Nationales Kinomuseum im Mole Antonelliana in Turin

Das Museo Nazionale del Cinema (Nationales Kinomuseum) in Turin ist das wichtigste Museum Italiens, das der Geschichte des Kinos und des Films von den Anfängen bis zur Gegenwart gewidmet ist. Das Museum ist in der Mole Antonelliana untergebracht, einem imposanten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das von dem Architekten Alessandro Antonelli entworfen wurde, nach dem es benannt ist, und das ein wichtiges Wahrzeichen und architektonisches Symbol der Stadt Turin ist.

Was werden Sie im Kinomuseum sehen?

Die Dauerausstellung des Museums ist eine visuelle Reise durch die Geschichte des bewegten Bildes von der Archäologie des Kinos bis zum Fernsehen. Die Ausstellung ist in verschiedene Abteilungen unterteilt und zeigt seltene Artefakte, Filme, Szenenobjekte und -sets, Plakate, Rekonstruktionen und Modelle. In der Aula del Tempio (Saal des Tempels) können die Besucher, auf mehreren Chaiselongues liegend, verschiedene Filmausschnitte auf großen, an den Wänden hängenden Bildschirmen betrachten und dabei leicht das Zeitgefühl verlieren. Ein gläserner Aufzug, der in der riesigen Kuppelhalle auf und ab fährt, ermöglicht den Zugang zu einem 360°-Panoramablick, 85 Meter über dem Straßenniveau.

Das Museo del Cinema organisiert Wechselausstellungen, Sonderveranstaltungen und pädagogische Aktivitäten, die sich insbesondere an Kinder und Schulen richten.

Das behindertengerechte Gebäude des Museums beherbergt auch eine Mediathek, ein Restaurant und eine Buchhandlung.

Nationales Kinomuseum im Mole Antonelliana in Turin – eine historische und architektonische Analyse

Das Kinomuseum wurde 1958 im Palazzo Chiablese in Turin eröffnet, wo es bis 1985 blieb, als es aus Sicherheitsgründen geschlossen wurde. Im Jahr 1992 wurde die Stiftung Maria Adriana Prolo – Museo Nazionale del Cinema gegründet, um ein neues Museum einzurichten, und im August 2000 wurde das Nationale Filmmuseum von Turin an einem neuen prestigeträchtigen Ort, der Mole Antonelliana, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Geschichte der Mole Antonelliana

Die Arbeiten für den Bau der Mole Antonelliana begannen 1863. Der Architekt Alessandro Antonelli wurde beauftragt, eine neue Synagoge zu entwerfen, um die 1843 per Gesetz eingeführte Religionsfreiheit zu feiern. Die Ereignisse entwickelten sich bald zu einem Problem, denn Antonelli, der sein Projekt als „vertikalen Traum“ bezeichnete, änderte den ursprünglichen Entwurf mehrfach und erhöhte die geplante Gebäudehöhe schrittweise von 47 auf 113 Meter, bis die Arbeiten 1869 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten eingestellt wurden. Diese ohnehin schon schwierige Situation wurde durch strukturelle Probleme noch verschlimmert und 1873 zog sich die jüdische Gemeinde schließlich von dem Projekt zurück und verkaufte das Gebäude an die Stadt Turin, die es in ein Denkmal für die gerade vollzogene Einigung Italiens umwandelte.

Das Gebäude wurde 1889 fertiggestellt, allerdings nicht von Alessandro Antonelli, sondern unter der Leitung seines Sohnes Costanzo. Mit einer Höhe von 167,5 Metern war es das höchste Backsteingebäude in Europa.

Das Museum – ein Universum des Kinos

Die bizarre Architektur der Mole scheint ihren angemessensten Platz gefunden zu haben: Das Museum des Kinos. Es hat den Anschein, als ob die oneirische und immaterielle Dimension des Kinos und der „vertikale Traum“ von Antonelli nach 150 Jahren endlich aufeinander treffen und dem Museum einen einzigartigen Ort bieten.

Beim Rundgang durch das Museum wird der Besucher vollständig in das Universum des Kinos und die Welt der Fantasie einbezogen. Wenn die erste Abteilung mit dem Titel „Die Archäologie des Kinos“ die Anfänge des Kinos anhand von Ausrüstungen und Gegenständen der Filmpioniere schildert und die Abteilung „Die Kinomaschine“ den komplexen Prozess der Filmherstellung darstellt, ist das Herzstück des Museums zweifellos der Tempelsaal, in dem die überwältigenden Dimensionen und die Proportionen des umgebenden Raums eine grundlegende Rolle für die Verstrickung der Menschen spielen.

Genießen Sie eine vielgestaltige Show

Wie auf einer Theaterbühne können die Besucher, wenn sie sich auf mehrere rot gefärbte Liegen legen, eine vielgestaltige Show genießen: Ihr Blick springt hin und her zwischen der Kinoleinwand, auf der Filme in Rotation projiziert werden und dem beeindruckenden Kuppelsaal mit seinem Panoramaaufzug, der in der Mitte der großen Leere auf- und abfährt, der spiralförmigen Rampe, die entlang des Umfangs verläuft und der „poppigen“ Rekonstruktion von Filmsets.

Wenn man die Rampe hinauffährt, die an die Form eines Kinofilms erinnert und für temporäre Ausstellungen genutzt wird, kann man den gesamten Saal überblicken; der halb beleuchtete Raum, der von Lichtprojektoren angestrahlt wird und der Effekt, der durch die unaufhörliche Fahrt des Aufzugs entsteht, versetzen den Besucher in eine Szene, die wie aus dem Film Metropolis aussieht. Nicht zufällig wurde am oberen Ende der Rampe eine Rekonstruktion der berühmten Uhr platziert, die den gesamten Raum beherrscht. Community: 0 Bewertungen
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