Piazza Armerina/Sizilien

Pulsierendes Leben über der Totenstadt

Sie ist schon eine alte Dame, die sizilianische Gemeinde Piazza Armerina. Seit Urzeiten thront sie unerschüttert auf ihrem Hügel und hat wohl schon so manches miterlebt. Auch wenn die Stadt, wie sie sich heute zeigt, erst im Mittelalter entstand, reichen die Wurzeln der Siedlung bis in graue Vorzeit zurück. Im Laufe der Geschichte haben sich hier erst die Römer niedergelassen, später die Lombarden. Schon bald platzte die Stadt aus allen Nähten und dehnte sich jenseits der engen Stadtmauern weiter auf die umliegenden Hügel und Hänge aus. Faszinierend und schaurig zugleich ist die Vorstellung, dass das heutige Piazza Armerina auf den Resten einer Totenstadt aus dem 8. Jahrhundert v. C. steht.

Ein grüner Glockenturm als Wahrzeichen der Stadt

Etwa 20.000 Menschen leben heute in Piazza Armerina. Sie verdienen sich ihr Geld ganz traditionell in der Landwirtschaft, aber auch in der Industrie, die vor allem Kleidung, Baustoffe und Werkzeug produziert. Wie viele Regionen Italiens ist auch Sizilien sehr katholisch – eine tief verwurzelte Religiosität, die man Piazza Armerina schon von Weitem ansieht. Denn das Wahrzeichen der Gemeinde, der grün verwitterte Glockenturm der Kathedrale Maria Santissime delle Vittorie, thront auf der Kuppel des Hügels und beherrscht so das gesamte Stadtbild. Wie viele andere Kirchen ist auch diese Kathedrale eine reizvolle Collage aus verschiedenen Baustilen: Als Bischofskirche des regionalen Bistums hat man die Kathedrale um 1600 geschickt an den 40 Meter hohen Glockenturm angebaut, der noch von der spätgotischen Vorgängerkirche übrig geblieben war. Wer tiefer in die Geschichte der Kathedrale eintauchen möchte, besucht das kleine Diözesanmuseum, das Gewänder, Monstranzen und Schreine der Erzbischöfe zeigt.

Eine Vielfalt an Sehenswürdigkeiten

Die sizilianischen Kirchen sind einzigartig in ihrem Baustil und ihrer Schönheit. Deshalb sind auch Sant'Ignazio, San Rocco und nicht zuletzt die Kirche San Stefano einen Besuch wert, die dem Theater Garibaldi direkt gegenübersteht. Das Theater der Stadt gaukelt dem Betrachter eine echte Renaissancefassade vor, die allerdings erst 1902 entstanden ist. Sehenswert ist auch das mächtige Kastell Spinelli aus dem 14. Jahrhundert, das noch an jene Zeiten erinnert, in denen Piazza Armerina unter spanischer Herrschaft stand.

Weltberühmte Mosaike vor den Toren der Stadt

Nach Piazza Armerina kommt man heute nur über die Straße, die Bahnlinie wurde vor einigen Jahrzehnten für den Zugverkehr geschlossen. Insofern sind alle Touristen, die diese Stadt besuchen, zwangsläufig motorisiert – was ein großer Vorteil ist. Denn draußen vor den Toren der Stadt wartet eine Überraschung, die man nicht verpassen sollte. Vier Kilometer von Piazza Armerina entfernt steht die spätrömische Stadtvilla "Villa Romana del Casale", die seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. "Villa" klingt recht bescheiden für den riesigen Gebäudekomplex, von dem heute noch 45 Räume erhalten sind. Der monumentale Eingangsbereich mit drei Bögen und einem mehreckigen Hof führt direkt ins Herz der Anlage, das üppig ausgestattet ist mit eindrucksvollen Säulenhallen, Gärten, Wasserbecken und einer eigenen Basilika. Auch die großzügige Thermenanlage hat bis heute überlebt. Der Boden fast aller Villenräume ist mit farbigen Mosaiken bedeckt, die aus etwa 120 Millionen einzelner Steinchen bestehen – eine schier unglaubliche Zahl.
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