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Burg Klempenow in Breest

Eine Festung, die allen Widrigkeiten trotzt

Heute fällt es uns leicht, Schlösser, Burgen und ähnliche Anlagen zu bewundern. Nur selten hinterfragen wir jedoch, wie schwer es vor vielen Jahrhunderten gewesen sein muss, diese umfangreichen Gebäude zu errichten. Vor allem dort, wo der natürliche Untergrund das eigentlich kaum zulässt. Wie das gelingt, zeigt die Burg Klempenow recht gut. Allerdings ist an ihr auch eindrucksvoll zu erkennen, dass der einmal gezähmte Boden selbst nach langen Zeiten noch eine Gefahr für die dicken Mauern darstellen kann.

Ein Symbol von Macht und Stärke

Das heutige Tollense-Tal war im frühen 13. Jahrhundert umkämpft: In dem von Wäldern und Mooren übersäten Gebiet kämpften Truppen der Dänen, Polen, Slawen und Pommern um die Vormachtstellung. Letztgenannte setzten sich dabei durch – das jedoch erst durch den Urteilsspruch von Kaiser Friedrich II., der einem noch länger anhaltenden Blutvergießen nicht zusehen wollte. Die so zur Herrschaft über den Landstrich nahe der Mecklenburgischen Seenplatte gekommenen Pommern festigten ihre neue Stärke, indem sie hier zahlreiche Anlagen errichten ließen – so auch die Burg Klempenow ab den 1230er Jahren.

Bereits der Bau der Burg sollte sich jedoch als schwierig erweisen. Die umliegenden Moore und die damit verbundene hohe Luftfeuchtigkeit der Gegend stellten ganz besondere Anforderungen an das verwendete Baumaterial. Doch auch alles handwerkliche Geschick half nur wenig: Sowohl im 15. als auch im 17. Jahrhundert musste das wehrhafte Gebäude grundlegend saniert und erweitert werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg drohte sogar der Verfall, da in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik schlichtweg keine Mittel zum Erhalt der Burg aufgewendet wurden. Erst seit der Wiedervereinigung finden vermehrt Bautätigkeiten statt, um die Substanz der Anlage für weitere Jahrzehnte zu bewahren.

Ein Zeichen sich verändernder Zeiten

Trotz aller Widrigkeiten – zu denen auch grobe handwerkliche Fehler in der Planungs- und Bauphase gehörten – überdauerte die Burg manches Jahrhundert und wurde dabei stetig ausgebaut. Wehrtürmen und Kornspeichern folgten ein Torhaus und dekorierte Innenräume. Immer wieder lassen sich Elemente aus der Renaissancezeit finden, die dem zunächst doch recht grobschlächtigen Mauerwerk einen wohnlichen Charme verleihen. Und ehe von 1618 bis 1648 der Dreißigjährige Krieg toben und dabei auch das Tollense-Tal erreichen konnte, wurden sämtliche Verteidigungsanlagen der Burg noch einmal verstärkt.

Bis in das frühe 20. Jahrhundert besaß Klempenow keine repräsentative, sondern bestenfalls eine strategische Funktion: Noch immer galt es, das Land um jeden Preis zu verteidigen. Entsprechend residierten hier in den unterschiedlichen Epochen nur wenige Adlige – auch wenn die Anlage formal dem Rittergeschlecht von Heydebreck gehörte. Vielmehr waren hier preußische Pächter, Verwalter, Soldaten, Landwirte und jene Arbeiter zu finden, die aus Wäldern und Mooren alles bezogen, was zum Überleben notwendig war. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Gebäude dagegen zum überwiegenden Teil von Flüchtlingen und Umsiedlern bewohnt.

Zwischen Märkten, Konzerten und Kunst

Heute steht die Burg Klempenow der Öffentlichkeit ganzjährig zur Verfügung. Einerseits natürlich für interessante Rundgänge und Besichtigungen – denn trotz der zahlreichen Umbauphasen sind viele der Räumlichkeiten noch intakt und lassen erkennen, wie sich das Leben hier vor einigen Jahrhunderten abgespielt haben muss. Kinder können dabei einiges über die damals auf der Burg benötigten Berufe erlernen. Denn wie die dicken Mauern auf morastigem Untergrund gebaut, wie das Schlamm-Land fruchtbar gemacht und wie hier Ackerbau betrieben werden konnte, ist eine eigene Geschichte für sich, die sich zu erkunden lohnt.

Andererseits lädt die Burg Klempenow seine Besucher zu wechselnden Ausstellungen ein, die sich der regionalen Kunst widmen. Zudem finden immer wieder kulturelle Veranstaltungen und Konzerte statt. Darüber hinaus werden saisonale Märkte angeboten, in denen Lebensmittel oder Kunstgüter erworben werden können. Ein Ausflug nach Klempenow lohnt sich also für Jung und Alt. Natürlich ist dabei auch für das leibliche Wohl gesorgt: In einem kleinen Café wird Gebäck nach hiesiger Tradition hergestellt. Wie schwierig das Bauen im Moorland war, zeigt übrigens die zur Burg gehörende Kapelle, die aufgrund des noch immer nachgebenden Bodens ein wenig zur Seite neigt. Community: 0 Bewertungen
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