Die unterirdischen Katakomben von Neapel


Rund 40 Meter unter den quirligen Gassen und bunten Plätzen der süditalienischen Hafenstadt verbirgt sich eine geheimnisvolle Welt: die unterirdischen Katakomben von Neapel. Entdecken Sie auf einer Studienreise das imposante Labyrinth aus mystischen Höhlen, schmalen Gängen, alten Brunnen und Zisternen, die auf einer Wegstrecke von 80 Kilometern miteinander verbunden sind. Tauchen Sie ein in die jahrtausendealte Geschichte der neapolitanischen Unterwelt, die von der Antike bis heute reicht.

Am Anfang war das Wasser

Bereits im 4. Jahrhundert vor Christus begannen die Griechen den vulkanischen Tuffstein unter Neapel abzubauen, um mit dem leichten und gut zu bearbeitenden Material Häuser und Festungen zu bauen. Das Aushöhlen hatte zur Folge, dass unter der Stadt Höhlen entstanden, die sich im Laufe der Zeit mit Regenwasser füllten. Um dieses zu speichern, wurden die Wände und Böden mit Zement versiegelt. Dabei entstand ein faszinierendes Netz aus Zisternen, das als Brunnen der Öffentlichkeit diente und die Menschen mit Wasser versorgte.

der Luftschutzbunker, die Behausung und Müllhalde

Nachdem die Tuffsteinhöhlen trockengelegt wurden, nutzen die Menschen im 2. Weltkrieg diese als Luftschutzbunker. Sie boten in den schmalen Gängen und großen Hallen nicht nur bis zu 200.000 Schutzsuchenden Platz, sondern retteten auch viele Leben. Noch heute finden Sie bei einer Führung durch die Katakomben während einer Klassenfahrt Gravierungen an den Höhlenwänden, die von den Gedanken und Ängsten der Neapolitaner erzählen, als diese bei Bombenangriffen in die Unterwelt flüchteten.

Als der Krieg schließlich endete und viele Menschen ihr Hab und Gut verloren hatten, richteten sich die Ärmsten von ihnen in den Höhlen und still gelegten Zisternen notdürftig ein. Sie blieben dort wohnen, bis Neapel von den Trümmern des Krieges entrümpelt und der Schutt der zerbombten Gebäude im Untergrund der Stadt entsorgt wurde. In den darauffolgenden Jahren nutzten sowohl Firmen als auch Hausfrauen die verborgenen Räumlichkeiten Untertage, um ihren Müll darin verschwinden zu lassen. Es entstand eine Müllhalde, die die wahren Katakomben vergessen ließ.

Dies änderte sich erst, nachdem Michele Quaranta nach einem Feuer im Jahr 1979 – verursacht durch ein Sägewerk – es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte, die Katakomben wieder freizulegen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit der Hilfe von jungen Einheimischen, die sich zu Organisationen zusammenschlossen, wurde aus der Unterwelt Neapels eine spannende Sehenswürdigkeit, die von Jahr zu Jahr mehr Besucher anzieht und der Höhepunkt jeder Schulfahrt in diese Region ist.

Die Bourbon-Galerie

Zur Unterwelt Neapels zählt unter anderem die Bourbon-Galerie mit zwei Eingängen. Sie war bis zum Jahr 2014 noch als der Bourbon-Tunnel bekannt. Er führt vom einstigen Wohnsitz des Königs, dem Palazzo Reale, zum neapolitanischen Stadtteil Chiaia und diente Ferdinand II. von Bourbon als Fluchtweg zum Meer. Die Soldaten nutzten ihn zudem als Verteidigung des Palastes. Die historischen Autos und Motorräder, die in den 50er Jahren dort entsorgt wurden, bilden heute das Highlight der Galerie.

Führungen durch die Stadt unter der Stadt

Eine Führung auf einer Schulfahrt durch die unterirdischen Katakomben von Neapel ist eine Stadtführung der besonderen Art. Sie führt durch die Katakomben San Gaudeoso, der Cinitero delle Fontanelle, den Bourbon-Tunnel sowie der San Gennaro mit ihren 2.000 Grabstätten und 500 Nischengräbern. Besonders spannend sind die Geschichten und Legenden, die die jungen Guides zu erzählen wissen. Aufgrund der steigenden Beliebtheit empfiehlt es sich für eine Studienreise, Tickets für den neapolitanischen Untergrund im Voraus zu buchen.
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