Semmelweis-Museum für Medizingeschichte Budapest

Eine medizinische Zeitreise

Eine gelungene Schulfahrt verbinden wir unser Leben lang mit schönen Erinnerungen und eindrücklichen Erlebnissen. Ungarn ist in dieser Hinsicht ein Juwel und immer eine Klassenfahrt wert. Ganz besonders gilt dies für die Hauptstadt Budapest. Und in dieser lebensfrohen Stadt, in Ufernähe zur Donau befindet sich das kleine, aber feine Semmelweis Museum für Medizingeschichte. Ein Besuch hier, in dem Geburtshaus des berühmten Arztes Ignaz Semmelweis (1818 – 1865) wird auf jeder Studienreise einen tiefen Eindruck hinterlassen. Das Museum, gegründet im Jahr 1964, gibt Einblicke in die Anfänge der Heilmethoden und Heilinstrumente des frühen 19. Jahrhunderts. Bei dieser Schulfahrt tauchen wir ein in alte Zeiten und erfahren Details aus dem Leben dieses mutigen, engagierten und verkannten Pioniers.

Tragik eines Lebens

Semmelweis arbeitete auf der Entbindungsstation einer Klinik und war erschüttert über den Tod so vieler Frauen im Zusammenhang mit der Geburt. Mehr als 30 % aller Frauen starben an einer mysteriösen Krankheit, die wir heute als Kindbettfieber kennen. Semmelweis fand dafür keine Erklärung, er konnte die Ursache nicht finden. Als jedoch eines Tages einer seiner Kollegen starb, nachdem er sich bei einer Autopsie in den Finger geschnitten hatte, erahnte der junge Semmelweis einen Zusammenhang. Offenbar starben die Patientinnen, wenn der Arzt direkt von einer Autopsie kam und ohne sich vorher die Hände zu waschen, die Frauen untersuchte oder bei der Geburt half. Semmelweis führte daraufhin strikte Hygieneregeln ein. So mussten sich die Ärzte die Hände mit Kalkchlorid reinigen, das bereits damals für seine antiseptische Wirkung bekannt war. Dasselbe galt für die medizinischen Instrumente. Auch diese mussten gründlich und nach jedem Gebrauch gereinigt werden.

Der Visionär

Tatsächlich ging die Sterblichkeitsrate der Frauen merklich zurück. Erst die Entdeckung der Keimtheorie durch Louis Pasteur sollte seine Ergebnisse stützen und erklären. Für Semmelweis' Wirken kam diese Erkenntnis jedoch zu spät. Die Ärztekammer in Wien unterstützte seine Entdeckung nicht, sondern lehnte sie entschieden ab. Das Händewaschen wurde als nicht sinnvoll angesehen, der Zusammenhang zwischen dem Kindbettfieber, Bakterien und mangelnder Hygiene nicht erkannt. Enttäuscht und gedemütigt kehrte der Retter so vieler Mütter Ignaz Semmelweis nach Budapest zurück. Hier arbeitete er kurze Zeit als Chefarzt und unterrichtete an der Universität. Es ist die Tragik seines Lebens, dass Semmelweis genau an dieser Krankheit starb, gegen die er so lange kämpfte und dass die medizinische Gemeinschaft seine Entdeckungen so vehement ablehnte.

Umfassende Einblicke

Außer historischen medizinischen Gerätschaften, wie zum Beispiel einem alten Röntgengerät, zeigt das Museum für Medizingeschichte einen Raum, der mit Möbeln und persönlichen Gegenständen von Ignaz Semmelweis eingerichtet ist. Ein echter Schatz und Highlight der Studienreise überrascht die Besucher in diesem Museum: Anatomische kolorierte Anschauungsobjekte aus Wachs. Ein absolutes und seltenes Meisterwerk ist die anatomische Venus. Die von Clemente Susini, einem Meister der plastischen Anatomie, hergestellte rothaarige Dame, ist sehr zerbrechlich und überraschend detailgetreu quellen aus ihr die Eingeweide hervor.
Manchem empfindsamen Besucher wird hier wohl etwas mulmig zumute, die fast schon üblichen ausgestellten Schrumpfköpfe passen eindrucksvoll ins Bild!
Bei einem abschließenden Rundgang durch den Hausgarten führt der Weg an den sterblichen Überresten des Ignaz Semmelweis vorbei, der seit 1963 hier seine letzte Ruhestätte gefunden hat.
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