Schloss Amalienborg

in der Altstadt gelegen

Die weitläufige Anlage des ab Mitte des 18. Jahrhunderts im neu geschaffenen Stadtteil „Frederiksstaden“ in der Altstadt Kopenhagens errichteten Schlosses Amalienborg ist die prächtige und viel besuchte Stadt- und Winterresidenz der dänischen Königsfamilie. Benannt ist das barocke Ensemble aus den vier architektonisch nahezu identischen Palästen Schack, Moltke, Brockdorff und Levetzau nach der einstigen Königin von Dänemark und Norwegen Sophie Amalie von Braunschweig-Calenberg (1628-1685). Schon das eigens als Lustschloss für Sie von 1669 bis 1673 errichtete und 1689 komplett abgebrannte Vorgängerbau trug den Namen der für ihren verschwenderischen Lebensstil bekannten und bereits kurz nach ihrer Heirat mit König Christian IV. (1577-1648) im Jahr 1643 verwitweten Regentin. Deren Urenkel Friedrich V. (1723-1766) wiederum galt zwar als wenig willensstark, dafür aber der Kunst und Wissenschaft zugetan, was ihn zum Bau des Stadtteils mit seinem Namen bewegt haben dürfte. Mit Jahrzehnten an Steuererlass bewegte er adelige Familien sich hier Residenzen erbauen zu lassen, die diese jedoch nur selten bewohnten.

Residenz der Königsfamilie

Als im Februar 1794 schließlich auch das bisherige königliche Stadtschloss Christiansborg den Flammen zum Opfer fiel und somit Friedrichs jüngeren Sohn Christian VII. (1749-1808) die Obdachlosigkeit drohte, überließ diesem die Familie von Oberhofmarschall Moltke ihren 1754 fertiggestellten Palais. Der als ungestüm und unberechenbar geltende, später jedoch mit manchen liberalen Reformen überraschende König fand schnell Gefallen an seinem neuen Heim und begann auch die umliegenden Bauwerke von deren Besitzern nach und nach zu erwerben. Spätestens mit dem Amtsantritt von Friedrich VI. (1768-1839) im März 1808 war Schloss Amalienborg nun auch ganz offiziell die städtische Residenz der Königsfamilie in Kopenhagen. Das zwischen 1907 und 1928 erbaute dritte Schloss Christiansborg dient seit 1918/19 als Sitz des dänischen Parlaments („Folketing“) und des Obersten Gerichtshofs („Højesteret“). Die seither nur selten von den Monarchen genutzten königlichen Repräsentationsräume im Erdgeschoss und ersten Stockwerk wurden im Jahr 1928 ihrer Bestimmung übergeben. Schloss Amalienborg hingegen hat sich im Laufe der Zeit immer mehr zum Symbol der dänischen Monarchie entwickelt.

Museum und Park

Die seither aufeinander folgenden dänischen Könige residierten in jeweils verschiedenen von ihnen persönlich favorisierten Palästen. Christian VII. schätzte wie gesagt den heute als Gästehaus genutzten und für Besichtigungen offenstehenden Palais Moltke. Christian VIII. Friedrich (1786-1848) und Christian X. (1870-1947) bevorzugten den Palais Levetzau, Friedrich VIII. (1843-1912) und Frederik IX. (1899-1972) den Palais Brockdorff. Palais Schack war über Jahrzehnte der Wohnsitz von Friedrich VI. (1768-1839) und Christian IX. (1818-1906). Die seit 1972 regierende Königin Margrethe II. hält sich hier ebenfalls meist in den Wintermonaten auf. Der Palais Levetzau beherbergt ein sehenswertes Museum mit häufig wechselnden Ausstellungen, der Palais Moltke wurde zwischen 1982 und 1996 von Grund auf saniert und renoviert sowie für das gelungene Ergebnis 1999 vom europäischen Denkmalschutz-Verbund „Europa Nostra“ ausgezeichnet. Ebenfalls zur beeindruckenden Schlossanlage Amalienborg gehört der von 1981 bis 1983 auf dem Gelände einer früheren Werft angelegte Park „Amaliehaven“. Zusammen mit der Frederikskirche von 1894 bildet die Grünanlage die Sichtachse Frederiksgade von der Straße Store Kongensgade bis zur Straße Toldbodgade.

Von der Leibgarde bewacht

Schloss Amalienburg wird rund um die Uhr von der königlichen Leibgarde „Den Kongelige Livgarde“ bewacht, die traditionell und äußerlich ähnlich wie die britische Leibgarde einen roten Rock zu blauen Hosen und eine schwarze Bärenfellmütze trägt. Alltäglich um 11.30 Uhr marschiert die Garde von Schloss Rosenborg nach Amalienborg und vollzieht dort den feierlichen Wachwechsel. Weilt die Monarchin im Schloss, marschiert mittags auch die Königsgarde „Kongevagt“ zusammen mit einer Marschkapelle neben der Leibgarde auf. Je nachdem welches Mitglied der königlichen Familie in Schloss Amalienborg anwesend ist, fällt die diesbezügliche Parade der Truppen größer oder kleiner aus. Der tägliche Wachwechsel vor dem Schloss ist ein viel fotografiertes Spektakel.

Gut für einen Besuch ganz in der Nähe geeignet ist für Gruppen auch die von 2001 bis 2004 erbaute dänische Nationaloper auf der kleinen Insel Holmen, deren Bauwerk 2008 mit dem renommierten „Outstanding Structure Award“ ausgezeichnet wurde.
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