Panorama von Racławice/Polen


Ein ganzes Gebäude beherbergt ein einziges Bild, aber was für eins! Dieses monumentale 360°-Gemälde, fast 2000 Quadratmeter groß, gehört zu den weltbekannten Sehenswürdigkeiten in Breslau, polnisch Wrocław. Es zeigt und feiert den Sieg der polnischen über die russische Armee im Jahre 1794 bei Racławice. General Tadeusz Kościuszko hat durch diesen erfolgreichen Feldzug großen Ruhm erlangt.

Geschichte der Schlacht

Eine Schulfahrt hierher ist für Geschichtsinteressierte spannend, kann aber auch bei denen Neugier wecken, die sich bisher eher notgedrungen mit solchen Themen befasst haben.
Die erste Teilung Polens fand 1772 statt. Das Land wurde zwischen Preußen, Russland und Österreich aufgeteilt. Nach der zweiten Teilung 1793 zwischen Preußen und Russland war von Polen nicht mehr viel übrig. Kaum mehr als 200.000 Quadratkilometer umfasste der Staat, der nur noch von etwas mehr als 4 Millionen Menschen besiedelt wurde. Zum Vergleich: Heute (Stand Mai 2020) hat allein Berlin fast so viele Einwohner.
General Kościuszko führte 1794 den patriotischen Aufstand gegen diese Teilungen an.
Die Schlacht von Racławice im April war die berühmte militärische Auseinandersetzung zwischen der russischen und der polnischen Armee, aus der die Polen siegreich hervorgingen und von der das Gemälde erzählt. Das russische Heer war eigentlich klar überlegen, sowohl an Anzahl der Soldaten als auch an Waffentechnik. Die angreifenden Russen gingen systematisch vor, die Polen waren flexibler, kannten und nutzten das Terrain geschickter und gewannen die Schlacht mit Hilfe der Bauernsoldaten, die mit teilweise mittelalterlichen Waffen wie Kriegssensen und Spießen abenteuerlich gerüstet waren. Sie umgingen die Flanke der russischen Streitkräfte und setzten die feindliche Artillerie in einem Überraschungsangriff hinterrücks außer Gefecht.
Damit war die russische Armee aber nicht aus Polen vertrieben. Am Ende der Auseinandersetzungen siegten Russland und Preußen, was 1795 zur dritten Teilung führte.

Geschichte des Gemäldes

Das Werk wurde am 5. Juni 1894 in Lwiw (früher Lwow, davor Lemberg) in der Ukraine enthüllt. An dem Tag jährte sich der berühmte Feldzug zum hundertsten Mal. Das riesige Bild wurde in nur neun Monaten geschaffen. Die beteiligten Künstler waren Jan Styka, Wojciech Kossak, Teodor Axentowicz, Ludwig Boller, Tadeusz Popiel, Zygmunt Rozwadowski, Michał Sozański, Włodzimierz Tetmajer und Wincenty Wodzinowski. Das Kunstwerk wurde in Lemberg von Reisenden viel besucht und besichtigt, aber 1946 zerlegt, nach Breslau gebracht und dort versteckt. Es hätte als Dokumentation einer Niederlage des russischen Heeres vermutlich die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Polen belastet. Vom Ende der 1960er Jahre bis hinein in die 80er dauerte die Errichtung des Gebäudes, in dem das Bildnis heute zu sehen ist. Finanzielle und politische Gegebenheiten bedingten die lange Bauzeit. Im Juni 1985 wurde der Bau endlich eröffnet. Seither haben viele Millionen Menschen eines der größten und beeindruckendsten Panoramagemälde der Welt besucht. Sehr zu empfehlen ist eine Studienreise hierher nicht nur für alle, die an Geschichte interessiert sind, speziell an polnischer oder an Militärhistorie, sondern auch für Jugendliche und Lehrkräfte, die einfach neugierig auf diese spezielle Kunstgattung sind.
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