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Castelo de São Jorge

auferstanden nach einem Erdbeben

Hoch über Portugals Hauptstadt Lissabon thront eine Festung, die allen Teilnehmern einer Klassenfahrt oder Studienreise sofort ins Auge fällt: Das Castelo de São Jorge. Dass diese historische Anlage, die zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten der Metropole am Atlantik zählt, maurischen Ursprungs ist, gewahrt der Betrachter schon von Weitem. Denn die Mauren legten Wert auf Spitzbögen und Zinnen. Heute ist das Castelo de São Jorge, das im Laufe seiner jüngeren Geschichte zerfiel und wieder restauriert wurde, für die Portugiesen ein nationales Denkmal und dessen Visite bei jeder Schulfahrt nach Lissabon ein Muss.



Aussichtspunkte und ein historisches Urinal

Genau 110 Meter hoch ist der Hügel, auf dem die Mauren einst die Burg errichteten. Das geschah auf den Ruinen einer Festung aus dem fünften Jahrhundert nach Christi Geburt und in jener Zeit, als weite Teile Portugals von den Visigoten beherrscht wurden. Dabei handelt es sich um ein Volk mit germanischen Wurzeln, das nach den Verlusten ihres ursprünglichen Territoriums immer weiter auf die iberische Halbinsel drängte. Historiker betrachten heute das Castelo de São Jorge als Ursprung Lissabons. Wer sich bei einer Klassenfahrt auf den Weg zur Burg begibt, der gelangt zu zahlreichen Aussichtspunkten und zu einem historischen Urinal.

Ein tapferer Krieger und die Urkunden des Königs

Die Festungsanlage kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Als Burg zur Sicherung der Stadt wurde das Castelo de São Jorge von den Mauren gebaut, ehe es im Jahr 1147 von Alfons I. erobert wurde und über Jahrhunderte seiner Dynastie als Königsburg diente. Einer Legende zufolge gelang die Eroberung der Burg durch einen Ritter namens Martim Moniz. Der soll bei der Belagerung ein offenes Tor entdeckt haben und die schmale Öffnung mit seinem Körper so lange offen halten, bis die Angreifer einen Weg in die Burg fanden. In der Folgezeit war das Castelo von großer Bedeutung zur Verteidigung des portugiesischen Königreichs. Teilnehmer einer Studienreise sollten sich zum "Torre do Tombo" begeben. In diesem Turm befanden sich die Urkunden des Königs und er beherbergt noch immer das Nationalarchiv Portugals.

Beim Erdbeben von 1755 weilte der König außerhalb der Burg

Einen schwarzen Tag erlebte das Castelo de Sao Jorge im Jahr 1755, als Lissabon von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht und die Burg dabei fast vollständig zerstört wurde. Nach Großbränden und einem Tsunami starben in der Stadt und deren Umgebung bis zu hunderttausend Menschen. Der damals 41-jährige König Jose I. überlebte mit seiner Familie dieses Inferno, weil er sich zur Stunde des Erdbebens nicht in seiner Burg aufhielt, sondern in Santa Maria de Belem, einige Kilometer außerhalb der Stadt. Fortan residierte der Herrscher nicht mehr zwischen festen Wänden, sondern in einer riesigen Zeltstadt in den Hügeln von Ajuda. Doch die Festung oberhalb von Lissabon, die ursprünglich dem heiligen São Jorge gewidmet war, gab es nur noch als Ruine.

Das "Spitzbogen-Haus" war einst ein Gefängnis

Im Laufe der Jahrhunderte geriet die alte Festungsanlage mehr und mehr in Vergessenheit. Der heutige Anziehungspunkt für Touristen und für Mitglieder einer Schulfahrt wurde erst im zwanzigsten Jahrhundert aufgebaut. Auf dem Gelände von rund sechstausend Quadratmetern entstanden mehrere Türme, ein Burggraben und Plätze. Auf denen treffen sich die Einwohner Lissabons in den Abendstunden zum Boule- oder Domino-Spiel. Im Torre de Ulisses ist die Camera obscura sehenswert. Hier wird unter Zuhilfenahme von Spiegeln und Linsen eine 360-Grad-Perspektive von Lissabon gezeigt. Eine ständige Ausstellung präsentiert Zeugnisse aus der Zeit der Mauren im 11. Jahrhundert. In dem sogenannten "Spitzbogen-Haus" mit der verzierten Tür aus dem 17. Jahrhundert war einstmals das Gefängnis untergebracht. Das Castelo ist in den Monaten von März bis Oktober jeweils von neun bis 21 Uhr geöffnet, zwischen November und Februar täglich bis 18 Uhr.
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