte Landmaschinen und Kutschen gezeigt werden.

Die liebevoll gestaltete Innenausstattung der Gebäude mit zeitgenössischen Gerätschaften und Einrichtungsgegenständen lässt erahnen, wie hier früher gelebt und gearbeitet wurde. Die Ausstellung bietet außerdem einen Überblick über die Geschichte des Anwesens und erklärt die Besonderheiten der Fachwerkbauweise. Eine Vielzahl an Exponaten, die bei archäologischen Ausgrabungen auf dem Gelände gefunden wurden, lassen die Besucher in das Leben vergangener Zeiten eintauchen.

Die Gebäude sind eingebettet in eine großzügige Gartenanlage, die sich auch ideal für ein Picknick eignet. Eine Besonderheit ist der Walled Garden, ein von einer Mauer aus dem 16. Jahrhundert umschlossener Garten, der nach historischen Aufzeichnungen originalgetreu rekonstruiert wurde. Im Stil eines Tudor-Gartens mit imposantem Springbrunnen und kunstvollen Buchsbaumhecken angelegt, spiegelt der Walled Garden den Zeitgeschmack der Elisabethanischen Ära wider. Angebaut werden Zier-, Heil- und Nutzpflanzen, die in den Gärten der damaligen Zeit zu finden waren. Zahlreiche Infotafeln erläutern Wissenswertes über die Eigenschaften der Gewächse und ihre Verwendung.

Interaktives Lernen mit allen Sinnen

Dank seiner bewegten Geschichte und des guten Erhaltungszustands lässt sich bei einem Besuch in Cressing Temple Wissen aus vielzähligen Themenfeldern anschaulich vermitteln. Mögliche Anknüpfungspunkte reichen von der Historie der Kreuzzüge über englische Geschichte und Landeskunde hin zu Architektur- und Gartenbaugeschichte. In den Gartenanlagen lassen sich Themen aus der Biologie und Pflanzenkunde perfekt vertiefen. Nicht zuletzt können Schülerinnen und Schüler beim Erkunden der Ausstellung ihre englischen Sprachkenntnisse praktisch anwenden und spielerisch ihren Wortschatz erweitern. Zum Abschluss der Besichtigungstour lädt ein Café zum typisch englischen Nachmittagstee ein. Community: 0 Bewertungen
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