Das Drents Museum in Assen

Weit gefächert ist das Angebot, das das Drents Museum im niederländischen Assen seinen Besuchern präsentiert. Bei einem Streifzug durch die diversen Säle des einstigen Amtshauses der Provinz Drenthe reichen die ausgestellten Exponate aus den Bereichen der Archäologie über jene der Kunst bis zu Zeugnissen der Geschichte. Das bereits im Jahr 1885 gegründete Museum, das 2011 einen Erweiterungsbau erhielt, ist seit jeher ein Publikumsmagnet und ein Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Auf einer Gesamtfläche von 4.600 Quadratmetern gibt es häufiger Sonderausstellungen, die über die Grenzen der Niederlande hinaus Beachtung finden.

Hünengräber, Einbaum und Moorleichen

Es finden sich nur wenige Museen in Europa, die zu einem derart abwechslungsreichen Spaziergang durch die Geschichte einladen und gleichzeitig Gemälde von Weltruf in ihren Mauern wissen. Ausgestellt werden Funde aus der Epoche der Neandertaler, Beigaben aus Hünengräbern und sogar Moorleichen sowie historische Boote, dem berühmten "Einbaum von Pesse". Dabei stand am Anfang der heute so umfangreichen Sammlung eine einfache Vitrine in einem Gebäude, das vor fast tausend Jahren die Nonnen eines Ordens der Zisterzienser beherbergte. Es entstanden an gleicher Stelle zunächst ein Kloster und später eine Abteikirche. Die mehr als 150 Zentimeter dicken Mauern des historischen Gotteshauses sind noch immer zu sehen.

Eine Fassade mit dem "Ur-Germanen"

Aus der Zeit des ausklingenden 19. Jahrhunderts stammt das Gebäude, in dem die Beamten der Provinzverwaltung von Drenthe ihr Tätigkeitsfeld hatten. Die sehenswerten Fassaden des heutigen Museums entstanden unter der Regie des Reichsbaumeisters Jacobus van Lokhorst. Der Architekt begeisterte sich für verschiedene Stilrichtungen - für den Neoklassizismus ebenso wie für die Neugotik. Zahlreiche Bildungseinrichtungen der Drenthe-Region trugen um die Jahrhundertwende seinen Stempel. Die Fassade des Drents Museum wird von einem Germanen gekrönt. Er soll den "Ur-Drenther" darstellen - mit dem Speer des Kriegsgottes Odin und dem Hammer des Gewittergottes Thor. Die Skulptur wurde gefertigt in der Werkstatt von Pierre Cuypers, der auch Architekt des Amsterdamer Hauptbahnhofes und des Reichsmuseums war.

Kutschenhaus auf einem Glassockel

Durch das geschichtsträchtige Kutschenhaus gelangen die Besucher des Drents Museums ins Innere des Gebäudes. Bei dessen Umgestaltung wurde das Kutschenhaus demontiert und später an gleicher Stelle auf einen 65 Zentimeter hohen Glassockel gesetzt. Wer diesen Eingangsbereich des Museums aufmerksam studiert, gewahrt noch die Raufen, an denen einstmals die Pferde angebunden waren. Zu einem optischen Glanzstück wurden im Neubau des Museums die frei hängenden Treppen, die mit ihrem Gewicht von rund 16.000 Kilogramm einer besonderen Belastung standhalten müssen. Nach einem Besuch des Museums empfiehlt sich ein Spaziergang durch den romantischen Garten mit seinen immerhin 12.000 Pflanzen.

Der "Unkraut verbrennende Bauer"

Zum Maler-Genie Vincent van Gogh hat die Region Drenthe eine besondere Beziehung. Die weiten Moore und einzigartigen Heidegebiete faszinierten und inspirierten ihn. Sie waren die Quelle seines Schaffens und fanden sich auf zahlreichen Gemälden wieder. Überlieferten Zeugnissen zufolge fertigte van Gogh während seines Aufenthalts in Drenthe im Jahr 1883 achtzehn Studien an. Erhalten blieben fünf Gemälde, die in dieser Provinz entstanden. Dazu zählt das ausdrucksstarke Motiv des "Unkraut verbrennenden Bauern". Van Gogh hielt diese Stimmung der abendlichen Dämmerung und dem Flackern eines Feuers auf der ihm eigene Art wieder. Dieses kleinformatige Bild ist im Drents Museum zu bewundern.

Das größte Puppenhaus der Niederlande

Dem nordischen Realismus der niederländischen Maler widmet sich eine umfangreiche kunstgeschichtliche Sammlung im Drents Museum. Präsentiert werden unter anderem Werke von Matthijs Röling, Sam Drukker, Barend Blankert, Douwe Elias und Eddy Roos. Die Überlieferungen zeitgenössischer Realisten vervollständigen das Angebot. Immer wieder lädt das Museum zu Wechselausstellungen ein. Kinder werden begeistert sein von einem Puppenhaus aus dem 18. Jahrhundert. In jedem Zimmer dieses historischen Hauses, dem größten dieses Formats in den Niederlanden, gibt es etwas zu bestaunen. Privaten Förderern verdankt das Museum dieses Anschaffung.

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