
Der Palazzo Borromeo in Stresa – eintauchen in die Geschichte und die Kunst Italiens
Paläste lassen sich in zahlreichen europäischen Städten finden. Für Kinder und Jugendliche sind sie aber oft ein Mysterium – denn wie wurde hier überhaupt gelebt und gearbeitet, wer ließ die meist prunkvoll eingerichteten Räume erbauen und wie können derlei Gebäude auch in der Neuzeit sinnvoll genutzt werden? Fragen, die der Palazzo Borromeo am italienischen Lago Maggiore beantwortet. Darüber hinaus werden hier vor allem die Liebhaber der schönen Künste manches Meisterwerk entdecken.Eine Familie, die Mailand beherrscht
Ehe es um die Frage geht, was der Palazzo Borromeo eigentlich alles zu bieten hat, muss geklärt werden, wer ihn einst erbauen ließ. Als im frühen bis mittleren 17. Jahrhundert damit begonnen wurde, sein Fundament zu ebnen und die ersten Mauern in die Höhe zu ziehen, da ging es nicht um ein Wohngebäude an sich – sondern um einen Palast, der dem Reichtum und der Macht der Familie Borromeo gerecht werden sollte. Die Borromeos traten erstmals im 13. Jahrhundert vor allem im Raum Mailand in Erscheinung.Als Adelsgeschlecht versuchten sie, aus einem geringen Bestand an Ländereien ein immer größer werdendes Gebiet zu errichten, das ganz unter ihrer Kontrolle stand. Bald beeinflussten sie den regionalen Handel und die Politik, mischten in der Wissenschaft mit – und bauten damit ihren Einfluss aus. Der Palazzo Borromeo, dessen Bauarbeiten sich weit in das 19. Jahrhundert, teilweise bis ins 20. Jahrhundert erstreckten, sollte gewissermaßen das Glanzstück der Familie werden, die hier nicht nur lebte und private Gäste empfing, sondern vor allem internationale Staatsoberhäupter willkommen hieß. So übernachtete hier etwa der französische Kaiser Napoleon, nach dem sogar ein eigener Saal benannt wurde.
Von unterschiedlichen Einflüssen geprägt
Obwohl der Palazzo ursprünglich in der Architektur des Barock errichtet wurde, ist er das genau genommen heute nicht mehr. Denn in den vergangenen Jahrhunderten gab es mehrere bauliche Veränderungen, durch die sich unterschiedliche Kunststile einschleichen und dem Gebäudekomplex eine unverwechselbare Handschrift verleihen durften. So erinnert beispielsweise der ganz in blauen und goldenen Farben gehaltene Salone Nuovo mit seinem Kuppelgewölbe an die Kirche San Lorenzo in Mailand. Die nahe am Wasser gelegenen unterirdischen Grotten mit ihren maritimen Mustern deuten thematisch auf die Göttersagen der Antike.Am meisten setzt viele Besucher aber die Galleria Berthier ins Verzücken: Gemälde aus dem 17. sowie dem 18. Jahrhundert diverser italienischer Maler wurden hier zusammengetragen, darunter Werke bzw. zugeschriebene Arbeiten von Raffaello oder Tiziano. Ähnliches hat die Galleria degli Arazzi zu bieten – in ihr lassen sich handgefertigte Stoffe und Wandteppiche finden, in die überwiegend mythologische Bilder eingewebt wurden. Nahezu jedes Kunstwerk im Palazzo Borromeo wurde von einem bedeutenden Meister seines Fachs angefertigt. Pieter Mulier, genannt „Cavalier Tempesta“, als einer der bekanntesten italienischen Maler, zog sogar in den Palast ein und schuf hier mehr als 80 seiner Werke.
Viel Kunst – und ein Raum für Politik
Neben den schönen Künsten sollen allerdings auch weltliche Angelegenheiten nicht zu kurz kommen. So kündigt der Sala della Musica nicht etwa von der Musik – sondern von einem Treffen zahlreicher Staatsoberhäupter, die hier im Jahre 1935 zusammenkamen, um gemeinsam zu entscheiden, wie mit dem unter Reichskanzler Hitler immer stärker werdenden NS-Deutschland umzugehen sei. Viele der bei dieser Konferenz – der Conferenza di Stresa – benutzten Gegenstände und die dabei unterzeichneten Verträge sind in diesem Saal ausgestellt.Etwa drei Stunden sollten für einen Rundgang durch den gesamten Gebäudekomplex eingeplant werden, wobei der Palazzo Borromeo eine multimediale Unterstützung für alle Besucher anbietet. Digitale Informationsangebote unterstützen den Rundgang. Auch Personen, die der italienischen Sprache nicht mächtig sind, müssen also nicht fürchten, etwas Wichtiges zu verpassen. Viele Inhalte sind zudem kind- und jugendgerecht aufbereitet, sodass den Schülern das Verstehen keinerlei Probleme bereiten sollte. Denn wer immer schon einmal wissen wollte, wie in so einem Palast gelebt wurde, der darf die Details nicht unbeachtet lassen. Community: 0 Bewertungen
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