Kunsthaus NRW Kornelimünster
Nordrhein-Westfalen gilt als führendes Kunstzentrum Deutschlands und ist reich an Galerien und Museen. Auch das Kunsthaus NRW Kornelimünster in gehört zu diesen kulturellen Einrichtungen und konzentriert sich in der Sammlung auf regionale Kunstwerke, die in der Zeit zwischen 1910 und heute entstanden sind. Hier verschmilzt die barocke Architektur eindrucksvoll mit der zeitgenössischen Kunst. Die einstige Abtei ist geschmückt mit Decken- und Wandmalereien aus dem 18. Jahrhundert, die einen spannenden Kontrast zu den gezeigten modernen Werken bilden. Dazu gibt es einen Skulpturengarten im Außenbereich.Die Geschichte des Kunsthauses NRW Kornelimünster
Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte in Nordrhein-Westfalen ein systematischer Ankauf von Kunstwerken, die von entrechteten und verfolgten Künstlerinnen und Künstlern stammten. Sie waren Teil der „Entarteten Kunst“ unter der Nazi-Herrschaft, die in ihrer Propaganda solche Kunstwerke diffamierte, die nicht ihrer Ideologie entsprachen und als „undeutsch“ galten. Der Beginn der Sammlung lässt sich auf das Jahr 1948 festlegen, mit dem Erwerb eines Aquarells von Karl Schwesig. Im Verlauf der Zeit verlagerte sich der Fokus dann immer mehr auf die Förderung junger Talente, die aus der Region stammten. So kamen etwa 5.000 Werke zusammen, die ab 1976 in der ehemaligen Reichsabtei Kornelimünster gezeigt wurden, mit vielen bekannten Künstlern wie Max Ernst, Joseph Beuys, Sigmar Polke, Gerhard Richter und Jörg Immendorff.Später richtete sich das Interesse auf die Nachwuchsförderung. Für den Ankauf war ein Studienabschluss an einer der Kunsthochschulen Nordrhein-Westfalens notwendig. Zu einem kleinen Teil wurden auch Künstler gefördert, die ihren Wohnsitz im Land hatten. Die Auswahl erfolgt durch Recherche und durch die Abstimmung einer mehrköpfigen Fachkommission, nicht durch Bewerbung. Ebenso werden Förderpreise vergeben, um Künstler am Anfang ihrer Karriere zu unterstützen.
Die Abtei als ehemaliges Kloster
Das Gebäude des Kunsthauses NRW Kornelimünster ist wiederum deutlich älter. Hierbei handelt es sich um die Mauern eines Klosters, das von Benedikt von Aniane im Jahr 814 in der Nähe der Aachener Kaiserpfalz gegründet wurde. Im 18. Jahrhundert ließ es Fürstabt Hyazinth Alfons Graf von Suys zu einem prächtigen Barockschloss ausbauen. Es erhielt fünf Flügel und zwei innenliegende Höfe. In dieser Zeit entstanden die aufwendig gearbeiteten Deckengemälde, die heute in den Sälen zu sehen sind. Anfang des 19. Jahrhunderts, im Zuge der Säkularisation, fiel das Abteigebäude ohne die Kirche in den Landesbesitz Nordrhein-Westfalens, das auch die Restauration und Eröffnung des Kunsthauses übernahm. Neben den regionalen Werken werden nun auch vermehrt Wechselausstellungen mit internationalen Bezügen gezeigt, die bis in den Außenbereich im Skulpturengarten reichen.Die schönsten Ausstellungen im Überblick
Eine der wichtigsten Sammlungen trägt den Titel „Zwischenspiel“ und ist im Obergeschoss und im Skulpturengarten zu sehen. Der Fokus ist hier auf die Kunstlehre und Kunstentwicklung gelegt, mit integrierten Werken, die im 20. und 21. Jahrhundert entstanden und den Bezug auf Nordrhein-Westfalen haben. Neben den ikonischen Namen der Nachkriegszeit sind weitere Künstler aus den Bereichen Informel, Konkrete Kunst, Zero, Skulptur, Installation und Fotografie zu sehen. Die Führungen finden in mehreren Sprachen statt. Ebenso können Gruppenführungen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten vereinbart werden.Erfolgreich ist die Ausstellung „Klassenverhältnisse“, die sich für Schulklassen und Gruppen anbietet. Die Werke stammen aus der eigenen Sammlung, sind aber auch Leihgaben von der Kunstakademie Düsseldorf. Hier dreht sich alles um den Kosmos „Kunsthochschule“, mit klassischen Kunstgattungen und zeitgenössischer Präsentation. Neben Malerei, Fotografie und Bildhauerei sind Werke der Druckgrafik und Performance zu sehen, ebenso Film und Video. Neben dem Handwerk und der historischen Entwicklung stehen das konzeptuelle Denken, der Humor und die Ausbildung des Künstlers im Vordergrund. Eindrucksvoll ist auch die globale Vernetzung der Kunsthochschulen und ihrer einflussreichen Professoren.
Der Skulpturengarten und weitere Entdeckungen
Mit der Besichtigung der Ausstellungen ist für Sie der Skulpturengarten im Außenbereich zugänglich, der ein besonderes Highlight darstellt. Hier treffen Sie auf zeitgenössische Installationen und Skulpturen, die bei den aktuellen Wechselausstellungen auch immer durch ortsspezifische Arbeiten und abstrakte Plastiken erweitert werden. Ferner besitzt das Kunsthaus offene Depoträume und eine Bibliothek, die noch mehr Hintergrundinformationen und Lesestoff bereithält. Community: 0 BewertungenBewerten Sie diesen Ort.