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Das Franz-Kafka-Museum in Prag

„Prag lässt nicht los. Dieses Mütterchen hat Krallen.“

Das ist ein Zitat des Schriftstellers Franz Kafka über seine Heimatstadt Prag. Natürlich ist dem berühmten Sohn der tschechischen Landeshauptstadt ein eigenes Museum gewidmet.
Franz Kafka wurde 1883 als drittes von sechs Kindern einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie in Prag geboren. Eine Zeit lang lebte die Familie im kunstvoll mit Fresken verzierten Dům U Minuty (Minutenhaus), das heute als eines der schönsten Bürgerhäuser in der Prager Altstadt unter Denkmalschutz steht.
Im Alter von 40 Jahren verstarb Franz Kafka und wurde auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Prag-Strašnice bestattet. Sein Grab ist heute ebenfalls ein touristischer Anziehungspunkt.
Im Jahr 2005 eröffnete man ihm zu Ehren in der historischen Hergetova-Ziegelei direkt am linken Moldau-Ufer unterhalb der Prager Burg das Franz-Kafka-Museum. Dieses ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Für Studenten, Schwerbehinderte, Rentner, Gruppen und Familien gibt es ermäßigte Preise. Führungen können in englischer, deutscher, russischer und französischer Sprache gebucht werden. Dafür ist eine Anmeldung 7 Tage im Voraus nötig.

Die stille Verwandlung eines geheimen Schriftstellers


Bereits während seiner Schulzeit in der Deutschen Knabenschule am ehemaligen Fleischmarkt soll er sich auffallend häufig mit Literatur beschäftigt haben.
Trotzdem begann er zuerst ein Chemiestudium an der Karl-Ferdinands-Universität, wechselte dann aber zu Germanistik und Kunstgeschichte.
Den Großteil seines Arbeitslebens widmete Kafka einer Arbeiter-Unfallversicherungsanstalt und den Familiengeschäften. Ohne diesen Brotberuf glaubte er als Schriftsteller nicht überleben zu können.
Etwa sieben Jahre vor seinem Tod erkrankte er an Lungentuberkulose und später noch an der Spanischen Grippe, von der er sich nie mehr erholen konnte. Seine letzten Jahre verbrachte Franz Kafka in verschiedenen Heilanstalten.
Ein Großteil von Kafkas Familie kam später in Konzentrationslagern des Nationalsozialistischen Regimes ums Leben.

Die Ausstellung


Ein Großteil von Kafkas Werken wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht. Für die Nachwelt war es ein Glücksfall, dass einer seiner engsten Freunde, Max Brod, die Anweisungen von Kafka in einer Verfügung ignorierte, in der er ausdrücklich eine Veröffentlichung verboten hatte.
Heute werden alle Erstausgaben seiner Werke und Manuskripte im Kafka-Museum in Prag aufbewahrt, darunter die Romanfragmente seiner Hauptwerke „Die Verwandlung“, „Der Prozess“, „Der Verschollene“ und „Das Schloss“ sowie zahlreiche Prosaerzählungen.
Zusätzlich geben historische Dokumente, wie Briefe, Tagebücher, Zeichnungen und Fotografien, einen berührenden Einblick in die Gefühlswelt des berühmten Schriftstellers. Dreidimensionale Exponate, audiovisuelle Stücke und ein eigens konzipierter Kafka-Soundtrack sind weitere Bestandteile der eindrucksvollen Exposition.

Die Ausstellung ist in zwei Bereiche aufgeteilt: Der sogenannte „Existenzielle Raum“ beschäftigt sich intensiv mit dem Verhältnis Kafkas zu seiner Heimatstadt Prag und wie diese den Schriftsteller beeinflusste und ihn prägte. Dazu werden in diesem Teil der Ausstellung etwa Kafkas Tagebücher, seine unzähligen Liebesbriefe, Korrespondenz mit Verwandten, Fotografien und Skizzen ausgestellt. Aber die Dokumente sind nicht chronologisch aneinandergereiht, sondern nach den Gesichtspunkten der Dramatik geordnet: Sie sollen die inneren Konflikte sowie die Konflikte mit seiner Umwelt zeigen, die sich versteckt auch in seinen Werken immer wieder finden.
Der zweite Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der „Imaginären Topografie“. Es wird untersucht, inwieweit die Orte in Kafkas Werken, die keine bestimmten Namen tragen, mit realen Orten in Prag übereinstimmen können und ob Kafkas Darstellungen dieser Form des Realismus überhaupt bedürfen. Oder ob sie vielleicht in der von ihm gebrauchten Form als allegorische Orte und topologische Metaphern eine Bedeutungsstufe erreicht haben, die über die eines trügerischen Realismus hinausgeht.

Warum das Kafka Museum besuchen?


Auf jeder Literaturliste im Schulfach Deutsch und ebenso im Studium der Germanistik steht der Name Franz Kafka. Seine Werke, in denen sich die Protagonisten oft durch ein Labyrinth verworrener, undurchdringlicher Verhältnisse bewegen, sind einzigartig in Stil und Sprache. Dabei beschreibt er nüchtern und detailliert die unglaublichsten Ereignisse. Dazwischen streut er immer wieder humoristische und ironische Einlagen, die den Leser schmunzeln lassen.
Im Kafka Museum in Prag hat jeder die Möglichkeit, in das Leben des einzigartigen Schriftstellers der Weltliteratur einzutauchen, um damit die in seinen Werken behandelten Themen beziehungsweise die Intentionen, die dahinter stehen, zu ergründen.

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