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Das U-Boot Wilhelm Bauer – das originalgetreue Museumsschiff in Bremerhaven

U-Boote gelten als kleine Wunderwerke der Technik. Im Zweiten Weltkrieg waren sie ein fester Bestandteil der deutschen Marine. Auch das U-2540 gehörte dazu – wurde allerdings erst in den letzten Wochen des Weltenbrandes zu Wasser gelassen und kann daher auf keine Fronteinsätze blicken. Seit den 1980er Jahren fungiert das Schiff als begehbares Museum, in dem sich erfahren lässt, wie sich das Leben und Arbeiten hier wohl einst angefühlt haben muss.

Ein Kriegsschiff, das nicht zum Kriegseinsatz kam

Der Bau des Bootes begann im späten Oktober 1944, seine Inbetriebnahme erfolgte nur wenige Wochen später im Februar. Allerdings kam das U-2540 zunächst nicht für den Kampfeinsatz in Betracht, sondern sollte als Ausbildungsschiff genutzt werden. Als im frühen Mai aber englische Kampfflieger über der Flensburger Förde kreisten, wurde das U-Boot von seiner eigenen Besatzung durch das Öffnen aller Luken bewusst versenkt – ein durchaus üblicher Schritt, mit dem sichergestellt werden sollte, dass die teure Technik, die zudem viel über den Fortschritt deutscher Handwerkskunst und Wissenschaft aussagen konnte, nicht in die Hände des Feindes fällt.

Ein nachvollziehbarer Gedanke, immerhin veränderten sich die deutschen U-Boote etwa um das Jahr 1943 herum maßgeblich. Auch U-2540 gehörte der neuen Klasse an, die sich durch leichtere, schnellere und wendigere Schiffe auszeichnete. Erst im Jahre 1957 wurde das Wrack gehoben, saniert und nach dem U-Boot-Forscher Wilhelm Bauer umbenannt. Nach einiger Zeit in See endete sein Dienst in den 1980er Jahren – und seine neue Epoche als Museumsschiff begann. Viele der originalen Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände blieben dabei erhalten und können heute angeschaut werden.

Ein kleines Wunder der Technik

Fast 77 Meter lang, über sieben Meter breit und gut elf Meter hoch ist das U-Boot. Das mag zunächst recht umfangreich klingen – die Gänge in dem Schiff sind aber denkbar eng gestaltet, jeder verfügbare Quadratzentimeter wurde effizient ausgenutzt. Neben dem Technikraum und dem Lager können heute die Bewaffnung, die Kombüse, die Schlafbereiche der Matrosen und die Sanitäranlagen betrachtet werden. Dennoch fällt die Vorstellung schwer, dass hier einmal eine Besatzung von 58 Personen gelebt und gearbeitet haben soll. Zumindest für das körperliche Wohl wurden übrigens auch medizinische Behandlungszimmer geschaffen.

Die eigentlich herausragende Leistung besteht aber vermutlich darin, nicht nur den verfügbaren Platz optimal zu gebrauchen – sondern diesen Stahlkoloss elegant durch das Wasser gleiten zu lassen. Wie es dem Schiff gelang, bis zu einer Tiefe von 330 Metern in das Meer abzusinken und ein Höchsttempo von rund 32 km/h zu erreichen, das erfahren die Besucher der Wilhelm Bauer auf den zahlreichen Bild- und Texttafeln, die im Inneren des Bootes genau erklären, wie die hier verbaute Technik funktionierte. Damit wird auch klar, dass jede in den Wänden befindliche Verschraubung über Leben und Tod der Besatzung entscheiden konnte.

Vieles erinnert an den Originalzustand

Die Besucher müssen sich keine Sorgen machen: Der Zugang in den Innenbereich erfolgt nicht – wie eigentlich üblich – über den Turm, vielmehr wurden dafür zwei Türen in die Außenwände des U-Bootes gesetzt. Das ist aber auch schon eine der wenigen Veränderungen zum Originalzustand, die notwendigerweise vorgenommen werden mussten. Ebenso handelt es sich bei der Bewaffnung um Attrappen. Ansonsten besteht das Ziel darin, im heutigen Museumsschiff möglichst viel Authentizität des U-2540 zu erhalten.

Sowohl Kinder und Jugendliche als auch die Erwachsenen können hier hautnah erleben, wie sich das Wohnen und Arbeiten in den engen Platzverhältnissen des U-Bootes angefühlt haben muss. Und das zwischen technischen Anlagen, die für ihre Zeit innovativ und teuer waren. Wer hier mitfahren wollte, musste ein Fachmann auf seinem Gebiet sein. Vielen heutigen Gästen gelingt es damit leicht, sich jene Atmosphäre vorzustellen, die in diesem stählernen Ungetüm vor 80 Jahren geherrscht hat – und die doch so identifikationsstiftend war, dass sich die Besatzung letztlich dazu entschied, das Boot lieber zu versenken, als es durch den Feind zerstören oder kapern zu lassen. Community: 0 Bewertungen
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