Die Burg Nürburg/Eifel

Wer vor einer Schulfahrt oder Studienreise als Lehrer den Teilnehmern mitteilt, dass die Nürburg in der Eifel das Ziel sein wird, der darf sicher sein, dass dann damit vermutlich alle die sogenannte "Grüne Hölle" verbinden werden. Denn so bezeichnete der einstige Formel-1-Weltmeister Jackie Stewart die eindrucksvolle Formel-1-Strecke durch diese waldreiche Landschaft. Den Namen erhielt der Nürburgring durch die Burgruine, die auf einem Vulkan-Basaltkegel genau 676 Meter über dem Renngeschehen thront. Im Rahmen einer Klassenfahrt kann dieses historische Bauwerk unweit des sehenswerten Fachwerkstädtchens Adenau besichtigt werden.

Historische Urkunden aus dem 12. Jahrhundert

Rheinland-Pfalz ist reich gesegnet an Burgen, doch kaum eine Zweite befindet sich in einer derart exponierten Lage wie die Nürburg. Historischen Urkunden zufolge war es Graf Dietrich I. von Are, der im frühen 12. Jahrhundert seine Zeitgenossen damit überraschte, als er auf den Höhen der Eifel gleich mehrere Burgen in Auftrag gab. Neben dem Bau der Are-Burg über Altenahr, dem Stammsitz seines edelfreien gräflichen Geschlechts, erregte auch die markante Höhe des sogenannten "Schwarzen Berges" unweit der Burg Aremberg sein Interesse. Er begann mit dem Bau der Nürburg, doch vollendet wurde sie erst durch seinen Sohn Graf Ulrich. Dessen Nachfahren nannten sich "Herren von Nürburg und Are" und waren dem Stauferkaiser und den Kölner Erzbischöfen verbunden. Aus der einstigen Fluchtburg wurde eine edle Ritterburg, doch das Geschlecht der dort regierenden Grafen endete gegen Ende des 13. Jahrhunderts, weil es keine Erben gab. So ging der Besitz der Nürburg über an das Kurfürstentum Köln.

Soldaten und eine Spur der Verwüstung

Bei einer Besichtigung erfahren die Teilnehmer einer Klassenfahrt, dass die Nürburg im Laufe der folgenden Jahrhunderte viel von ihrem einstigen Glanz einbüßte. Die Kernburg mit ihren beiden Befestigungsringen verfiel ebenso wie die Burgmannenhäuser, von denen heute nicht einmal Ruinen zu sehen sind. Vor allem der Dreißigjährige Krieg setzte der Nürburg stark zu. Erst wurde die Anlage auf den Höhen der Eifel von niederländischen Truppen geplündert, dann kreuzten dort schwedische Soldaten unter General Wolf Heinrich von Baudissin auf und setzten die Zerstörung der Burg fort. Der Feldzug der Schweden im Dreißigjährigen Krieg hinterließ am Rhein fast überall eine Spur der Verwüstung, denn vor der Einnahme der Nürburg hatte Baudissin mit seiner Truppe bereits die kurkölnische Burg auf dem Drachenfels erobert. Als die kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Westfälischen Frieden von Münster und Osnabrück ein Ende nahmen, besetzten kaiserliche Truppen im Jahr 1647 die Nürburg.

Sanierungsarbeiten durch die Denkmalpflege

Zwischenzeitlich nutzten die Herrscher des kurkölnischen Amtes den Kerker des Burgfriedes als Gefängnis, doch da die Anlage mehr und mehr zu einer Ruine verkam, wurde sie im Jahr 1752 aufgegeben. Die preußische Domänenverwaltung begann dann im frühen 19. Jahrhundert mit Restaurierungen. Der Hauptturm mit seinem Doppeltor wurde erneuert, und es vollzogen sich Arbeiten an der Brüstung und an der obersten Kuppel des Gewölbes. Doch so, wie sich die Nürburg heute den Teilnehmern einer Schulfahrt oder einer Studienreise präsentiert, gibt es sie erst seit jüngerer Zeit. Es war den Sanierungsarbeiten des Landesamtes für Denkmalpflege zu verdanken, dass die Nürburg mittlerweile manches von ihrem ursprünglichen Aussehen zurückerhalten hat. In den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts bekamen auch die Flankierungstürme der Zwinger neue Kegeldächer.

Die Aussicht vom 20 Meter hohen Bergfried

Das Land Rheinland-Pfalz, der heutige Eigentümer der Nürburg, hat sich bei allen notwendigen Arbeiten zum Ziel gesetzt, die ursprünglichen Grundrisse dieser eindrucksvollen Anlage zu bewahren. Eine Besichtigung ist inzwischen ganzjährig möglich und lohnt sich bei einer Klassenfahrt nicht zuletzt wegen der tollen Aussicht. Dazu dient unter anderem der zwanzig Meter hohe Bergfried, der zu einem Aussichtsturm umgestaltet wurde. Die Gemeinde Nürburg baute im Übrigen an der Nordseite des Berges im Jahr 1954 einen Skihang mit Sprungschanze und einem Lift.
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