Museum der Japanischen Kunst und Technik Manggha in Krakau

Krakau, die geschichtsträchtige polnische Stadt am Oberlauf der Weichsel, ist seit Jahrhunderten eine Metropole der Kultur. Auch deshalb ist sie ein traditionelles Ziel einer Studienreise oder Klassenfahrt. Junge Menschen fühlen sich hingezogen zum Flair dieser multikulturellen Stadt. Hier hat die Geschichte viele Spuren hinterlassen, und wer Krakau mit offenen Augen durchstreift, der begegnet rund um den beeindruckenden Wawelhügel nicht weniger als hundert Kirchen und dreißig Museen. Ein Museum in Krakau war im Juli 2002 sogar das Ziel des japanischen Kaisers Akihito und seiner Frau Michiko. Der 125. Tenno in der Geschichte des fernöstlichen Landes zeigte sich begeistert vom Museum der Japanischen Kunst und Technik. Und da sich die Betreiber eine etwas umständliche Beschreibung ausgedacht haben, sprechen die Krakauer schlicht von "Manggha", wenn sie diese Filiale des Nationalmuseums meinen.

Ein modernes Gebäude am Ufer der Weichsel

Es ist die ebenso spannende wie faszinierende Welt des Fernen Ostens, die sich unter dem geschwungenen Dach dieser selbstständigen Kultureinrichtung an der ul. Konopnickiej 26 präsentiert und seit der Eröffnung die kulturelle Landschaft Krakaus erweitert. Das moderne Gebäude am Ufer der zumeist träge dahinfließenden Weichsel entstand, weil das Nationalmuseum mit seiner japanischen Sammlung an die Grenze der Belastbarkeit stieß und einen geeigneten Rahmen für seine Exponate suchte. Der international gefeierte japanische Architekt Arata Isozaki wurde mit zwei Krakauer Architekten mit dem Bau beauftragt. Dabei entstanden ein eindrucksvolles Ensemble und eine angemessene Heimstatt für Kunst und Technik eines fernen Landes. Japan würdigte das Museum Manggha im Jahr 1997 mit dem Sonderpreis der Japanese Foundation.

15.000 Exponate schlummerten in vielen Kisten

Die Basis der heutigen Sammlung stammt aus dem Nachlass des polnischen Kunstkritikers Feliks Jasienski. Der war nicht unumstritten, denn mit seinen Texten, die er für diverse Magazine und Zeitungen unter dem Decknamen "Manggha" schrieb, eckte er häufiger an. Es war insbesondere seine japanische Hokusai-Sammlung, die zahlreiche polnische Künstler des Jugendstils bei ihren Werken beeinflusste. In den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts beabsichtigte Jasienski, diese japanischen Schätze dem Warschauer Nationalmuseum zu übertragen, doch da seine Essays in der polnischen Öffentlichkeit erheblichen Widerspruch fanden und er in Warschau nur auf ein geringes Interesse an seiner Sammlung traf, vermachte er seine umfangreichen Werke dem Krakauer Nationalmuseum. Ein dreiviertel Jahrhundert schlummerten die immerhin 15.000 Exponate in Kisten.

Das Engagement des Regisseurs Andrzej Wajda

Wer im Rahmen einer Schulfahrt oder einer Studienreise in Krakau dieses interessante Museum besucht, der wird erfahren, dass der bekannte polnische Film- und Theaterregisseur Andrzej Wajda eine wichtige Rolle beim Entstehen des Museums der Japanischen Kunst und Technik spielt. Der war als junger Mann begeistert von der japanischen Kunst, die er in den Krakauer Tuchhallen zu Gesicht bekam. Als Wajda im Jahr 1987 den renommierten Kyoto-Filmpreis der Inamori-Foundation erhielt, stand sein Entschluss fest: Er stiftete seinen Geldpreis zum Bau eines Museums. Dort sollte die fast schon vergessene Sammlung des Feliks Jasienski einen würdigen Platz erhalten. Am 30. November 1994 wurde das neue Museum in Krakau feierlich eröffnet. Wajda hatte unter anderem eine Spende über eine Million amerikanische Dollar von der East Japan Railway Workers Union erhalten.

Der "Vater des japanischen Farbholzschnitts"

In einem modernen Gewand präsentiert das Museum nunmehr über 6.000 Exponate. Dabei nehmen die Holzschnitt-Grafiken der bedeutendsten japanischen Künstler aus dem 17. bis 19. Jahrhundert einen breiten Raum ein. Unter anderem stammen sie von Suzuki Harunobu, der in seiner Heimat als "Vater des japanischen Farbholzschnitts" gefeiert wird. Auf ein breites Interesse bei den jüngeren Besuchern, die im Rahmen einer Klassenfahrt oder einer Schulfahrt nach Krakau kommen, wird die japanische Militaria stoßen. Zu sehen sind Samurai-Rüstungen, Helme, Masken und Zierschwerte. Die Einrichtung versteht sich als aktives Kulturzentrum, das sich der Aufgabe widmet, das Wissen über die japanische Kultur, Kunst und Lebensgewohnheiten zu verbreiten.
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