Die Jakobikirche in Stettin


Bunt wie Bonbons sind die Fassaden der Häuser, und betörend grün sind die Parks dieser polnischen Metropole. Die alte Hansestadt Stettin ist zu jeder Jahreszeit wert, besucht zu werden. Ganz besonders auch im Rahmen einer Klassenfahrt oder einer Studienreise. Und wer nach einem Spaziergang an den flirrend weißen Sandküsten der Ostsee und nach einem Bummel durch die Altstadt von Stettin plötzlich vor einem mächtigen Turm steht, der darf sicher sein, dass es sich dabei um die historische Jakobikirche handelt. In früheren Jahren nannte man dieses stolze Gotteshaus auch Jakobskathedrale, und wer als Teilnehmer einer Schulfahrt nach dem Weg dorthin fragt, der sollte sich in der polnischen Sprache nach der Bazylika Archikatedralna Jakuba erkundigen.

Ein wohlhabender Stifter aus Bamberg

Die Jakobikirche in Stettin ist eine der beiden Kathedralen im Erzbistum Stettin-Cammin und zweifellos ein schönes Beispiel einer gotischen Kirche aus rotem Backstein. Sie verdankt ihre Existenz einem wohlhabenden Bürger, der aus dem fernen Bamberg an die Ostsee umsiedelte und sich als Kaufmann in Stettin einen Namen machte. Dieser Jakob Beringer stiftete der deutschen Gemeinde im Jahr 1187 die Jakobikirche. Ursprünglich entstand sie außerhalb des städtischen Verteidigungsrings auf einem Hügel. Beringer legte offenbar Wert darauf, dass ein Stück seiner fränkischen Heimat mit nach Stettin transportiert werden sollte, denn er nahm das Bamberger Kloster St. Michael der Benediktiner als bauliches Vorbild für "seine" Kirche mit nach Stettin. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Jakobikirche mehrfach umgebaut und präsentierte sich im 13. Jahrhundert als dreischiffige gotische Basilika.

Im hohen Rang einer "Basilica minor"

Über einen langen Zeitraum der Geschichte galt die Jakobikirche als religiöses Zentrum der in Stettin wohnenden Deutschen. Im Gegensatz zur Petrikirche, die zum Gotteshaus der slawischen Bewohner der Stadt wurde. Mit der Reformation änderten sich die Besitzverhältnisse, denn von nun an war die bis dahin katholische Kirche des Jakob Beringer, ein Teil der Pommerschen Evangelischen Gemeinde. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden 22.900 Gemeindemitglieder gezählt. Im August 1944 fiel die Jakobikirche durch einen Bombeneinschlag in Schutt und Asche. Nach 1945 betrieb die Katholische Kirche Polens den Wiederaufbau der Ruine zu einer Kathedrale. Fertiggestellt wurde sie allerdings erst 1971, und Papst Johannes Paul II. erhob sie im Jahr 1983 in den Rang einer Basilica minor. Dies ist ein Ehrentitel, der lediglich außergewöhnlichen Kirchen vorbehalten ist.

Per Fahrstuhl zur Aussichtsplattform

In der "grünen Stadt am Wasser" erhebt sich die Jakobikirche über einem großen Häusermeer. Wer im Rahmen einer Studienreise oder Klassenfahrt die schöne Stadt Stettin einmal von oben betrachten möchte, der sollte sich auf den Turm des Gotteshauses begeben. Möglich ist das täglich von 10 bis 19 Uhr. Die Aussichtsplattform in einer Höhe von 110 Metern ist seit Mai 2009 durch zwei Fahrstühle erreichbar. Die Kathedrale ist die zweithöchste in Polen - nur übertroffen vom Turm der Basilica in Lichen. Der einst mächtige Mittelturm entstand in den frühen Jahren des 16. Jahrhunderts, wurde bei der Belagerung der Stadt im Jahr 1677 zerstört und nach den Plänen des genialen Architekten Oskar Hossfeld neu errichtet. Der Hauptraum der Hallenkirche verfügt über mehrere achteckige Pfeiler. Bei einer Schulfahrt oder Studienreise sollten die Teilnehmer das mit Reliefs ausgestattete Triptychon aus dem 14. Jahrhundert nicht übersehen.

Uraufführung des "Sommernachtstraums"

Die diversen Kapellen der Jakobikirche wurden im Laufe der Jahre von den gläubigen Bewohnern Stettins reich ausgestattet. Die dortigen sehenswerten Altäre stifteten Kaufleute, Seefahrer und Mitglieder der Handwerkergilde. Außergewöhnlich ist aber auch die Orgel dieses Gotteshauses. Sie besteht aus nicht weniger als 4.743 Pfeifen und verfügt über einen starken und melodischen Klang. Die Jakobikirche von Stettin spielte im Übrigen sogar in der europäischen Musikgeschichte eine Rolle. Hier fand die Uraufführung der Ouvertüre zum "Sommernachtstraum" von Felix Mendelsson Bartholdy statt.
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