Ganggrab von Listrup – Megalithanlage der Trichterbecherkultur

Falster gilt nicht nur als dänische Ferieninsel, sondern auch als spannender Ort für alle, die an uralter Geschichte interessiert sind. Erreichbar ist sie einerseits von Fehmarn oder Rostock aus schnell über die traditionelle Fährlinie via Gedser, andererseits über die Klappbrücke „Kong Frederik d. XI.“ von Lolland aus. Historische Orte finden die Besucher auf Falster en masse, etwa die uralten Fachwerkhäuser wie Falsters Minder in Nykøbing/Falster, das kleine Fischerdorf Hesnæs, das Mittelalterdorf Sundkøbing, Jahrtausende alte Hünengräber im Wald von Halskov Vænge und den 15.000 Jahre alten Sydstenen nahe Gedsers Leuchtturm. Der Leuchtturm markiert übrigens den südlichsten Punkt des dänischen Königreichs.

Mitten auf Falster gelegen, gehört die steinerne Grabanlage in Listrup wohl zu den interessantesten Zeitzeugen. Sie ist die größte unter den dänischen Grabkammern aus der sogenannten Trichterbecherkultur – einem Abschnitt der Jungsteinzeit von vor ca. 3.500 Jahre vor Christi Geburt.

Das steinalte Grab auf der Anhöhe

Die Trichterbecherkultur: Was sich für Laien so speziell anhört, umfasst einen Abschnitt der Jungsteinzeit, der zwischen 4.200 und 2.800 v. Chr. liegt. Die archäologische Kultur hatte sich u. a. im nördlichen Mitteleuropa etabliert und war die erste hauptsächlich vom Ackerbau geprägte Zeit. Die derzeit von den Menschen hergestellten typischen keramischen Trinkbecher mit einem Trichterrand waren ausschlaggebend für die namentliche Bezeichnung der Epoche. Der in Dänemark um 3.200 v. Chr. gefertigte Trichterbecher Skarpsalling Karret aus einem Ganggrab in Nordjütland gilt als „schönste Steinzeitkeramik nördlich der Alpen“ und ist dekoratives Synonym für die Trichterbecherkultur – der Zeit, in deren Verlauf auch das Steingrab in Listrup als Megalithanlage angelegt worden war.

Charakteristisch für Megalithanlagen sind Setzungen nahezu unbehauener Dolmen. Die Steinblöcke stehen aufrecht und sind einerseits einzeln oder andererseits auch gruppiert angeordnet – so wie bei der steinernen Grabkammer von Listrup auf Fünen. Sie liegt auf einer Anhöhe bei dem Dörfchen Listrup, in der Ferne sieht man die Turmspitze der Kirche Horreby Kirke von Horrreby Sogn.

Die Ausdehnung des Ganggrabes

Die steinerne Grabkammer ist ca. 13 Meter lang, war in seiner Jahrtausende alten Geschichte aber wohl um einige Meter länger. Durch die Verkürzung waren uralte Abstützungen irgendwann entfernt worden. Ausgedehnt in eine Ost-West-Richtung variiert die Breite der Anlage, am Westende beträgt sie etwa 2,15 Meter, am Ostende etwa 1,80 Meter. Die Stützsteine sind zwischen 1,10 und 1,45 Meter hoch, darauf liegen fünf Deckensteine.

Ein knapp sechs Meter langer, einen Meter hoher und 1,50 Meter breiter Korridor befindet sich auf der Südseite des Grabhügels. Der Korridor wird von fünf Dolmen gestützt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Grabkammer befinden sich drei Decksteine, im Inneren liegen beidseitig herausstehende Rahmensteine.

Die Faszination der Grabkammer

Die Anlage übte von jeher besondere Faszination aus: Im Jahr 1845 waren dort 30 Skelette entdeckt worden, dazu wurden Feuersteinäxte, Bernsteinperlen und Keramikscherben gefunden. Die Entdeckung von vier steinzeitlichen senneolithischen Dolchen zeugt von einer Wiederverwendung der Steinkammer.

Absenkungen wurde 1940 mit Restaurierungs- und Sicherungsarbeiten begegnet. Dabei wurden weitere bedeutende Funde entdeckt, so erneut Pfeilspitzen, Scherben, Perlen und ein Dolch. Sensationell war das Auffinden von zwei Skeletten und verschiedener Antiquitäten in den Füllschichten an den Enden der Grabanlage.

Um die auch durch die reichhaltigen Funde begründete Faszination der Grabkammer zu sichern, wurde sie in der ersten Hälfte der 1950er Jahre vom dänischen Forst- und Naturamt umfassend restauriert und durch das Einziehen solider Stahlkonstruktionen gesichert. Somit kann der Grabhügel heute unkompliziert besichtigt werden.
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