Château d’If bei Marseille


Das Château d’If ist eine Festung und ehemaliges Gefängnis auf der Île d'If, einer kleinen Insel rund 1,5 km vor der Hafenstadt Marseille im Südosten Frankreichs. Berühmt wurde die Festung als Schauplatz des Literaturklassikers „Der Graf von Monte Christo“ von Alexandre Dumas, dessen Protagonist, Edmond Dantès, in If inhaftiert ist. Obwohl der 1844 erschienene Roman ein rein fiktives Werk ist, hat das Château seine berühmte Zelle bis heute bewahrt.

Ein Bau mit Schwierigkeiten


Franz I. gab im Jahr 1516 den Befehl, Château d’If zu errichten – einerseits, um die Küste vor Invasionen zu schützen und andererseits, um Marseille zu überwachen. Marseille war erst 1480 an Frankreich gefallen und hatte sich seitdem das Privileg erhalten, selbst für seine Verteidigung verantwortlich zu sein. Daher waren die Bewohner strikt gegen dieses Bauwerk, das sie bewachen sollte und das die Herrschaft Frankreichs über ihre Stadt symbolisierte. Der Bau des Châteaus begann daher erst 1528 und dauerte drei Jahre lang.

Die Festung wurde auf der winzigen Kalkstein-Insel If – der kleinsten der Marseille vorgelagerten Inseln – erbaut, die kaum größer ist als die Festung selbst. Als Vorbild galten dabei Bauwerke aus dem Mittelalter: Das Château hat einen Bergfried, hohe Mauern, drei Türme mit Schießscharten, einen Wassergraben und eine Zugbrücke. Die Festung ist so gebaut, dass sie mit schwerer Artillerie bestückt werden kann.

Ein geschichtsträchtiges Gefängnis


Ab 1540 diente das Château d’If als Staatsgefängnis. Rund 350 Jahre lang wurden hier nicht nur Gegner des Königshauses und Protestanten, sondern auch Sträflinge, Banditen, Diebe und Mörder gefangen gehalten. Die ärmsten von ihnen wurden in fensterlose Zellen im Erdgeschoss verfrachtet. Die Lebensbedingungen in diesen Zellen waren so hart, dass die Lebenserwartung der Insassen nur rund neun Monate betrug. Viele Gefangene starben an Vernachlässigung. Die wohlhabenderen Häftlinge hingegen wurden in größeren Zellen untergebracht, die sogar ein Fenster und einen Kamin hatten. Für dieses Privileg mussten sie allerdings bezahlen.

Einer der bekanntesten Insassen war Jean-Baptiste Chataud, der hier drei Jahre lang gefangen gehalten wurde. Ihm wurde vorgeworfen, 1720 als Kapitän seines Schiffes „Grand Saint-Antoine“ die Pest eingeschleppt zu haben. Bis zu 50.000 Menschen – rund die Hälfte der Bevölkerung Marseilles – sind folgedessen an der Pest gestorben.

18 Jahre lang war Château d’If die (zweit-)letzte Ruhestätte von Jean-Baptiste Kléber, einem General der französischen Revolutionsarmeen. Nach seiner Ermordung in Kairo im Jahre 1800 wurde sein Leichnam nach Marseille überstellt. Aus politischen Gründen konnte man sich nicht so recht einigen, was man nun mit ihm tun sollte und bewahrte die einbalsamierte Leiche hier auf. Erst 1818 wurde Kléber schließlich in Straßburg beigesetzt.

Die letzten Gefangenen im Château d'If waren deutsche Kriegsgefangene aus dem Ersten Weltkrieg. Im Zweiten Weltkrieg sind die Deutschen auf die Insel zurückkehrt, diesmal aber nicht als Gefangene. Stattdessen wurde die Burg wieder zu einer Verteidigungsstruktur, um die herum Flugabwehrgeschütze stationiert waren, um Marseille vor alliierten Bombern zu schützen. Community: 0 Bewertungen
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