Warum die Kunsthalle Emden einen Besuch wert ist

Der rote Klinkerbau ist schon von Weitem zu sehen und verleiht der ostfriesischen Stadt Emden ein weiteres touristisches Highlight. Angesprochen sind in diesem Fall aber nicht die Freunde des maritimen Spektakels, sondern die Anhänger der Kunst, denn bei dem rötlichen Gebäude handelt es sich um die Kunsthalle in Emden. Sie wurde Mitte der 1980er Jahre erbaut und gehört damit zu den neueren Galerien des Nordens. Entsprechend bietet die Emdener Location ihren Besucherinnen und Besuchern Kunst der Moderne und Gegenwart.

Henri Nannen als Vater der Kunsthalle

Erbaut beziehungsweise gestiftet wurde das Haus von Henri Nannen. Der Verleger und Publizist war langjähriger Herausgeber der Zeitschrift „Stern“ und seines Zeichens großer Kunstliebhaber. Während seines Wirkens trug Henri Nannen 650 Kunstwerke zusammen, die er geschlossen der Emdener Kunsthalle spendete. Zwar verbrachte Nannen weite Teile seines Lebens in Hamburg, wollte seine Sammlung an Kunstschätzen aber nicht an „eine weitere Galerie“ in der Hansestadt vermachen. Bei Emden erkannte er ein Alleinstellungsmerkmal, ist die Kunsthalle doch die einzige ihrer Art in der Hafenstadt. Hier sollte sein Nachlass wirken und bereichert die hauseigene Sammlung bis zum heutigen Tag. Damit nicht genug: Auch der aus München stammende Galerist und Sammler Otto van den Loo erkannte in der Emdener Immobilie eine Schatzkammer, die er mit Nachschub belieferte. Seine Schenkung fiel so umfangreich aus, dass das Haus förmlich aus allen Nähten platzte und ein Anbau notwendig wurde. Plötzlich reichte der Umfang des vom Architektenpaar Ingeborg und Friedrich Spengelin entworfenen Gebäudes nicht mehr aus, denn weitere Schenkungen und Ankäufe vergrößerten das Volumen an Kunstwerken. Mittlerweile verfügt die Kunsthalle in Emden über eine Sammlung von mehr als 1.500 Bildern.

Neue Sachlichkeit im Angebot

Ein wesentlicher Teil des hauseigenen Konvoluts gehört in die Sparte der „Neuen Sachlichkeit“. Diese Kunstrichtung beinhaltet eine Fokussierung auf die Aspekte des Sichtbaren. Zeitlich beginnt die Ära der ausgestellten Bildnisse mit dem Ende des Ersten Weltkriegs. Die Schmach der erlittenen Niederlage und der daraus resultierende Schmerz spiegelt sich in den Werken zahlreicher Künstler, die nicht mit Sozialkritik sparen. Die „Neue Sachlichkeit“ umspannt die Phase der Weimarer Republik und endet mit der Machtergreifung der Nazis. Namhafte Protagonisten der „Neuen Sachlichkeit“ sind Otto Dix, Georg Groß und Lotte Laserstein.

Expressionistische Eindrücke

Weiterer Schwerpunkt der hauseigenen Sammlung ist der deutsche Expressionismus. Er nimmt seinen Ausgang am Ende des 19. Jahrhunderts und wendet sich inhaltlich gegen den Naturalismus. Stilistisch wird der Expressionismus von aggressiven Formen und Figuren dominiert. Die Farben sind überdeutlich akzentuiert, wobei vermeintlich Banales heroisiert wird. Wesentliche Vertreter des deutschen Expressionismus sind August Macke, Emil Nolde und Max Pechstein. Community: 0 Bewertungen
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