Das Hellisheiði-Kraftwerk in Island

Kraftwerk © pixabay.com
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Geothermik – was ist denn das? Die Wissenschaft hat darauf eine sehr nüchterne Antwort: Unter Geothermik versteht man den Wärmefluss der Erde, der weit unter die Erdkruste reicht und zu den sogenannten „thermischen Feldern“ führt. In vielen Ländern der Welt beschäftigen sich Experten seit geraumer Zeit mit den regenerativen Energien, die in den Tiefen unseres Erdballs schlummern. Dem von Vulkanen durchzogenen Island ist es gelungen, die widerspenstigen Kräfte zu zähmen und sie in dem Kraftwerk Hellisheiði zu bündeln. Diese Anlage auf der gleichnamigen Hochebene im Südwesten der Insel zu besichtigen, sollte bei einer Schul- oder Klassenfahrt nach Island in das Programm einer Rundreise gehören.

Warmes Wasser für die Hauptstadt

Das Kraftwerk befindet sich in der Region des vulkanischen Systems des Hengill. Genauer gesagt, zwischen der isländischen Hauptstadt Reykjavik und Hveragerði. Um die fünfzig Bohrungen waren notwendig, um kochend heißes Wasser und Dampf aus einer Tiefe von 2.200 m ans Tageslicht zu befördern. Mittels der Turbinen eines Kraftwerks erzeugt man daraus neben dem warmen Wasser auch Elektrizität. Durch die so gewonnene Primärenergie wurde Island aller Sorgen ledig, um die Einwohner der Insel im Nordatlantik in langen Wintern in ihren Häusern zu wärmen. Hellisheiði ist eines von sechs Kraftwerken, die ein Viertel des Strombedarfs Islands decken. Die Versorgung mit Warmwasser reicht sogar aus, um in Reykjavik die Gehwege und auch etliche Straßen zu beheizen.

Sauberste Energiegewinnung weltweit

Wer sich in die Region des Vulkans Hengill begibt, der gewahrt bereits von Weitem die Dampfsäulen, die in den zumeist klaren Himmel steigen. Den Wissenschaftlern war schon vor vielen Generationen bekannt, dass es tief unter der Erde Islands permanent brodelt. Doch es war über einen langen Zeitraum ein ungelöstes Problem, dieses riesige Reservoir an Energie zu zähmen und für die Menschen im hohen Norden zu nutzen. Wer diesen Prozess begreifen möchte, sollte sich die Zeit nehmen, die Geothermie-Ausstellung des Kraftwerks Hellisheiði zu besuchen. Die Visite der Ausstellung in den Bergen ist lehr- und aufschlussreich zugleich. Hellisheiði hat Maßstäbe gesetzt und ist inzwischen das modernste Kraftwerk Islands. Mittels einer Multivisions-Show erhalten die Besucher in der Ausstellung Erkenntnisse über die sauberste Energiegewinnung weltweit.

Kohlendioxid wird in die Erde gepumpt

Mit zwei 45-MW-Turbinen erzeugt die Betreiberfirma des Kraftwerks Hellisheiði seit dem Jahr 2006 elektrische Energie. Zwei Jahre später wurde die nähere Umgebung der Hochebene weiter erschlossen und eine Niederdruck-Turbine mit einer Leistung von 33 MW der bestehenden Anlage hinzugefügt. Vier Jahre sollte es seit der Gründung des Kraftwerks dauern, ehe es gelang, heißes Wasser aus den vulkanischen Tiefen hochzupumpen und schließlich mit Rohren in die nahe Hauptstadt zu transportieren. Die Mitarbeiter der Universität Island und der Universität Kopenhagen waren maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt. Auf dem Weg zu einer befriedigenden Lösung gelang es, das Kohlendioxid im Wasser aufzulösen, zurück in tiefere Erdbereiche zu pumpen und so das für die Umwelt klimaschädliche Gas aus der Atmosphäre zu beseitigen.

Gelungenes System der Gas-Rückführung

Bei dieser bis dahin einzigartigen Technologie standen Wissenschaftler aus der Schweiz Pate. Das System der Gas-Rückführung und die Umwandlung von CO₂ zu Stein könnte sich als Schlüssel im Kampf gegen die weltweit drohende Umweltkatastrophe erweisen. Derzeit werden Jahr für Jahr in Hellisheiði fünftausend Tonnen CO₂ unterirdisch gelagert. Um dabei den Verbrauch an Frischwasser zu reduzieren, wird für den Prozess der Rückführung von Gas Salzwasser aus dem Meer verwendet. Die Anlage entstand in einer menschenleeren Gegend, die von Vulkanen geprägt ist. Hier nutzt Island die überschüssigen Energiequellen der Natur und leistet außerdem ganz bewusst einen wesentlichen Beitrag gegen den Klimawandel auf der Erde. Inzwischen beschäftigt man sich dort mit der fünften Bauphase und ist bemüht, auch weiter entfernt liegende Ortschaften auf Island mit Strom und Wasser zu versorgen.
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