
Das Haus des Kaplans Don Amedeo Ruscetta in Croveo im Alpen-Naturpark Devero
Croveo ist ein Ort im Piemont, umgeben von zwei schützenden Tälern der italienischen Alpen. Seine Lage zwischen Lago Maggiore und Brienzer See macht Croveo zu einem leicht erreichbaren Ziel in diesem Feriengebiet. Landschaftlich wird Croveo Geografie-, Geologie- und Biologie-Interessierten gerecht. Ankommende sind inspiriert, die Umgebung zu erkunden und es sich in den örtlichen Gaststuben schmecken zu lassen. Beim Wandern, Radeln oder Spazierengehen ist zu erahnen, wie Pilz- und Fisch-Delikatessen entstehen oder wie Käse in diesem Teil der italienischen Alpen hergestellt wird.In den 90er Jahren richtete man im idyllischen Bergdorf Croveo im ehemaligen Wohnhaus des Kaplans Don Amedeo Ruscetta ein Heimatmuseum ein, in dem viel über das Leben der Menschen der Region zu erfahren ist. Ein zweites Highlight Croveos ist neben dem Haus des Kaplans die historische Wein- und Saftpresse, die eng an einen gewaltigen Felsen gebaut ist. Diese Konstruktion, bestehend aus einem acht Meter langen Balken und einem schweren Mahlstein, zeugt von der ingenieurstechnischen Cleverness der Vorfahren der Bergdorfbewohner. Sie verarbeiteten Früchte wie Trauben, Kirschen, Äpfel und Birnen effizient.
Geologie, Geschichte und Religion
Die Adresse des Hauses des Kaplans lautet Via Buglio 21. Das historische Wohngebäude steht an einem Hang vor einem zweiten Haus derselben Bauart. Das ehemalige Pfarrhaus und heutige Museumsgebäude entstand 1607. Es gehört zu den ältesten Bauwerken Croveos. Seine Restaurierung wurde von einer internationalen Initiative unterstützt, die bedeutende Routen wie die Via Francigena und den Jakobsweg mit lokalen Wegen verbindet.Bäuerliches Leben entdecken
Die Ausstellung im Haus des Kaplans in Croveo erstreckt sich über drei Etagen. Sie widmet sich der sakralen Kunst und der bäuerlichen Kultur der Region. Das erste Stockwerk des Museums ist vollständig den Tätigkeiten der Handwerker und Bauern vorbehalten. Hier befinden sich originale Werkzeuge und Arbeitsgeräte, die das Alltagsleben in den Bergen widerspiegeln. Dazu gehören ein historischer Schustertisch, ein Handschmiede-Amboss, ein Webstuhl der Hanfweber und verschiedene Gerätschaften der Milchbauern. Diese Exponate helfen, zu verstehen, welche Gewerke seit Jahrhunderten die wirtschaftliche Grundlage der Region bilden.Sakrale Kunst der Region kennenlernen
Die zweite Etage ist dem sakralen Brauchtum geweiht. Hier sind die traditionellen Trachten der weiblichen Bewohner der Region zu sehen. Dazu gehören kunstvoll geschmückte, auf dem Kopf getragene Prozessionsaufsätze der Mädchen. Diese vertikalen Körbchen (Cavagnetten) gleichen blühenden Bäumen. Von besonderem Interesse ist die Sammlung von Gemälden und sakralen Gewändern. Einige der Ornate stammen aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurden von Bruderschaften gestiftet, die nach Rom umgesiedelt waren. Eine detaillierte Darstellung der Fronleichnamsprozession mit allen liturgischen Utensilien rundet diesen Teil der Ausstellung ab.Den Schlafraum des „Nattern-Priesters“ betreten
Das Dachgeschoss dient dem Andenken an Don Amedeo Ruscetta. Er war nicht nur Seelsorger, sondern auch leidenschaftlicher Forscher. Weil er sich intensiv mit Schlangen und der medizinischen Verwendung ihres Giftes beschäftigte, nannte man ihn den Natterer. In einem rekonstruierten Zimmer, das den Gemächern des ehemaligen Pfarrers nachempfunden ist, steht sein Originalbett, ein Geschenk von Pater Carlo. Die Ausstellung präsentiert auch präparierte Exemplare von Vipern und anderen Tieren. Sie spiegelt die Expertise Don Amedeo Ruscettas in der Herpetologie wider. Er übergab das extrahierte Schlangengift dem Mailänder Institut für Serumtherapie, damit es daraus Medikamente gegen Schlangenbisse entwickeln kann.Nach der Museumstour lohnt es sich, im Tal einzukehren. Hier sind lokale Köstlichkeiten wie Traubensaft, Kirschsaft, Pilze und selbstgemachter Käse erhältlich. Der kulinarische Genuss rundet den Besuch dieser Piemont-Region ab. Community: 0 Bewertungen
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