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Oscar Wilde House in Dublin

Oscar Wilde war ein Dandy: Er liebte extravagante Kleidung, trug sein Haar schulterlang, glänzte durch akademisches Wissen und große Eloquenz, aber vor allem war er besonders geistreich. Sprachwitz prägt seine Dramen und seinen einzigen Roman. Die Spur des Literaten führt zum Haus seiner Jugend am North Merrion Square im Herzen Dublins.

Oscar Wildes House in Dublins Southside

Der Weg durch die georgianische Southside Dublins führt unweigerlich zur bronzenen Statue der drallen Fischverkäuferin Molly Malone, einem der Wahrzeichen der irischen Hauptstadt. Von dort aus führt er über die Clare Street zum Merrion Square mit seinen typischen backsteinernen Fassaden, kunstvoll-schmiedeeisernen Balkonen, besonders farbenprächtigen Eingangstüren und einer Parkanlage voll sattem Grün in der Mitte. In diesem Postkartenmotiv fällt ein Eckhaus besonders auf: Im ältesten Haus am Platz mit der Adresse North Merrion Square Nr. 1 erlebte der berühmte irische Schriftsteller Oscar Fingal O'Flahertie Wills Wilde (* 16.10.1854; † 30.11.1900) seine Jugendjahre.

In der Liste namhafter Literaten wie George Bernard Shaw, William Butler Yeats, Samuel Beckett und anderer, die Dublin mit ihren Werken zu einer „Unesco City of Literature“ machten, gilt er als eine sehr berühmte und dazu als besonders schillernde Persönlichkeit – in Stein gemeißelt lümmelt das Enfant terrible dann auch ganz in der Nähe.

Eine ungewöhnliche Familie

In dem heute liebevoll restaurierten und mit schönen georgianischen Möbeln eingerichteten Haus wohnte die nicht nur wohlhabende, sondern durchaus auch außergewöhnlich zu nennende Familie Wilde in den Jahren 1855 bis 1876. Oscar Wildes Vater Sir William Wilde war der angesehenste Augen- und Ohrenarzt Irlands, der in seiner Freizeit sogar noch Bücher über das irische Altertum und gälische Folklore verfasst hatte. Eine Reihe von wohltätigen Medizinstiftungen sind bis dato mit seiner Persönlichkeit verbunden und auch zwei Kinder, die er nicht mit seiner Frau gezeugt hatte. Diese Frau, Oscar Wildes Mutter Lady Jane Wilde, war gleichfalls eine passionierte Verfechterin der irischen Kultur, verfasste unter dem Synonym „Speranza“ patriotische Gedichte und unterhielt im Haus einen Salon, in dem Dublins geistige Größen der Zeit verkehrten.

So kann man sich das Leben des jungen Oscar als durchaus intellektuell und als künstlerisch vorstellen. Ihren Anteil an seiner Entwicklung hatten zudem das Wirken eines französischen Kindermädchens und einer deutschen Gouvernante. Deutsch und Französisch waren also keine Fremdsprachen für Oscar Wilde, der vom Haus am Merrion Square aus als Teenager das Trinity College Dublin besucht hatte.

Später, da war er allerdings bereits 42 Jahre alt und aus dem Haus am Merrion Square längst weggezogen, schrieb er denn auch ein Versdrama auf Französisch: Die Tragödie „Salome“ wurde zum Libretto der gleichnamigen Oper von Richard Strauß.

Allerdings sollte weniger sein literarisches Werk als womöglich exaltierter, aber keinesfalls hohler Vertreter eines dandyhaften Ästhetizismus innerhalb der „L'art pour l'art“ Strömung alleiniger Grund zum Besuch des Hauses sein. Auch nicht sein Wirken als Verfasser schönster und durchaus sozialkritischer Märchenerzählungen, brillanter Salonkomödien, des berühmten „Bildnis des Dorian Gray“ oder der Lebensbeichte „De Profundis“ sind für sich die ausschlaggebenden Gründe, das Haus in Dublins georgianischer Southside zu besichtigen. Es ist sicher auch die Aura des viktorianischen Zeitalters.

Das Enfant terrible aus Granit

So ist es das Eckhaus Nr. 1 am North Merrion Square samt seines Interieurs, das viel aussagt über den Zeitgeschmack der damaligen viktorianischen Epoche, der Oscar Wilde durchaus beeinflusste. Heute finden in dem Haus zudem besonders interessante Kunstausstellungen statt.

Ganz genau passend zu der Persönlichkeit als Enfant terrible lümmelt in der geradewegs gegenüberliegenden Parkecke ein steinerner Oscar Wilde auf einem Quarzbrocken. Umgeben ist er heutzutage von Künstlern verschiedenster Couleur, denen Besucherinnen und Besucher bei der Arbeit zusehen können. Diese besonders kreative Atmosphäre wird überstrahlt von einer Sammlung schöner historischer Gaslaternen – und schon wieder von der Aura des Oscar Wilde. Community: 0 Bewertungen
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