Zeche Zollern in Dortmund

Dunkel ist es hier und an manchen Stellen so eng, dass sich die Teilnehmer einer Klassenfahrt oder einer Studienreise zuweilen die Frage stellen, wie es denn eigentlich mit ihren räumlichen Ängsten bestellt ist. Wer die Zeche Zollern in Dortmund besichtigt, der bekommt sehr anschaulich und wohl auch schweißtreibend Einblicke in die ehemalige berufliche Alltagswelt der Kumpel unter Tage. Dies ist ein stillgelegtes Steinkohlebergwerk im Nordwesten der Stadt Dortmund und eine Art Musterzeche der Gelsenkirchener Bergwerks-AG. Die Zeche Zollern ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Arbeitswelt unter Tage, und wer sich als Lehrer für ein solches Ziel entscheidet, der darf sich des Beifalls wohl aller bei einer Schulfahrt sicher sein.

Ein Flöz mit dem Namen "Präsident"

Die umfangreiche Anlage im Dortmunder Stadtteil Bövinghausen blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Hier wurde bereits am 1. August 1898 der erste Spatenstich für den Bauch der Schachtanlage Zollern II gelegt. Ursprünglich war auf dem Gelände lediglich ein bis dahin fehlender Wetterschacht für die benachbarte Zeche Zollern I geplant, doch - wie so oft im "Kohlenpott" - trafen die Geologen nach und nach auf Fettkohle-Flöze, die einen hohen Gewinn versprachen. So entschieden sich die Betreiber für den weiteren Ausbau der bestehenden Zeche. Bei einer Besichtigung des heutigen Museums werden die Mitglieder einer Klassenfahrt oder Studienreise auch den Namen dieses vielversprechenden Kohle-Flözes erfahren. Man taufte den Fund auf den Namen "Präsident".

Die Besucher sind "Kumpel auf Zeit"

Inzwischen sind unter dem Dach des Westfälischen Landesmuseums für Industriekultur nicht weniger als acht ehemalige Zechenanlagen vereint. Sie alle faszinieren durch ihren besonderen Charme, und wer bei einer Besichtigung der Zeche Zollern hinabsteigt in das sogenannte "Montanium", der wird bei dieser Studienreise ganz sicher völlig neue Eindrücke gewinnen. Vor allem junge Menschen, die sich dort im Rahmen ihrer Schulfahrt einfinden, werden das "Montanium" als ein Highlight ihrer Reisen einordnen. Dort wird unter Tage die Geschichte des Bergbaus eindrucksvoll den Besuchern näher gebracht. Hier sind alle Teilnehmer so etwas wie "Kumpel auf Zeit". Intensiviert wird diese Begegnung mit den Arbeitsprozessen der Bergleute durch Projektionen und durch Soundeffekte. Seit etlichen Jahren dient die Zeche Zollern auch als Kulisse des Freien Theaters "Fletch Bizzel", das dort alljährlich die beliebten "Geisterabende" in Szene setzt.

Zahlreiche Schmuckstücke der Industriekultur

Sehenswert ist neben dem "Montanium" auch die Maschinenhalle, die ursprünglich abgebrochen werden sollte und dann im Rahmen dieses Museums unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Halle steht unter dem Patronat des Deutschen Bergbaumuseums in Bochum. Zu dieser Anlage zählen die einstige Kohlestation und der Zechenbahnhof sowie ein begehbares Fördergerüst. Umfangreich ist im Bahnhof der Zeche Zollern auch die imposante Sammlung von Eisenbahnfahrzeugen aus verschiedenen Industrie-Epochen. Zu den Prunkstücken zählt die historische Dampflok "97" der ehemaligen Schmalspur-Werkbahn der Westfalenhütte. Seit dem Jahr 1999 ist das Angebot an interessanten Schaustücken um eine Dauerausstellung bereichert. In der "Musterzeche" erfährt der Besucher Interessantes und Erstaunliches aus der Kulturgeschichte des Ruhrgebiets. Besonders am Herzen lag den Initiatoren der Zeche Zollern in Dortmund die Forschung zu den ausgestellten Objekten. Die Ergebnisse flossen ein in zahlreiche Publikationen. Die zusammen getragenen Zeugnisse aus der Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet formten ein Schmuckstück der Industriekultur dieser Region. Dabei wurde insbesondere Wert darauf gelegt, dass bei aller zur Schau gestellten Technik vor allem der Mensch im Mittelpunkt stand. Und damit das Leben und Schaffen der Bergleute. Noch immer leben etliche von ihnen in der Umgebung "ihrer" Zeche. Mit ihren Erzählungen geben sie einen wichtigen Beitrag zum Erlebnis der Zeche Zollern.
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