Beispielbild © pixabay.com
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Museum für Vorgeschichte „Paolo Graziosi“ in Florenz

Ausstellung prähistorischer Funde in chronologischer Reihenfolge und nach Schwerpunkten

Eine umfangreiche Sammlung archäologischer Funde aus der Toskana sowie aus Italien, Europa, Afrika und Asien präsentiert das Museo Fiorentino di Preistoria „Paolo Graziosi“. Das Museum für Vorgeschichte, benannt nach dem italienischen Prähistoriker, Archäologen und Anthropologen Paolo Graziosi, vergegenwärtigt die kulturelle Entwicklung des Menschen anhand prähistorische Fundstücke und Artefakte. Ein Rundgang durch die barrierefreie Ausstellung führt der Öffentlichkeit bedeutende Fundstücke wie Werkzeuge, Waffen und erste Formen von Menschenhand geschaffener Kunst vor Augen.

Bestaunen Sie fossile Überreste, Schädel, Skelette sowie Rekonstruktionen verschiedener Vertreter der Gattung Homo und Reproduktionen, Gravuren und Gipsabgüsse bedeutender Höhlenmalereien. Das Museum veranschaulicht biologische, ökologische und klimatische Veränderungen, die über einen Zeitraum von rund 2,5 Millionen Jahren das Leben tiefgreifend verändert haben. Die aus Italien, Europa, Asien und vom afrikanischen Kontinent stammenden Kulturgüter, Forschungsmaterialien und -arbeiten versammelt das urgeschichtliche Museum unter einem Dach. Der Ausstellungsrundgang beeindruckt mit faszinierenden Ausstellungsstücken aus mühsamen Ausgrabungen. Er führt systematisch durch sämtliche Phasen der Ur- und Frühgeschichte: von der Altsteinzeit, dem Paläolithikum, bis hin zum Zeitalter der Metallverarbeitung, unterteilt in Kupfer-, Bronze- und Eisenzeit.

Digitale Informationsangebote, Führungen durch Fachpersonal und museumspädagogische Programme vermitteln die Inhalte anschaulich.

Museumsgeschichte, Sammlungen und Forschungsarchiv des Paolo Graziosi

Das Museum wurde 1946 von Paolo Graziosi gegründet und befindet sich heute im historischen Gebäudekomplex des ehemaligen Oblatenklosters, um Funde aus verschiedenen Fundstätten in Florenz aufzubewahren und zu konservieren. Seit 1975 sind die im Zeitverlauf erweiterten Sammlungen, die zunächst nur Wissenschaftlern vorbehalten waren, im Ausstellungsbereich für die Allgemeinheit zugänglich. Im Zuge der Renovierungen sind neue Bereiche und Themenschwerpunkte hinzugekommen. Menschen mit Behinderungen erfahren Unterstützung durch Rampen und einen verfügbaren Aufzug, der von der Oblatenbibliothek im Erdgeschoss ins erste Stockwerk fährt, worin sich das Museum befindet. Die Räumlichkeiten einschließlich der Toiletten sind rollstuhlgerecht und barrierefrei ausgebaut. Lehrmaterialien, Videos und qualifiziertes Personal, das Sie für eine Führung buchen können, erleichtern den Wissenstransfer für Schülerinnen und Schüler mit Einschränkungen.

Die Sammlungen umfassen aus der Forschung gewonnene Materialien aus Italien und dem Ausland. Eine Auswahl der von Paolo Graziosi und weiteren Wissenschaftlern entdeckten Fundstücke prägt den Charakter der Ausstellung, wobei der Großteil der prähistorischen Gegenstände und Dokumentationen im Museumsarchiv aufbewahrt wird. Ein Museumsrundgang führt durch verschiedene Epochen der Frühzeit und thematisiert bedeutsame kulturelle Ereignisse und Errungenschaften. Besichtigen Sie bedeutende Fundstücke aus dem Paläolithikum Frankreichs, Funde aus neolithischen Pfahlbausiedlungen der Schweiz, Zeugnisse der Terramare-Kultur sowie Forschungsmaterialien und Raritäten aus Afrika und Asien.

Das Paolo-Graziosi-Archiv befindet sich im Besitz des Museums für Vorgeschichte. Es bewahrt eine große Anzahl an Dokumenten aus seinen Expeditionen und Forschungstätigkeiten ab 1928. Forschende können das Archiv nach vorheriger Anmeldung nutzen. Im Archiv können sie originale Studiennotizen, Publikationen, Druckfahnen und -exemplare, Ausgrabungsberichte, Fotografien, Negative und Korrespondenzen von einem der bedeutendsten italienischen Gelehrten für Prähistorie und Archäologie begutachten.

Bildungsaktivitäten, Lehrprogramme und Workshops zur prähistorischen Archäologie

Das Museum arbeitet im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte unter anderem mit der Universität Siena zusammen. Die gemeinsame Expertise, archäologische Funde zu konservieren, Untersuchungen im Labor durchzuführen, das Kulturerbe aufzuwerten und das Wissen zu nutzen, kommt der Hochschulbildung und der Gesellschaft zugute. Die Zusammenarbeit unterstützt Forschungsprojekte sowie die Ausbildung von Studierenden im Bereich der Prähistorischen Archäologie. Die soziale Inklusion nimmt beim Museumsbesuch und Studium in der Bibliothek einen hohen Stellenwert ein.

Das Museum unterstützt eine Vielzahl von Bildungsaktivitäten, darunter das pädagogische Projekt „Die Schlüssel zur Stadt“ für Kindergärten, Grund- und Sekundarschulen. Die altersgerechten Lehrprogramme und Workshops schließen Vorlesungen, Möglichkeiten zur eigenständigen Erkundung, gestalterische Gruppenarbeiten und praktische Übungen im Umgang mit prähistorischen Kunstwerken ein.

Das Bildungsdezernat der Stadt Florenz entwickelt mit dem Florentiner Museum und Institut für Vorgeschichte Lehrkonzepte, die auf spezifische Besonderheiten der Menschen eingehen. Die Bildungsprogramme berücksichtigen unterschiedliche Lernvoraussetzungen und werden bei Bedarf durch qualifiziertes Fachpersonal unterstützt.
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