Das Breslauer Rathaus


Rathäuser verstehen sich häufig als die "gute Stube" ihrer Stadt, und viele von ihnen leisten sich in ihrem Untergeschoss ein gastronomisches Highlight. Einen Keller der ganz besonderen Art findet sich im historischen Rathaus von Breslau. "Wer nicht im Schweidnitzer Keller war, ist nicht in Breslau gewesen", heißt ein alter Spruch. Doch nicht allein dieses Restaurant lohnt den Besuch des Wahrzeichens der alten Stadt an der Oder. Bei einer Klassenfahrt oder Studienreise werden die Teilnehmer nach einem Rundgang durch das Breslauer Rathaus feststellen, dass das Gebäude eine der sehenswerten und architektonisch einzigartigen Perlen am "Großen Ring" ist. Eine Visite des Rathauses am Marktplatz ist zweifellos ein "Muss".

Eine historische Rechnung aus dem Jahr 1299

Das Breslauer Rathaus ist ein besonders gelungenes Beispiel der gotischen Epoche. Eine überlieferte Mietrechnung diente den Historikern, um das Jahr der Grundsteinlegung zu ermitteln. Sie datiert aus dem Jahr 1299 und man sprach zu jener Zeit von einem "Konsistorium". Darunter verstand man seit der Epoche der römischen Kaiser einen "Versammlungsort". Das Rathaus am Ufer der Oder bestand ursprünglich aus einem Erdgeschoss, einem Kellergewölbe, einer Halle und einem nebenstehenden Turm. Über mehrere Jahrhunderte diente das Haus dem Handel der Stadt, wurde immer wieder umgestaltet und im 14. Jahrhundert um ein zweites Stockwerk erweitert. Dort etablierte sich dann der Rat der Stadt Breslau, während im Keller das Gericht tagte. Zwischen 1470 und 1480 erhielt das Rathaus sein heutiges Gesicht.

Fassaden als Spiegelbild der Geschichte

Wer nun bei einer Schulfahrt vor der Ostfassade des Breslauer Rathauses steht, der bewundert vor allem die reichen Verzierungen. Aber auch die astronomische Uhr, die aus dem Jahr 1580 stammt, sowie die zahlreichen Abbildungen, die das Stadtbild im Mittelalter darstellen. Sehenswert ist auch der Erker im südöstlichen Bereich des Gebäudes. Er stammt aus der Ideenschmiede eines gewissen Briccius Gauske, der seiner Heimatstadt das Wappen aus Sandstein am Frauentorturm schenkte und der auch das berühmte Matthias-Relief an der Ortenburg in Bautzen schuf. Die Skulpturen an der südlichen Fassade des Breslauer Rathauses stellen typische Szenen aus dem städtischen Leben des Mittelalters dar.

Eine große Halle für die Bürgerschaft

Der Turm des Rathauses, der sich im Stil der Renaissance über Breslaus Altstadt erhebt, ist genau 66 Meter hoch. In der unmittelbaren Nachbarschaft entstand um 1863 das sogenannte Leinwandhaus, das von Friedrich August Stüler, einem Schüler des Karl-Friedrich Schinkel, konzipiert wurde. Heute dient dieses Haus dem Oberbürgermeister zu Zwecken der Repräsentation. Hier tagt aber auch der Rat der Stadt Breslau. Kurz nach der Wende zum 20. Jahrhundert wurde das Rathaus von Breslau erneut umgestaltet. Im Zweiten Weltkrieg wurde es nur leicht beschädigt. Bei einem Rundgang werden sich die Teilnehmer einer Studienreise oder einer Schulfahrt vor allem in der Bürgerhalle des Rathauses umsehen. Dies war ursprünglich der Versammlungsort der Bürgerschaft und diente später auch als Festraum. Im zweischiffigen Innenleben der Halle dominieren die Arkaden und Pfeiler sowie das eindrucksvolle Gewölbe aus dem Jahr 1616.

Huldigungen für König Friedrich dem Großen

Auch der Fürstensaal überstand die Wirren der Jahrhunderte und entstand zwischen 1342 und 1347. Ursprünglich war er den schlesischen Ständen vorbehalten, die dort am 7. November 1741 dem preußischen König Friedrich dem Großen huldigten. Neben der Bürgerhalle öffnet sich der Gerichtssaal mit seiner rustikalen Balkendecke. Wichtigster Bereich des Rathauses war über einen langen Zeitraum die Ratsstube mit ihrem gotischen Gepräge. Hier tagten die obersten Würdenträger. Der Remter ist mit 650 Quadratmetern der größte Saal des Rathauses und zählt zu den schönsten in Europa.
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