Die Nebelhöhle – eine Schauhöhle mit langer Tradition

Nebelhöhle © unsplash.com
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Die Nebelhöhle bei Sonnenbühl ist eine der bekanntesten Tropfsteinhöhlen der Schwäbischen Alb. Der Höhlentourismus blickt hier bereits auf eine lange Tradition zurück. Zusammen mit Ihrer Schulklasse betreten Sie eine faszinierende und geheimnisvolle Welt aus Stalaktiten, Stalagmiten und Sintersäulen. Mitunter sehen Sie auch Tropfsteine, die mitten im Weg stehen. Insgesamt 450 Meter der Höhle stehen Besuchern von März bis November offen. Die Temperatur beträgt ganzjährig zwischen acht und zehn Grad. Mehr als 140 Stufen führen vom Eingang hinab in diese fantastische Unterwelt.

Geologie der Nebelhöhle

Geologisch liegt die Nebelhöhle im Weißen Jura in der Nähe des Albtraufs und weist eine Gesamtlänge von 813 Metern auf. Es handelt sich um eine alte Höhle, denn die Trockentäler in der Umgebung befinden sich in einer tieferen Lage als die Nebelhöhle selbst. Viele wassergefüllte Vertiefungen prägen die Nebelhöhle. Das gilt ebenfalls für mitunter gewaltige Versturzblöcke. Bodentropfsteine wechseln sich ab mit Sinterkaskaden und Kaminen.

Geschichtliches zur Nebelhöhle

Die Nebelhöhle wurde unter dem Namen Nebelloch bereits im Jahr 1486 erstmals erwähnt. Den ersten Teil der Höhle entdeckte laut älterer mündlicher Überlieferungen ein Jäger 1517, als dieser einen Rehbock erlegen wollte und dabei über eine Baumwurzel stolperte. Es löste sich ein Schuss und der Rehbock verschwand plötzlich im Erdboden. Dies konnte aber anhand anderer Berichte nicht bestätigt werden. Eine andere Version erzählt, die Höhle sei einst von Hirtenjungen entdeckt worden. Aber auch dies verliert sich Nebel der Geschichte.

1803 besuchte Kurfürst Friedrich I. die Nebelhöhle und sie bekam zu diesem Anlass einen besser begehbaren Eingang. Bekannt ist die Nebelhöhle auch durch den angenommenen Aufenthalt von Herzog Ulrich von Württemberg, wo er sich tagsüber vor den Bundestruppen verbarg, die ihn verfolgten. Nachts hielt er sich auf dem nahen Schloss Lichtenstein auf. Bekannt wurde die Nebelhöhle einem größeren Publikum auch durch den Roman „Lichtenstein“ von Wilhelm Hauff. Eben dort berichtet der Autor vom vertriebenen Herzog Ulrich und seiner Flucht vor der Verfolgung durch den Schwäbischen Bund. Die Fortsetzung der Nebelhöhle wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt. Heute gelangen Sie mit Ihrer Schulklasse über diesen 1920 neu gegrabenen Stollen in die Nebelhöhle.

Tourismus in der Nebelhöhle

Seit mehr als 300 Jahren zieht die Nebelhöhle bereits Besucher an. So erschien der erste Höhlenführer bereits im Jahr 1715. Mit 45.000 Besuchern jedes Jahr liegt die Anzahl etwas niedriger als bei der benachbarten Bärenhöhle und gilt als eine der meistbesuchten Schauhöhlen der Schwäbischen Alb. Für Auftrieb bei den Besucherzahlen sorgte bereits Ende des 19. Jahrhunderts die Anbindung der Schwäbischen Alb an das Eisenbahnnetz.

Das Nebelhöhlenfest

Jedes Jahr im Sommer steigt in der Höhle und in ihrer näheren Umgebung das Nebelhöhlenfest. Dann erwarten Sie ein Festplatz mit zahlreichen Fahrgeschäften sowie gute Musik und leckeres Essen. In der Nebelhöhle selbst gibt es dann etliche Sonderführungen und die Beleuchtung der gesamten Höhle mit Kerzen hinterlässt bei den meisten Gästen einen bleibenden Eindruck. Dieser Brauch besteht seit nunmehr über 200 Jahren. Nachdem 1826 Wilhelm Hauffs Roman „Lichtenstein“ erschien, erhielt das Nebelhöhlenfest besonders starken Zulauf. Bis zu 40.000 Besucher kamen dann Anfang des 20. Jahrhunderts zum Nebelhöhlenfest, als Hauffs Roman im Rahmen der Lichtensteinfestspiele erstmals auf der Bühne aufgeführt wurde. Das Nebelhöhlenfest wird bis heute immer am Pfingstwochenende gefeiert.

Weitere Ausflugsziele in der näheren Umgebung

Halten Sie sich mit Ihren Schülern in der Region um Sonnenbühl auf, sollte auch ein Besuch der benachbarten Karls- und Bärenhöhle auf dem Programm stehen. Dort lebten früher tatsächlich Höhlenbären, wovon ein restauriertes Bärenskelett zeugt. Mit jüngeren Schülern im Grundschulalter könnte auch über einen Besuch im Freizeitpark Traumland auf der Bärenhöhle nachgedacht werden. Hoch über dem Tal der Echaz thront zudem das märchenhafte Schloss Lichtenstein, ein Wahrzeichen der Schwäbischen Alb. Dort wurde sogar der Märchenfilm „Dornröschen“ gedreht. Nicht zuletzt lädt die nähere Umgebung zu abwechslungsreichen Wanderungen und Fahrradtouren ein.

Fazit

Die Nebelhöhle zählt zu den schönsten Schauhöhlen Deutschlands und entführt Sie in eine fantastische Unterwelt. Gleichzeitig bringt Sie Ihren Schülern die Vergangenheit der Schwäbischen Alb etwas näher. Community: 0 Bewertungen
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