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Die Berliner Stiftung "Topographie des Terrors" -
Dokumentationszentrum & Dauerausstellungen

In der Berliner Niederkirchnerstraße 8, unweit des Potsdamer Platzes betreibt die 1987 gegründete Stiftung „Topographie des Terrors" das Dokumentationszentrum zu den Gräueltaten des Nationalsozialismus, insbesondere während seiner Herrschaftszeit von 1933 bis 1945.
Die hier gezeigten Ausstellungen thematisieren die in das Terrorsystem der NS-Diktatur eingebundenen zentralen Institutionen von SS und Polizei und die von diesen in ganz Europa begangenen Verbrechen unter besonderer Berücksichtigung der zahlreichen Opfergruppen.

Zur Geschichte des Areals


Genau auf dem Areal, auf dem 2010 das Dokumentationszentrum seine Arbeit des Erinnerns aufnahm, befand sich in der Zeit des Nationalsozialismus das Hauptquartier der „Geheimen Staatspolizei“ (Gestapo). Auf dem direkt angrenzenden Grundstück stand das Hotel „Prinz Albrecht“, in dem Heinrich Himmler als „Reichsführer-SS“ ab 1934 seinen Sitz einrichtete. Und in nächster Nachbarschaft wurde ab 1934 im „Prinz-Albrecht-Palais“ die Zentrale des „Sicherheitsdienstes“ (SD) der SS und später, nach der 1939 erfolgten Zusammenlegung von SD und „Sicherheitspolizei“ (Sipo,) auch die des „Reichssicherheitshauptamtes“ (RSHA) eingerichtet. In diesem geografischen Raum befand sich also ein wichtiges Machtzentrum der NS-Diktatur.
Bei Luftangriffen während des 2. Weltkrieges wurden alle Gebäude wesentlich beschädigt und in der Nachkriegszeit abgerissen. Durch die Teilung Berlins und den Bau der Mauer an den Rand Westberlins gerückt, stieg erst Ende der 1970er Jahre das öffentliche Interesse an dem Gelände, auch weil etwa Verfolgtenverbände auf die historische Bedeutung des Ortes hinwiesen. In den 1980ern wurde das Grundstück zunächst provisorisch hergerichtet und mit der zur 750-Jahr-Feier Berlins initiierten und auf unbestimmte Zeit verlängerten Ausstellung „Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt auf dem ‚Prinz-Albrecht-Gelände’“ öffentlich ab dem 4. Juli 1987 zugänglich gemacht. Ab den 1990er Jahren wurde auf Empfehlung einer eigens eingerichteten Fachkommission der Bau eines Dokumentations- und Besucherzentrums beschlossen, dessen endgültige Realisierung schließlich mit der Eröffnung am 6. Mai 2010 abgeschlossen worden ist.


Die Dauerausstellungen


In der heute gezeigten Dauerausstellung „Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße” werden die zentralen Institutionen von SS und Polizei im „Dritten Reich” sowie die von ihnen europaweit verübten Verbrechen thematisiert. Dazu werden die Besucher einem „Tafelband” folgend durch die fünf Hauptkapitel geführt: Die nationalsozialistische Macht­übernahme (I); Institutionen des Terrors (SS und Polizei) (II); Terror, Verfolgung und Vernichtung im Reichs­gebiet (III); SS und Reichssicherheitshauptamt in den besetzten Gebieten (IV) sowie Kriegsende und Nach­kriegszeit (V). Im Bereich „Vertiefungen“ bieten EDV-Stationen und Lesemappen Informationen, die teilweise über den Rahmen der Ausstellung hinausgehen.
Die in den Sommermonaten im glasüberdachten Ausstellungsgraben gezeigte Ausstellung mit dem Titel „Berlin 1933–1945. Zwischen Propaganda und Terror” informiert darüber, wie es den Nationalsozialisten gelang, sich im „roten” Berlin zu etablieren und die Stadt zu ihrem politischen Herrschaftszentrum auszubauen.
Der 15 Stationen umfassende Geländerundgang ist ergänzend zur Dauerausstellung im Gebäude angelegt und versucht, dem Besucher am unmittelbaren Ort die Geschichte des Areals zu vermitteln. Dazu dienen Informationspulte mit Fotos, Dokumenten und 3D-Grafiken zur Orientierung im Gelände, auf dem von 1933 bis 1945 die wichtigsten Institutionen des nationalsozialistischen Verfolgungs- und Terrorapparates angesiedelt waren.
Alle Ausstellungen sind in deutscher und englischer Sprache angelegt, und es stehen Audioguides in Deutsch zur Verfügung.


Wechselausstellungen und Bibliothek


Zusätzlich zeigt die Einrichtung auch temporäre Sonder- und Wechselausstellungen, welche die Dauerausstellungen thematisch erweitern und ergänzen, indem sie weitere Facetten der menschenverachtenden nationalsozialistischen Diktatur beleuchten oder ihre Auswirkungen bis in die heutige Zeit hinein thematisieren.
Die Stiftung verfügt auch über eine eigene Präsenzbibliothek, deren Bestand etwa 30.000 Medieneinheiten umfasst. Sammelschwerpunkte sind die Gebiete SS, Gestapo und Polizei im Nationalsozialismus sowie Staat und Gesellschaft im Nationalsozialismus, Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden und anderer Opfergruppen, Zweiter Weltkrieg, juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen und Gedenk- und Erinnerungskultur.

Der Besuch von Schulklassen


Der Eintritt auf das Stiftungsgelände und in alle Ausstellungen ist kostenfrei und bis auf seltene Schließtage täglich zwischen 10:00 und 20:00 Uhr möglich.
Ebenso sind Führungen für Gruppen aus den Bereichen der schulischen Bildung und der Erwachsenenbildung kostenfrei; diese müssen zuvor angemeldet werden und sind täglich während der Öffnungszeiten buchbar.
Außerdem werden für die Sekundarstufen I und II und Jugend- und Erwachsenengruppen kostenfreie Seminare angeboten, die etwa 5 Stunden umfassen und eine intensive Beschäftigung mit der Ausstellung durch die Arbeit mit historischen Quellen und Dokumenten ermöglichen.

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