Zuiderzeemuseum in Enkhuizen

Holland und die See - das ist seit Jahrhunderten die Geschichte vom Kampf der Menschen mit den Elementen. Es war die Sturmflut des Jahres 1953, die das Land veränderte und in einer Länge von zweihundert Kilometern die Deiche brechen ließ. Viele Menschen wurden damals im Schlaf von den Wassermassen überrascht, und die Einwohner des kleinen Ortes Enkhuizen waren erleichtert, dass sie von der Springflut am westlichen Bereich des Ijsselmeeres einigermaßen verschont blieben. Auch ein Vorläufer des heutigen Zuiderzeemuseums im Wilhelminapark überstand die Katastrophe schadlos. Wer heute im Rahmen einer Schulfahrt oder einer Studienreise durch das dortige Freilichtmuseum bummelt, der bekommt einen nachhaltigen Eindruck vom einstigen holländischen Alltagsleben.

Ein nicht immer leichtes Dasein an der rauen See

Althergebrachte Bräuche dieser Region in den Niederlanden wurden im Zuiderzeemuseum in Enkhuizen zum Leben erweckt. In vielen Audioerzählungen berichten die Einwohner der kleinen Stadt von dem nicht immer leichten Dasein in einer mal romantischen und dann wieder rauen Natur. Enkhuizen ist ein Endpunkt des Markerwaarddeichs, der die Gegend über das Ijsselmeer mit Lelystad verbindet und nun ein beliebter Ferienort nicht nur für die Holländer ist. Das Meer und die Fischerei spielten schon immer eine überragende Rolle für die Einwohner. Hier wurden Heringe, Schollen und Sardellen gefangen, und an Land gab es Segelmacher, Schiffsschmiede, Korbmacher, Garnelenschäler und Handwerker, die sich auf das Flicken von Fischernetzen verstanden. Ihnen allen begegnet man bei einer Besichtigung des Freilichtmuseums in Enkhuizen.

Gebäude aus dem Besitz der Ostindien-Kompanie

Ursprünglich beschränkte sich der Vorläufer des heutigen Zuiderzeemuseums im Wilhelminapark auf Häuser, die man aus Pappe errichtete. Die Bewohner der kleinen Fischerstadt bewegten sich dort in ihren historischen Trachten und waren schon immer ein touristischer Anziehungspunkt. Zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gründete sich in Enkhuizen ein Verband der Freunde des Zuiderzee-Museums und erhielt am 16. Januar 1948 ein königliches Dekret, das die Anlage in den Rang eines "Rijksmuseums" erhob. Jan Bouma wurde zum Direktor des Museums ernannt und beschäftigte sich schon früh mit dem Ausbau zu einer großen Freilichtanlage. Er hatte seine Erfahrung in gleicher Position in Arnheim gesammelt und sah sich bereits im Jahr 1950 in Enkhuizen am Ziel seiner Wünsche. Das sogenannte "Buitenmuseum" wurde aus der Taufe gehoben. Es besteht aus einer Reihe original restaurierter Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, die ehemals der Niederländischen Ostindien-Kompanie zur Verfügung gestellt wurden.

Das Segelboot des Abenteurers Merlin Minshall

Bei einer Klassenfahrt oder einer Studienreise nach Enkhuizen vermittelt dieses interessante Museum unter anderem tiefe Einblicke in die wechselvolle Geschichte dieser Region. In der Schiffshalle fanden historische Boote ihren Platz. Unter anderem die "Sperwer", die sich einst im Besitz des englischen Abenteurers, Weltenbummlers und Rennfahrers Merlin Minshall befand. Der benutzte dieses Boot, um seine Flitterwochen unter Segeln zu feiern und sich mit seiner jungen Frau von England über die Donau bis zum Schwarzen Meer zu bewegen. Später war Minshall für den britischen Geheimdienst tätig. Das heutige Freilichtmuseum, das am 6. Mai 1983 von der holländischen Königin Beatrix eröffnet wurde, diente einstmals den Zuiderzeewerken als Lagerplatz beim Bau des großen Dammes über das Ijsselmeer. Sehenswert ist dort der originalgetreue Nachbau des Markenhavens, eines Kirchdorfs und der Stadsgracht. Interessant ist für die Teilnehmer einer Schulfahrt oder Klassenfahrt auch die gelungene Rekonstruktion eines westfriesischen Bauernhofs aus der Bronzezeit. Als erstes Gebäude des Freilichtmuseums wurde die Gasthuiskapel errichtet. Dabei handelt es sich um eine Kapelle des mittelalterlichen Siechenhauses in Den Oever. Rund um die Kapelle gruppieren sich im sogenannten Kirchdorf eine Bank, die Druckerei, das Postamt und diverse Handwerksbetriebe. Die Struktur des Fischerdorfs wurde dem Dorf Zoutkamp in der Nähe von Groningen nachempfunden. Weitere Häuser im Dorf stammen aus Moddergat, Vpollenhove, Kampen, Monnickendam und Urk.
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