Beispielbild © pixabay.com
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Interactive Da Vinci Museum in Venedig: Wo Ihre Klasse einem Universalgenie auf die Finger schaut

Renaissance zum Anfassen in der Scoletta di San Rocco

Venedig kann mehr als Gondeln, Masken und Markusplatz. Im Stadtteil San Polo, nur wenige Schritte von der berühmten Frari-Kirche entfernt, verbirgt sich in der historischen Scoletta di San Rocco ein Museum, das einen der vielseitigsten Köpfe der Menschheitsgeschichte lebendig werden lässt: Leonardo da Vinci. Schon das Gebäude ist ein Erlebnis für sich. Im Jahr 1494 als erster Sitz der Bruderschaft des heiligen Rochus errichtet, empfängt es Ihre Gruppe mit originalem Mobiliar aus dem 17. Jahrhundert, einer historischen Treppe aus dem 18. Jahrhundert und sechs Gemälden aus der Tintoretto-Schule.

Was Ihre Schülerinnen und Schüler hinter diesen ehrwürdigen Mauern erwartet, hat mit verstaubter Museumsroutine allerdings nichts zu tun: Hier darf – ja soll – gekurbelt, gedreht, gebaut und ausprobiert werden. Genau diese Verbindung aus geschichtsträchtigem Ort und moderner Mitmach-Ausstellung macht das Interactive Da Vinci Museum zu einem lohnenden Ziel für Klassenfahrten: ein Haus, das eher an eine Werkstatt erinnert als an eine Galerie, und das erfahrungsgemäß selbst jene Jugendlichen zum Staunen bringt, die daheim felsenfest behaupten, Museen seien langweilig.

Erde, Wasser, Luft und Feuer: Die Dauerausstellung als Experimentierfeld

Auf rund 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche in den historischen Räumen der Scoletta gliedert sich die Dauerausstellung in vier Bereiche, die den klassischen Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer gewidmet sind – eine Ordnung, die Leonardos ganzheitliches Denken in idealer Weise widerspiegelt. Gezeigt werden funktionsfähige Maschinenmodelle, die nach seinen originalen Zeichnungen und weitgehend in den überlieferten Proportionen gefertigt wurden: Fluggeräte, drehbare Brücken, hydraulische Konstruktionen, Getriebe und Kriegsmaschinen, deren Mechanik man unmittelbar nachvollziehen kann.

Das Beste daran: Viele Exponate sind ausdrücklich zum Benutzen gedacht. Wenn Ihre Klasse an Kurbeln dreht, Zahnräder ineinandergreifen sieht oder gemeinsam tüftelt, wie sich Leonardos selbsttragende Brücke ganz ohne Schrauben und Nägel zusammensetzen lässt, wird aus abstrakter Physik plötzlich ein greifbares Aha-Erlebnis. Hebelgesetze, Kraftübertragung, Statik – was im Unterricht oft trocken bleibt, begreifen die Jugendlichen hier im wörtlichen Sinn.

Ergänzt wird der Parcours durch Leonardos berühmte anatomische Studien, die eindrucksvoll belegen, wie eng Kunst und Naturwissenschaft bei ihm verschmolzen, sowie durch hinterleuchtete, hochauflösende Reproduktionen seiner bedeutendsten Gemälde. Mona Lisa und das Abendmahl lassen sich so aus nächster Nähe betrachten – mit Details, die sich dank der großformatigen und hinterleuchteten Reproduktionen besonders gut erkennen lassen. Multimediale Stationen und Erläuterungen, unter anderem in deutscher Sprache, sorgen dafür, dass keine Sprachbarriere den Wissensdurst bremst.

Warum dieser Besuch auf Ihren Programmplan gehört

Für die Planung Ihrer Klassen- oder Kursfahrt bietet das Haus handfeste Vorteile. Der Rundgang ist kompakt und überfordert niemanden: Für den Rundgang sollten etwa 45 bis 90 Minuten eingeplant werden. So lässt sich der Besuch hervorragend mit weiteren Stationen im Sehnsuchtsziel Venedig kombinieren – etwa mit der unmittelbar benachbarten Frari-Kirche oder einem Spaziergang durch die verwinkelten Gassen von San Polo, fernab der größten Touristenströme.

Inhaltlich schlägt das Museum Brücken zwischen Physik, Technik, Kunst, Geschichte und Biologie und eignet sich damit für nahezu jedes Fahrtenkonzept, vom naturwissenschaftlichen Profil bis zum Italienisch-Kurs. Ihre Schülerinnen und Schüler sind dabei keine passiven Zuhörer, sondern werden zu Forschenden: Wer knackt das Rätsel der Brücke zuerst? Welches Team versteht den Mechanismus des Flugapparats? Solche kleinen Wettbewerbe entstehen vor Ort fast von selbst und schweißen die Gruppe zusammen.

Auch Eltern und Lehrer lassen sich von diesem Programmpunkt leicht überzeugen, denn hier verbinden sich Reiseerlebnis und echter Lerngewinn auf seltene Weise. Und nicht zuletzt liefert Leonardo selbst die vielleicht wertvollste Botschaft der Reise: Der Mann, der Malerei und Ingenieurskunst nachhaltig prägte und mit seinen anatomischen Studien neue Maßstäbe setzte, besuchte nie eine Universität. Seine außergewöhnliche Neugier und seine Bereitschaft zum lebenslangen Lernen machten ihn dennoch zu einem der vielseitigsten Denker der Renaissance.

Welcher Ort könnte Jugendlichen eindrucksvoller vermitteln, dass Fragenstellen, Beobachten und Ausprobieren der Anfang aller großen Ideen sind? Wenn Ihre Klasse anschließend über eine der vielen Brücken Venedigs schlendert, wird so mancher mit anderen Augen auf Bögen, Pfeiler und Konstruktionen blicken. Genau dann hat dieser Museumsbesuch sein Ziel erreicht – und Ihre Klassenfahrt einen Programmpunkt, von dem noch lange erzählt wird. Community: 0 Bewertungen
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