Beispielbild © pixabay.com
Beispielbild © pixabay.com

Das Montorfano Granite Ecomuseum in Mergozzo – die Heimat des Marmors erkunden

Wer auf seinen Italienreisen die Paläste und Kathedralen in Mailand, Rom oder Florenz betritt, der wandelt meist in einer Welt aus Prunk und Macht. Und er steht dabei nicht selten in Gebäuden, die ganz aus Marmor und Granit erbaut wurden. Doch wer fragt sich eigentlich, woher das Gestein dafür kommt? Seine Spuren führen häufig in eine Region, die sich den heutigen Besuchern ein wenig verträumt präsentiert – und die dennoch auf einem riesigen Schatz sitzt.

Berge als Grundlage des Lebens

Mergozzo liegt als kleines, in romanischer Baukunst errichtetes Dorf direkt am See Lago di Mergozzo im italienischen Piemont – und ist dort herrlich eingerahmt von einer zu den Alpen gehörenden Bergkette. Aus ihnen ragt der Montorfano heraus: Ein aus weißem Granit bestehender Fels, der nicht ganz die Höhe von 800 Metern erreicht. Andere Berge in der nahen Umgebung runden das Farbenspiel ab, denn auch rosa und grün getönte Granitlagen lassen sich hier finden. Das besondere Prunkstück bildet aber ein Berg mit dem berühmten rosa Candoglia-Marmor.

Es verwundert nicht, dass diese seltenen Gesteine die Lebensgrundlage in dieser Region schufen. Die Region ist bereits seit der Steinzeit besiedelt; später hinterließen auch die Römer ihre Spuren. Die Nutzung der Gesteine ist seit dem Spätmittelalter belegt; der kommerzielle Abbau entwickelte sich besonders ab dem 17. Jahrhundert. Doch wie gelang es mit den damaligen – und aus unserer Sicht unzureichenden – Werkzeugen überhaupt, schwere Felsblöcke abzutragen, sie in alle Teile Italiens zu verschicken und sie dort zum Bau von Kirchen und Kathedralen zu verwenden? Die Antworten bietet das Montorfano Granite Ecomuseum in Mergozzo.

Kein Stein bleibt auf dem anderen

Tatsächlich führte der ab dem frühen 16. Jahrhundert begonnene Abbau der Gesteine dazu, dass sich in dem idyllischen Dorf Mergozzo vieles innerhalb kurzer Zeit veränderte. Einerseits boten die Bergwerke weiten Teilen der Einwohnerschaft ein sicheres Einkommen, zuweilen mussten sogar Arbeiter aus anderen Städten angeworben werden. Doch die Tätigkeiten in den engen und nur schwach belüfteten Schächten waren anstrengend – und gefährlich. Wie dabei vorgegangen wurde, welche Risiken lauerten und wie es gelang, tonnenschwere Felsblöcke aus dem Berg zu schneiden, wird im Ökomuseum gezeigt.

Andererseits widmet sich die zum Gesamtkomplex des Naturkundemuseums gehörende Einrichtung der Frage, wie Handels- und Transportrouten sowohl im bergigen Land als auch auf dem Wasser angelegt und stetig verbessert wurden. Immerhin richteten die Touren mit dem schweren Gestein an Bord ganz besondere Anforderungen an die Schifffahrt. Nicht in jedem Fall gelang es der Besatzung, sicher den Zielhafen zu erreichen. Der Überlieferung nach sollen bei einigen Transporten Steinblöcke in Flüssen verloren gegangen sein.

Neue Wege bei der Wissensvermittlung

Besucher des Ökomuseums können sich viele der originalen Relikte des Bergbaus ansehen und sich im Rahmen einer Führung auch erklären lassen, wie diese genutzt wurden. Die Einrichtung greift dabei auf eine multimediale Unterstützung zurück, sodass das eigene Handy oder das Tablet zum Scannen eines QR-Codes verwendet werden können, der dann weitere Informationen erteilt. Ebenso ist das Ablaufen einiger weniger der im Mittelalter angelegten Wege möglich – so etwa von den Steinbrüchen zu den Flüssen, in denen die für den Transport gedachten Schiffe lagen.

Ganz modern und pädagogisch wertvoll ist jedoch, was das Ecomuseum – ebenso wie das gesamte Naturkundemuseum – seinen Gästen nach Voranmeldung bietet: Gruppen und Schulklassen können an einem interaktiven Rollenspiel teilnehmen. Zwar ist hier der Gebrauch originaler Werkzeuge und Gegenstände nicht erlaubt, aber mit realistischen Nachbauten können sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene in das Leben und Arbeiten der damaligen Menschen hineinversetzen. Dabei sollen gemeinsam die Fragen beantwortet werden, welche Herausforderungen beim Abbau und Transport der schweren Gesteine auftreten konnten. Ebenso lernen die Anwesenden, in welchen Städten Italiens die von hier stammenden Marmor- und Granitblöcke zum Bau genutzt wurden. Community: 0 Bewertungen
Wir sind an Ihren Erfahrungen interessiert.
Bewerten Sie diesen Ort.


Artikel in dieser Kategorie.

© 2026 Schulfahrt Touristik SFT GmbH
✔ Akzeptieren 🛠 Anpassen Mit "Akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysen und personalisierte Inhalte durch uns oder Drittanbieterseiten gemäß Datenschutzerklärung zu. Sie können diese Einstellungen idividuell anpassen.
Privatsphäre-Einstellungen
Um Ihnen ein optimales Webseiten Erlebnis zu bieten, setzen wir Cookies ein. Dies sind kurze Zeichenketten, welche die Website in Ihrem Browser hinterlegen darf. Dazu zählen Cookies für den Betrieb und die Optimierung der Seite als auch zum Speichern von Einstellungen und Funktionalitäten. Wir möchten Ihnen die Wahl geben, welche Cookies Sie zulassen. Ihre Wahl können Sie jederzeit durch löschen der Cookies für diese Seite ändern.

Cookies dieser Kategorie dienen den Grundfunktionen der Website. Sie dienen der sicheren und bestimmungsgemäßen Nutzung und sind daher nicht deaktivierbar.



Cookies dieser Kategorie ermöglichen es, die Nutzung der Website zu analysieren und die Leistung zu messen. Sie tragen zudem zur Bereitstellung nützlicher Funktionen bei. Insbesondere Funktionen von Drittanbietern. Das Deaktivieren wird diese Funktionenj blockieren. Einige Inhalte – z.B. Videos oder Karten können ggf. nicht mehr dargestellt werden. Außerdem erhalten Sie keine passenden Artikelempfehlungen mehr.



Marketing-Cookies werden von Partnern gesetzt, die ihren Sitz auch in Nicht-EU-Ländern haben können. Diese Cookies erfassen Informationen, mithilfe derer die Anzeige interessenbasierter Inhalte oder Werbung ermöglicht wird. Diese Partner führen die Informationen unter Umständen mit weiteren Daten zusammen.

Einstellungen speichern       ✔ Alle akzeptieren