Herrenchiemsee, auch Herreninsel genannt


Sie ist mit fast 240 Hektar die Größte der drei Inseln im Chiemsee und nur mit dem Schiff zu erreichen. Die Insel ist autofrei, aber im Sommer verkehren Pferdekutschen zwischen dem Hafen und dem Schloss Herrenchiemsee, das die Hauptattraktion ist. Zusammen mit Linderhof und Neuschwanstein, den anderen beiden weltberühmten Schlössern Ludwigs II., gehört es zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands.
Auch das ehemalige Kloster Herrenchiemsee, Altes Schloss genannt, kann besichtigt werden.


Aber alles verblasst neben dem

Schloss Herrenchiemsee, dem bayerischen Versailles


König Ludwig II. hat es planen und errichten lassen - zumindest teilweise. Am 21. Mai 1878 wurde der Grundstein gelegt. Vorbild war das Schloss von Versailles, dessen Erbauer Louis XIV ein Idol des Märchenkönigs war. Das dreigeschossige Gebäude ist im Stil des klassizistischen Barock erbaut.

Schloss Herrenchiemsee war trotz seiner Größe nur als privater Rückzugsort König Ludwigs II. geplant, ganz anders als Versailles, das immer ein öffentlicher Raum war.
Acht Jahre nach der Grundsteinlegung verstarb der König früh und unter rätselhaften Umständen. Er hatte diesen aufwendigen Palast erst nach der Fertigstellung seiner Wohnräume bezogen und war insgesamt nur wenige Tage hier. Mit fast 17 Millionen Mark, damals einer ungeheuren Summe, war es das teuerste der Schlösser Ludwigs II., teurer als Linderhof und Neuschwanstein zusammen. Beim Tod König Ludwig II. war es noch weit von seiner Fertigstellung entfernt.
Wenige Wochen nach dem Ableben des Königs wurde der Palast zur Besichtigung geöffnet. Seither wird er als Museum genutzt, das Jahr für Jahr Hunderttausende Besucher anzieht. Seit 1987 befindet sich im Südflügel des Palastes das König-Ludwig II.-Museum, das sich mit dem Lebensweg des Königs und mit seinen Bauten befasst, auch kritisch mit seinen Eigenheiten, mit seiner Vergötterung des Sonnenkönigs Louis XIV und mit seiner weltentrückt überschwänglichen Begeisterung für Richard Wagner und der glühenden Leidenschaft für dessen Opern.
Der Park und die ungefähr zwanzig Räumlichkeiten können ganzjährig besichtigt werden, das Schloss nur im Rahmen einer Führung - es gibt auch Kinderführungen. Prunkvoll-prächtige Zimmerfluchten kann man bestaunen. Höhepunkte sind das unbeschreiblich luxuriöse Schlafgemach des Königs und sein Speisezimmer mit dem mechanisch versenkbaren Tisch. Diese Mischung aus überbordender Pracht, vornehmlich im Stil des Barock und des Rokokos, und aus für damalige Verhältnisse moderner Technik ist außergewöhnlich. Das Esszimmer in Linderhof ist mit einem gleichartigen Tisch versehen. Durch diese Vorrichtung waren die dienstbaren Geister unsichtbar, während der König speiste. Der Esstisch wurde ein Stockwerk abgesenkt, dort wurde er gedeckt und wieder mithilfe einer Hubvorrichtung nach oben gefahren.

Das Unvollendete


Fertiggestellt wurde der Prachtbau nie, ein interessantes Sinnbild für das verschwenderische flüchtige Leben Ludwigs II. und sein plötzliches, mysteriöses Ende. Das Schloss hat in der Fülle seiner Kostbarkeiten zugleich etwas Zerrissenes, Unvollendetes.
An Ludwig II. scheiden sich die Geister. Ein Besuch dieses Schlosses gibt einen Einblick in die Eigenheiten des exzentrischen Königs und in die Traumwelt, in der er kurz und wirklichkeitsfern lebte.

Besondere Events


Im prächtigen großen Spiegelsaal werden jedes Jahr im Rahmen der Herrenchiemsee-Festspiele Konzerte veranstaltet. Es gibt im Schloss immer auch Sonderausstellungen, die aktuell erfragt werden können.

Fazit: Das Schloss auf der Insel Herrenchiemsee ist ein ungewöhnlicher Palast, in Auftrag gegeben von einem ungewöhnlichen Monarchen, sehenswert als Ort von Pracht und Luxus, manchmal an der Grenze des Kitsches, ein unvollendeter Bau, der vielleicht mehr als alle anderen Schlösser Ludwigs II. in die Tiefen seiner Seele blicken lässt.

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