Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Auch am letzten Förderturm des "Kohlenpotts" stehen inzwischen alle Räder still. Das "Schwarze Gold" hat ausgedient, doch die Erinnerung an eine lange Ära des Ruhrgebiets wird weiter leben. Und damit auch künftige Generationen einen Eindruck davon erhalten, wie mühsam es war, unter Tage im Bergbau zu arbeiten, gibt es nun Museen. Das größte dieser Art ist das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum, und wer dort im Rahmen einer Klassenfahrt oder einer Studienreise weilt, der darf sich auf spannende und nachhaltige Erlebnisse freuen. Für die Kumpel ist, wie sie sagen, "Schicht im Schacht", doch die Informationen, die dieses interessante Museum in Bochum vermittelt, sollen der Nachwelt erhalten bleiben. Dies ist Geschichte zum Anfassen. Eine Geschichte, die der Legende zufolge mit einem Hirtenjungen begann, der eines Morgens feststellte, dass die schwarzen Steine, die er am Abend entzündet hatte, noch immer brannten.

Einst zählte man im "Kohlenpott" 600 Zechen

Angeblich waren es bereits die Römer, die den Wert dieses Brennmaterials erkannten, und die ersten Hinweise, dass an Rhein und Ruhr Kohle gefördert wurde, datiert aus dem 13. Jahrhundert. Während der Epoche der Industrialisierung in Deutschland zählte man im "Kohlenpott" nahezu 600 Zechen. Sie veränderten die Landschaft und bescherten den Bergleuten ein gutes Auskommen sowie der gesamten Region des Westens Wohlstand. Geblieben ist die Erinnerung und mit der Einrichtung des Deutschen Bergbau-Museums in Bochum ein Muster von großem Wert. Mit rund 400.000 Besuchern ist es das weltweit größte Museum, das die Geschichte der Steinkohleförderung erzählt. Seine Anfänge gehen zurück auf die Sechzigerjahre des 19. Jahrhunderts. Die Westfälische Berggewerkschaft machte sich für eine ständige Ausstellung stark und nutzte die gesammelten Utensilien zum Unterricht für den Nachwuchs. Zu einem geschichtlichen Museum wurde die Anlage schließlich am 1. April 1930 und wurde mit einem Gründungsvertrag aufgewertet. 1976 ist dies das Deutsche Bergbau-Museum.

Intensive Eindrücke vom Alltag der "Kumpel"

Da sich die Kohleförderung unter Tage abspielte, werden die Teilnehmer einer Schulfahrt oder Studienreise unter die Erde geführt. Allerdings nur bis zu einem Anschauungsbergwerk in zwanzig Meter Tiefe. Immerhin vermittelt ein Simulator bei der Seilbahn das Gefühl, als führe man mehr als tausend Meter in die Tiefe. Sogar die Temperaturen sind den einstigen Bedingungen der Bergleute nachempfunden. Hier kommt man auf einer Gesamtstrecke von rund 1.200 Metern dem Alltag der "Kumpel" auf der ehemaligen Bochumer Zeche Germania sehr nahe. Als eines von acht Museen unter dem Patronat der Leibniz-Gemeinschaft widmet sich das Museum auch der Montan-Archäologie. Im Jahr 2009 wurde der sogenannte "Schwarze Diamant" eröffnet. Die Sonderausstellung ist ein Bauwerk, das mit einer tiefschwarzen Fassade bei der Sonneneinstrahlung intensiv glitzert.

Ein sieben Tonnen schweres Relikt der Karbonzeit

Die Teilnehmer einer Klassenfahrt oder Schulfahrt werden auf einer Gesamtfläche von 12.000 Quadratmetern einige interessante Ausstellungsstücke sehen. Unter anderem einen durch Wurzeln verzweigten Rest des Stammes eines Schuppenbaums, der in den Steinkohleschichten des Piesbergs vor den Toren der Stadt Osnabrück entdeckt wurde. Dieser Stamm ist rund sieben Tonnen schwer und damit eines der größten Objekte aus der Karbonzeit. Aber auch die historische Brikettpresse aus dem Jahr 1901 dürfte bei den Schülern auf reges Interesse stoßen. Sie hatte ein Leistungsvolumen von immerhin 4,2 Tonnen Brikett pro Stunde. Im Maschinenkeller des Deutschen Bergbau-Museums in Bochum befinden sich etliche Maschinen, die wegen ihrer enormen Gewichte nicht in den oberen Stockwerken untergebracht werden können. Seit dem Jahr 1995 ist auch die Nachbildung des letzten deutschen Grubenpferdes namens "Tobias" im Anschauungs-Bergwerk zu sehen.
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