Das Holbaek Museum in Dänemark

Von den Dänen sagt man, sie seien besonders glücklich. Wer sich auf Spurensuche begibt und begreifen möchte, warum dies so ist, der wird auf das Wort "hyggelig" stoßen. Für die Dänen ist das die Bezeichnung für "glücklich sein", und dahinter verbirgt sich offenbar eine Lebens-Philosophie. "Hyggelig" ist ein Teil der dänischen Kultur, und wer sich als Teilnehmer einer Studienreise oder Klassenfahrt in diesem skandinavischen Land mit den überlieferten Gewohnheiten der Menschen beschäftigen möchte, der sollte sich im im Holbaek Museum umschauen. Dort wird so mancher verstehen, dass es oft die kleinen Dinge im Leben sind, die "hyggelig" machen. Vielleicht auch deshalb, weil sich dann Gefühle wie Geborgenheit, Vertrautheit und Wärme einstellen.

Historische Häuser am Iselfjord

Holbaek ist eine Hafenstadt am romantischen Iselfjord. Sie ist überschaubar, von der Hauptstadt Kopenhagen schnell zu erreichen und von einem hügeligen Naturpark umgeben. Allein das würde genügen, um Holbaek als Ziel einer Schulfahrt zu wählen. Doch in einem besonderen Maße bietet sich das eindrucksvolle kulturhistorische Heimatmuseum an, um dort länger zu verweilen. Unter der Bezeichnung "Volksmuseum für Holbaek und umliegende Bezirke" öffnete diese Anlage im Jahr 1910 ihre Tore. Eine erste Ausstellung fand im Kloster an der St.-Nikolai-Kirche statt. Neun Jahre später folgte der Umzug zur Klosterstraede, und seither werden die dortigen dreizehn historischen Häuser gehegt und gepflegt. Sie sind ein Spiegelbild der dänischen Kultur, und man sollte viel Zeit mitbringen, um sich einen Gesamteindruck von diesem hübschen Museum zu verschaffen.

Ein Freiluft-Museum am Marktplatz

Zunächst war die Sammlung, die heute Menschen aller Altersgruppen begeistert, eher bescheiden. Zu den ersten ausgestellten Objekten gehörten ein dreieckiger Hut, eine Biskalschuppe aus Holz und ein Gesangbuch aus dem Jahr 1807. Heute umfasst das Angebot im Holbaek Museum rund 250.000 Exponate. Dazu zählt die größte dänische Sammlung an Knabstrup-Keramik und damit einer Handwerkskunst, die durch ihre klaren Formen und ihr funktionelles Design besticht. Dies ist ein Freiluft-Museum der besonderen Art, denn die Gebäude stehen fast ausschließlich an ihrem ursprünglichen Ort, dem Marktplatz in der Altstadt von Holbaek. Ihre Geschichte reicht zurück bis ins 17. Jahrhundert. Darunter befindet sich das historische Rathaus mit seinem ockerfarbenen Backstein. Es entstand 1844 und wurde unter dem Einfluss Napoleons im Empire-Stil errichtet. Hier wurde ehemals auch die Feuerwehr untergebracht, und das Rathaus verfügte zudem über Arrestzellen. Im Fachwerkhaus an der Klosterstraede 16 wohnte um 1670 der Pfarrer, später wurde das Gebäude als Armenhaus und auch als Schule genutzt.

Die Schule für "bürgerliche Mädchen"

Im Jahr 1844 übernahm die Gemeinde einen alten Bauernhof und nutzte diesen für "bürgerliche Mädchen" als Handarbeitsschule. Einige dieser alten Gebäude, die sich nun für Besucher einer Klassenfahrt öffnen, sollten ursprünglich in den Jahren des Ersten Weltkriegs abgerissen werden, doch die Betreiber des soeben eröffneten Museums retteten einige dieser steinernen Zeugnisse aus längst vergangenen Zeiten. So auch das Baghuset, das im Jahr 1670 entstand und ein Armenhaus mit Schlafsaal, Speisesaal und Arbeitsplätzen war. Der Koebmandsgarden gehörte im 17. Jahrhundert dem Kapitän und Kaufmann Christen Thomsen. Dies ist das einzige Haus, das nicht an seinem ursprünglichen Platz zu besichtigen ist. Hundert Jahre jünger ist der Tee-Pavillon aus dem Apotheken-Garten, der inzwischen für diverse Freizeitaktivitäten genutzt wird.

Das hundert Jahre alte Lotsenboot

Seit dem Jahr 1999 zählt auch ein hundert Jahre altes Lotsenboot zum Angebot des Holbaek Museums. Es war über einen langen Zeitraum als Hafenboot auf dem Iselfjord im Einsatz und charakterisiert die alten Holzboote und die Kulturgeschichte der Stadt als Hafen. Die historischen Gebäude am Marktplatz geben mit ihrem Innenleben Einblicke in den Alltag der Menschen in vergangenen Jahrhunderten. Wer sich vor einer Schulfahrt oder Studienreise mit Dänemark beschäftigt, der wird wissen, dass das Land seine westindischen Kolonien 1917 verkaufte und damit die Kolonialzeit beendete. Eine Spezialausstellung berichtet von den Zeiten, als viele Dänen Kontakte zu den westindischen Inseln pflegten. Community: 0 Bewertungen
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